1.1Erstlingsfrüchte

Gott gebietet Israel, dass es Ihm einmal  im Jahr die Erstlingsfrüchte der Gerste darbringen soll. Hiernach darf das Volk dann mit dem Abernten beginnen.

3.Mo. 23:9: Und YHVH redete zu Mose und sprach:
10 Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und seine Ernte einbringt, so sollt ihr die Erstlingsgarbe von eurer Ernte zum Priester bringen.
11 Der soll die Garbe weben vor YHVH, zum Wohlgefallen für euch; am Tag nach dem Sabbat soll sie der Priester weben

Israels Festtage umlaufen die Erntezeiten im Jahr: die Zeit der Gerstenernte fällt um das Passahfest herum, die Weizenernte zum Wochenfest und die Weinrebenernte zum Laubhüttenfest. Deswegen ist es für uns einfach, die Erstlingsfrucht mit dem Passahfest zu verbinden. Israel verkündet mit der Garbe eine Danksagung an Gott, weil YHVH an sie gedacht und die Einbringung einer neuen Ernte ermöglicht hat.

So weit das Auge reicht, würde man auf den Feldern goldbraune, reife Gerste stehen sehen. Dies bezeugt, dass es ein gutes Jahr ist und die Vorfreude auf eine üppige Ernte erfreut das ganze Volk. Als Erstes sind nun dem Schöpfer die Erstlinge einzubringen. Die Erstlinge der Ernte gelten als ein besonders wertvoller Teil der Ernte. Hierdurch wird zum einen Israels Augenmerk darauf gerichtet, dass die gute Ernte mit ihrer Anbetung YHVHs zu verbinden ist. Das Beste für YHVH abzusondern, reflektiert ihre Liebesbeziehung zum Schöpfer. Zusätzlich werden reguläre Opfergaben mit der Erstlingsfrucht dargebracht. Die Danksagung der Ernte geschieht demnach mit Anbetung, Lob und Dankopfer.

3.Mo. 23:12: Ihr sollt aber an dem Tag, an dem ihr eure Garbe webt, YHVH ein Brandopfer opfern von einem makellosen einjährigen Lamm,
13 und das dazugehörige Speisopfer, zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl angerührt, ein Feueropfer, YHVH zum lieblichen Geruch, sowie das dazugehörige Trankopfer, ein Viertel Hin Wein.

Zu den Erstlingsfrüchten lernt Israel auch noch, dass die Gerste erst geerntet oder gegessen werden durfte, nachdem die Erstlingsgarbe von dem Priester im Tempel gewebt worden war.

2.Mo. 23:14: Ihr sollt aber weder Brot noch geröstetes Korn noch Jungkorn essen bis zu eben diesem Tag, da ihr eurem Gott diese Gabe darbringt. Das ist eine ewig gültige Ordnung für eure [künftigen] Geschlechter in allen euren Wohnorten.

Zum anderen lernt Israel hierdurch Vertrauen auf YHVH zu haben. Ehe sie die Ernte anrühren durften, sollte dem Schöpfer etwas abgesondert werden. Dies ist also ähnlich wie die Abgabe des Zehnten (4.Mo. 18:26). Der Zehnte des Ertrages des Feldes oder der Schafe muss YHVH gegeben werden, denn dies ist der Anteil, welcher Ihm gehört. In allem lernte Israel demnach das Beste, vertreten durch die Erstlinge, zuerst dem Schöpfer zu bringen. Ihr Anteil war dann das Übrige (was weiterhin auch reichlich war!).

2.1 Erstlinge in Israel

Auf Hebräisch heißt die Erstlingsfrucht „HaBikkurim“. Die Wurzel dieses Wortes beschreibt auch das, was Abel dem Schöpfer als Opfergaben darbrachte. YHVH hatte die Abgabe der Erstlinge, durch die Kinder Israels, noch vor Aufstellung der Festtage erwähnt:

2.Mo. 23:19: Die frühesten Erstlinge deines Ackers sollst du in das Haus YHVH, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen!

2.Mo. 34:26: Die Erstlinge von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in das Haus YHVH, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

Später wird Israel weiterhin hieran erinnert und dazu aufgefordert:

5.Mo.15:19: Alle männliche Erstgeburt, die unter deinen Rindern und Schafen geboren wird, sollst du YHVH, deinem Elohim, heiligen. Du sollst den Erstling deiner Ochsen nicht zur Arbeit brauchen und die Erstlinge deiner Schafe nicht scheren.

5.Mo. 18:4: Die Erstlinge deines Korns, deines Mosts und deines Öls, und die Erstlinge von der Schur deiner Schafe sollst du ihm geben.

Neh. 10:35: auch dass wir jährlich die Erstlinge unsres Landes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen, Jahr für Jahr, zum Hause YHVH bringen wollten;

Israels Anbetung des Schöpfers geschieht praktisch. YHVH ist es, der seinem Volk alles Gute zu Teil werden lässt. Durch die Erstlinge erwidert Israel Dankbarkeit und Lob. Gleichzeitig vertrauen sie darauf, dass sie immer genug haben werden. Ihre Anbetung verkündet, dass YHVH ihre Kraft und Quelle ist. Ernte, Zuwachs und Fruchtbarkeit wird Israel nicht aus eigener Kraft zu Teil. Israel wird durch YHVH gesegnet.

3.1 Vorschau auf die Ernte

Das Passahfest ist im Frühling. Dieses Fest und die Darbringung der Erstlinge bieten einen Ausblick auf das gesamte Jahr. Später mussten zu dem Weizen und der Weinernte die Erstlinge nicht erneut auf diese Weise hereingebracht werden, um Sie vor YHVH zu weben. Das erste Bündel oder die Garbe der Gerste wurde zum Priester gebracht, welcher sie anschließend zermalmte, bis feines Mehl gewonnen wurde. Dieser Ertrag bildete dann die Darbringung. In dieser Aufstellung ist die Erstlingsgarbe auch wie eine Art Stichprobe. Die Qualität der Erstlingsfrüchte gibt Aufschluss über die zu erwartende Ernte, welche in Kürze folgt.

Großbetriebe gehen manchmal nach ähnlichem Schema vor. Bei einer Mengenbestellung von einer gewissen Ware, wie z.B. Sesam oder Marmorsteinen, genügt meistens die Anforderung einer „Kostprobe“. Auf Basis der Proben kommen dann üblicherweise Verträge zu Stande. Bezogen auf die dargestellte Güteklasse, nennt der Auftraggeber nach Übereinstimmung nun dem Vertreter der verkaufenden Firma die Summe der gewünschten Ware. Die zu liefernde Menge muss dann der zuvor präsentierten Qualität entsprechen. Was hätte dies alles mit dem Passahfest, der Gerste in Israel und der Darbringung im Tempel zu tun?

Vorerst rufen wir uns in Erinnerung, dass die Darbringung innerhalb der Passahwoche geschieht. Das Passahfest feiert an sich Israels Erlösung aus der Knechtschaft, und erst mit dem Auszug aus Ägypten wurde Israel als Nation geboren. Dieses Fest soll in künftigen Generationen folglich in Gedenken an diese Errettung sein. Zeitlich wurde das Passahfest von YHVH auf den Frühling gelegt, und zu diesem Zeitpunkt fängt die ganze Schöpfung an zu blühen. Die Gerste ist die erste Feldfrucht, die nun zur Ernte bereitsteht; sie ist zeitgleich mit Israels Feier des Erlösungsfestes erntereif. Es ist demnach kein Zufall, dass eine bevorstehende Ernte mit Israels Erlösung verbunden ist: denn das erlöste Volk stellt sinnbildlich Gottes Ernte dar (Matt. 9:38).

Dennoch bleibt die Frage, über was die Erstlingsfrucht uns Aufschluss gibt. Zusammengefasst sind dies die Eigenschaften der ersten Garbe:

  • Eine Probe musste als erstes YHVH gebracht werden
  • diese wurde anschließend vom Priester zerquetscht
  • daraufhin wurde sie mit weiteren Opfergaben dem Schöpfer dargebracht

Wir sehen, dass die dazu gebrachten Opfer auf Yeshuas Opfer Hinweise geben:

3.Mo. 23:12: Ihr sollt aber an dem Tag, an dem ihr eure Garbe webt, YHVH ein Brandopfer opfern von einem makellosen einjährigen Lamm,
13 und das dazugehörige Speisopfer, zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl angerührt, ein Feueropfer, YHVH zum lieblichen Geruch, sowie das dazugehörige Trankopfer, ein Viertel Hin Wein.

Das zarte Lamm erinnert an das Passahlamm, welches geschächtet und am Feuer geröstet wurde. Es deutet auf Yeshuas gänzliches Opfer. Der Opfertod des Messias wird so beschrieben, dass Yeshua für unsere Sünden „zerschlagen“ wurde (Jes. 53:5). Das Feinmehl, das Öl und der Wein sind Produkte, welche zuvor zermalmt werden müssen, ehe sie gebraucht werden können. Ebenfalls zeigen diese auf Yeshua. Yeshuas Kommen zur Erde hatte genau diesen Zweck: dass Er für uns zerschlagen wird. Es war Israel bereits lange Zeit im Voraus verkündet worden, was vorerst in ihrem Messias zu erwarten war.

Das Sinnbild des Pessachs ist, dass Israel durch das Blut des Lammes erlöst wurde. Wenn die reife, reiche Gerstenfrucht (welches Israel repräsentiert) erst nach der Darbringung der Erstlingsfrucht geerntet werden kann, dann wissen wir jetzt bereits, dass diese auf Yeshua deutet.

1.Kor. 15:20: Nun aber ist Messias aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.

4.1 Yeshua vor dem Vater

Die Autoren des Neuen Testaments, welche gänzlich in der Torah, den Propheten und den Schriften unterrichtet waren, sahen alle diese Eigenschaften der Festtage in Yeshua erfüllt und haben uns die entsprechenden Details dokumentiert.
Die heutige Kirche weiß aber weder etwas von den Festtagen, noch scheint sie sich darum zu kümmern, dieses Verständnis zu bekommen. Dies ist auch ein Grund, weswegen bis heute viele Yeshuas Auferstehung zu heidnischen Festtagen wie „Ostern“ verknüpft sehen wollen. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein: denn Yeshuas Tod und Auferstehung folgen dem Muster der biblischen Festtage.

Genau am Tag des Pessach, dem 14. Aviv, gab Yeshua Sein Leben für uns auf. In jenem Jahr fiel dieser Tag auf die Mitte der Woche. Unmittelbar vor dem Tageswechsel, am Abend des 14. in den 15. Aviv hinein, geschah Seine Grablegung. Seine im Voraus verkündete Zeit, von drei Tagen und drei Nächten im Grab, endete somit mit dem Ausgang des 17. Aviv, welcher ein Sabbat war. So ist Yeshua schon mal nicht am „Sonntagmorgen“ auferstanden. Das Neue Testament bestätigt sehr klar, dass das Grab bereits leer war, als die Frauen am Sonntagmorgen zum Grab kamen!

Joh. 20:1: Am ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war.
2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Yeshua lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben!

Die Hervorhebungen wurden hinzugefügt um diese Tatsachen zu untermalen. Sehr kurz nach diesem Ereignis muss es demnach gewesen sein, als Yeshua sich der Maria Magdalena offenbarte:

Joh. 20:15: Yeshua spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen!
16 Yeshua spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißt: »Meister«

Als Maria den auferstandenen Herrn nun erkannte, musste sie anscheinend auf Ihn zugelaufen sein, um ihn mit einer Umarmung zu begrüßen. An dieser Stelle gebot Yeshua ihr, aus einem ganz bestimmten Grund, Einhalt:

Joh. 20:17: Yeshua spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.

Es liegt eine Bedeutung darin, dass Yeshua noch nicht berührt werden wollte. Nicht umsonst hat uns Johannes dieses Detail überliefert, denn dies geschah am Sonntag (siehe nochmal v.1). Die Passahwoche währte hier noch, und somit war es der einzige Tag, an welchem die Erstlingsfrüchte dargebracht werden konnten. Yeshua wollte am Tag der Erstlingsfrüchte, parallel zu der Zeit, wo der Priester die zermalmte Gerste vor YHVH im Tempel webt, zum Vater auffahren, um sich nach seiner Auferstehung zu präsentieren! Es ist Erstlingsfruchttag und Yeshua ist der Erstling!

1.Kor. 15:20: Nun aber ist Messias aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.

4.2 Yeshua als Erstling

Hiernach war es dann erlaubt, Yeshua anzurühren.

Luk. 24:36: Während sie aber dieses redeten, stand Er selbst in ihrer Mitte und spricht zu ihnen: Shalom!
37 Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist.
38 Und Er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen?
39 Sehet meine Hände und meine Füße, dass ich es selbst bin; betastet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe.

Die Beschränkung Ihn nicht anzurühren bezog sich auf die direkte Zeit nach Seiner Auferstehung. Als allererstes musste Er sich oben im Himmel dem Vater präsentieren. Danach war Er weitere 40 Tage auf der Erde (Apg. 1:3), bevor Er in den Himmel stieg, um dann eines Tages dann wiederzukommen. Diese Details sind wunderschöne Verheißungen für uns!

Die Tatsache, dass Yeshua beim Vater war, auf die Erde zurückkam und dann wieder zurück in den Himmel stieg, spricht davon, dass der Vater Sein Opfer vollkommen angenommen hat! Später in der Offenbarung an Johannes sehen wir den verherrlichten Herrn Yeshua beschrieben. Hier war Er nicht mehr Fleisch und Blut. Johannes, Sein geliebter Apostel, kannte den Meister von Angesicht zu Angesicht nur als Fleisch und Blut. Als er nun den mächtigen, verherrlichten Messias sah, erschrak er fast zu Tode:

Off.1:12: Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, welche mit mir redete, und als ich mich umgewandt hatte, sah ich sieben goldene Leuchter,
13 und inmitten der sieben Leuchter einen gleich dem Sohne des Menschen, angetan mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewande, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel;
14 sein Haupt aber und seine Haare weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme,
15 und seine Füße gleich glänzendem Kupfer, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser;
16 und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging hervor ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.
17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte
18 und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.

Zusammengefasst bedeutet dies: Yeshua präsentierte sich nach seinem Opfertod dem Vater. Der Vater sah und akzeptierte Yeshua vollkommen als den Erstling: es folgt also eine Ernte. Diese Ernte ist sein Volk Israel - mit den hinzugefügten, an Ihn glaubenden Heiden (Jes. 14:1, 60:3-4). Dann sehen wir Yeshua verherrlicht: eine Verheißung darauf, dass seine Nachfolger ebenfalls verherrlicht werden. Sind dies nicht wunderbare Nachrichten? Betest du mit mir, dass der Kirche die Augen für Seine Festtage geöffnet werden?

4.2 Yeshua und Israel

Wir beschrieben zuvor auch die Bedeutung darüber, was die Qualität der Erstlingsfrucht aussagt. Der Vater hatte Yeshua als Erstling angenommen und dies bedeutet, dass Er in der folgenden Ernte eine Qualität erwartet, welche Yeshua entspricht!

Können wir dies noch klarer beschreiben? Es kursiert oft der Gedanke, dass der Opfertod des Messias jegliche Anforderung an Seine Nachfolger hinweg nimmt. Nichts ist der Wahrheit ferner! Messias ging einen leidigen, schmerzvollen Weg zu seiner Verherrlichung: und wiederholt hatte Er uns gelehrt, dass dies auch unser Weg in der Nachfolge sein wird. Die heutige Meinung, dass Er all Seinen Nachfolgern vergibt und Sie verherrlicht werden, ohne dass dies für sie mit Leiden und Anstrengung verbunden sein wird, muss demnach fast an Wahnsinn grenzen.  Wie ein Prediger es mal trefflich formulierte „in dem Evangelium vieler Christen ist Jesus der Einzige, der das Leiden erleben muss!“ Freilich mag dies sein, es ist nur nicht das Evangelium der Bibel.

Es ist Zeit, dass wir uns ausstrecken, ganz mit ihm gekreuzigt zu werden. Der Demütigung und Schmach des Kreuzes wollen wir nicht entgehen, denn es ist der Weg, um eines Tages wieder vereint zu werden, mit unserem geliebten Herrn Yeshua. Jetzt werden wir geformt, in dieser Lebenszeit, damit unser Wesen und Charakter so wird wie bei Ihm. Dies ist die Voraussetzung um verherrlicht zu werden.

Sein Auffahren zum Vater am Tag der Erstlingsfrucht bedeutet sinngemäß, dass die Ernte (seine Nachfolger, die Er eines Tages dem Vater zeigen wird) so sein werden wie Er. Mit Seinem Erscheinen beim Vater wird YHVH einen jeglichen nur auf der Erlösungsbasis Seines Sohnes annehmen. Dies durch Seine Kraft zu erreichen, ist unser Lauf! (Hebr. 12:1).

5.1 Zählung des „Omer“ und der Ablauf

Die Darbringung der Erstlinge geschieht immer an einem Sonntag. Die biblischen Bestimmungen geben dies vor, und von diesem Tag an werden 50 Tage gezählt bis zum Wochenfest. Sozusagen bestimmt der Erstlingsfruchttag den richtigen Anfang für das Pfingstfest.

3.Mo. 23:15: Danach sollt ihr euch vom Tag nach dem Sabbat, von dem Tag, da ihr die Webegarbe darbringt, sieben volle Wochen abzählen,
16 bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen, und dann dem Herrn ein neues Speisopfer darbringen.

5.Mo 16:9: Sieben Wochen sollst du dir abzählen; wenn man anfängt, die Sichel an die Saat zu legen, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen.

Aus den Schriftstellen erkennen, wir dass die Zählung sowohl sieben Sabbate, als auch sieben Wochen enthalten wird. Wenn wir zum Wochenfest kommen, dann werden wir uns diese Details etwas näher anschauen. Für jetzt geht es uns darum diese Zählungen im Praktischen zu verstehen. Im Judentum versteht man heute die Textstelle „nach dem Sabbat“ als nach dem Feiertag des 15. Aviv,

welches demnach nach dem ersten Tag der ungesäuerten Brote wäre. Nach dieser Berechnung beginnt die Zählung angeblich am 16. Aviv - und von da aus zählt man den „Omer“. Dies ist das Wort, welches bei uns als „Garbe“ übersetzt wurde. Omer (עמר) bezeichnet eine bestimmte Maßeinheit, welches in diesem Fall aussagt, wie viel von der Gerste tatsächlich gewebt wird. Hört man demnach die Redewendung „den Omer zählen“ (Hebr.: Sefirat HaOmer), bedeutet dies einfach die Zählung der 50 Tage, beginnend ab der Darbringung der Garbe.

Obgleich es schon mal vorgekommen ist, dass ein Feiertag als „Sabbat“ in der Schrift betitelt wurde (3.Mo. 23:32), kann diese Auslegung wegen den zuvor zitierten Versen nicht stimmen. In der Zählung der 50 Tage müssen 7 Sabbate und gleichzeitig dabei 7 Wochen vorhanden sein. Dies kann nur funktionieren, wenn die Zählung an einem Sonntag begonnen wurde. Praktisch sieht es dann so aus, dass wir immer an dem Sonntag (es wird immer nur einen in einer Woche geben) innerhalb der Passahwoche mit der Zählung beginnen. Dazu ein paar Fallbeispiele.

A: Passah an einem Wochentag

Wenn der Tag des Passahs (der 14. Aviv) auf einen Dienstag fällt, bedeutet dies, dass das Mahl am  Dienstagabend genommen wird. Demnach begann der Tag des 14. Aviv am Montagabend. Am Sabbat ist dann der reguläre Wochensabbat und mit dem Sonntag beginnt die Zählung des Omers. Hier gibt es keine besonderen Vorkommnisse.

B: Passah am Freiatg (vor dem Sabbat)

Wenn der Tag des Passahs (der 14. Aviv) auf einen Freitag fällt, bedeutet dies, dass das Mahl am Freitagabend genommen wird. Demnach begann der Tag des 14. Aviv schon am Donnerstag-abend. Aber in diesem Fall beginnt jetzt der reguläre Wochensabbat mit dem Ausgang des Abends am Freitag. Dies bedeutet, dass der reguläre Wochensabbat jetzt zeitgleich mit dem 15. Aviv zusammenfällt. Der 15. Aviv ist an sich auch ein Feiertag, und ebenfalls ist der Sabbat ein Ruhetag. Somit sind es zwei Feiertage an einem Tag. Es ist so, als wenn ein regulärer gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag fallen würde. Mit dem Sonntag beginnt die Zählung des Omers. In diesem Fall beginnt die Zählung des Omers jetzt tatsächlich am 16. Aviv, aber nicht wegen der rabbinischen Überlieferung sondern weil die Tage sich so überschnitten haben.

C: Passah am Sabbat

Wenn der Tag des Passahs (der 14. Aviv) auf einen Samstag fällt, bedeutet dies, dass das Mahl am Samstagabend genommen wird. Demnach begann der Tag des 14. Aviv am Abend vom Freitag. Hier haben wir jetzt den Tag des Passahs, welcher regulär kein Feiertag ist, der jetzt aber als ein Feiertag gehalten wird: weil dieser auf den Sabbat gefallen ist. Jetzt ist der Sonntag auch gleichzeitig der 15. Aviv und hier gibt es die „Herausforderung“: der einzige Sonntag in der Passahwoche ist nun mit einem Feiertag „belegt “. Wegen dieser Schwierigkeit verstehen einige nun die Zählung des Omers, auf eine Woche später zu verlegen: d.h. auf den nächsten Sonntag.

Die Schlussfolgerung ist nachvollziehbar, weil jetzt zu viele Dinge zusammengekommen sind: der erste Tag der Ungesäuerten Brote fällt jetzt zusammen mit der Erstlingsfrucht. Dieser Tag ist an sich z.B. kein Feiertag, während der 15. Aviv aber immer einer ist. Dennoch, wenn wir um eine Woche verschieben würden, befänden wir uns mit der Zählung außerhalb der Passahwoche. Dies können wir biblisch nicht bestätigt sehen, da Yeshuas Erscheinen beim Vater innerhalb der Passahwoche geschah. Diesen eben beschriebenen Fall erlebte der Autor zum ersten Mal im Jahre 2015. Demnach halten wir den Tag der Erstlingsfrucht und den ersten Tag der ungesäuerten Brote zusammen.

Dies beschreibt im Kern der Tag der Erstlinge. Mehr wollen wir nun darüber erfahren, was uns zum Wochenfest (Shavuot) erwartet.