1.1Ungesäuerte Brote nach Pessach

Im Frühjahr des biblischen Jahres (März-April) feiern wir das erste Fest: das Passahfest (ab jetzt nutzen wir zum größten Teil das Wort „Matza“, um in diesem Artikel das Fest zu beschreiben.

Für das Passahfest nutzen wir das Wort „Pessach“). Direkt im Anschluss des Pessachs beginnt das Fest der ungesäuerten Brote. Auf Hebräisch heißt das Fest „HaChag HaMatzot“; das Wort Matzot beschreibt die jüdischen, flach gebackenen Brotfladen, die innerhalb der Festwoche gegessen werden und einen eher geschmack-losen Eindruck erwecken. Das Fest an sich beginnt am 15. des Monats Aviv (um zu verstehen wie die Tage und der Kalender im biblischen berechnet werden, siehe die Artikel „Wann Beginnt Ein Tag?“ u. „Der Biblische Kalender“).

2.Mo 12:17: Und haltet das Fest der ungesäuerten Brote! Denn eben an diesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt; darum sollt ihr diesen Tag als ewige Ordnung einhalten bei euren künftigen Geschlechtern.

Die Bibel beschreibt das Matzabrot als das „Brot der Drangsal“ und verbindet es mit der Zeit, welche Israel in der ägyptischen Sklaverei zubrachte:

2.Mo. 13:3: Da sprach Mose zu dem Volk: Gedenkt an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten gezogen seid, aus dem Haus der Knechtschaft, dass YHVH euch mit mächtiger Hand von dort herausgeführt hat: darum sollt ihr nichts Gesäuertes essen!

5. Mo 16:3: Du darfst nichts Gesäuertes dazu essen. Du sollst sieben Tage lang ungesäuertes Brot des Elends dazu essen, denn du bist in eiliger Flucht aus dem Land Ägypten gezogen; darum sollst du dein Leben lang an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten gedenken!

Wer das herkömmliche Matza, wie z.B. aus dem Supermarkt schon mal gegessen hat, weiß um den geschmacklosen Zustand des Brotes. Wir müssen die Bezeichnung „Drangsal“, welche mit dem Brot verbunden ist, allerdings nicht so verstehen, dass Israel sich nun knechten muss, so als wäre das Fest eine Art Strafe und Selbstkasteiung wegen der vorherigen Sklaverei. Vielmehr ist es so, dass das ungesäuerte Brot das „Neue“ darstellt, in welchem Israel nun fortan wandeln wird. Wir werden zum ersten Mal beim Exodus dazu aufgerufen, das „Fest der Ungesäuerten Brote“ zu halten. Beim Auszug aus Ägypten wird das Pessach eingeführt. Mittendrin kommt eine Beschreibung zu Matza, und dann geht es mit dem Pessach weiter. Von den anderen Festtagen wird hier erst mal nichts erwähnt. Später im 3. Buch Mose werden dann alle Festtage detailliert aufgelistet und beschrieben.

Die Einbettung von Matza in das Pessach zeigt uns die enge Verknüpfung, die zwischen diesen zwei Festtagen besteht. Auch die Festlegung der Tage ist aufschlussreich, denn Pessach fließt nahtlos am Abend in das Matzafest über. So eng verbunden sind diese Festtage, dass die Begriffe Pessach und Matza im Neuen Testament manchmal austauschbar verwendet werden (z.B. Mark. 14:12).Die enge Verbindung vom Matzafest zu Pessach zeigt, dass dieses neue „ungesäuerte Volk“ Israels Ausgang sein wird, durch die Erlösung, die das Pessachlamm (Yeshua) errungen hat. Sauerteig ist ein Sinnbild auf die Sünde: das, worin der alte Mensch so verstrickt war.

Mark. 8:15: Da gebot er ihnen und sprach: Seht euch vor, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!

1.Kor. 5:6: Euer Rühmen ist nicht gut! Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?
7 Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Messias
8 So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.

Gal. 5:9: Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.

So feiert Israel nun mit dem Matzafest Gottes Sieg über die Knechtschaft, den Auszug seines Volks, und die endgültige Zerstörung des Pharao und seiner Rotte im Roten Meer. Aus diesen beiden Festtagen, welche so eng miteinander verknüpft sind, entsteht ein harmonisches Bild. Die Erlösung durch das Pessachlamm bewirkt zum einen die Freilassung Israels aus der Sklaverei (Drangsal). Ägypten wird demnach als Ort dieser Drangsal und Knechtschaft genannt (2.Mo. 20:2,5.Mo 4:20). Die Erlösung hat darüber hinaus jetzt ein weiteres Ziel und dieses ist es, ein Volk in neue Lebenswege zu führen. Dieses ungesäuerte Volk ist nun bereit Gottes Wege zu lernen, indem es sich nach seiner Torah ausrichtet.

Welcher Lerneffekt entsteht hier und was wäre uns damit vermittelt, wenn das Matzafest z.B. erst eine Woche nach dem Pessach gehalten wird? Würde dies uns gedanklich die Kraft und Wirkung, welches das Blut des Lammes (Yeshua) bewirkt, für gering schätzen lassen? Die symbolische Bedeutung dafür, dass dieses ungesäuerte Brot nun sieben Tage lang gegessen werden soll, betrachten wir in einem späteren Abschnitt. Yeshua hat uns erlöst und wir gehen siegreich dem Neuen Land entgegen. Yeshuas Erlösung war in unserem Leben sofort wirksam, und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt.

2.1 Israel als priesterliches Volk

Im neuen Testament schreibt Apostel Petrus etwas sehr Bezeichnendes. Vorerst eröffnet er seinen Brief mit der Klarstellung, an wen der Brief adressiert ist.

1.Petr 1:1: Petrus, Apostel Yeshua Messias, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien,
2 die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Yeshua Messias: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!

Diese „Fremdlinge“ sind die Stämme Israels, die zu dem Zeitpunkt nicht im Land Israel lebten wegen der Zerstreuung. Wir wissen natürlich, dass es der Kernauftrag des Messias war, das Volk Israel wieder zu sammeln (Matt. 10:6 - siehe auch die Videoserie „Wer ist Gottes Volk"). Diese Aufgabe wurde dem Petrus von Messias Yeshua aufgetragen (Gal. 2:8). In seinem Brief schreibt Petrus nun weiter:

1.Petrus 2:9: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht
10 — euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid

Wir fragen uns vielleicht, was der Apostel mit dieser Aussage meint. Petrus verbindet hier die Loslösung aus der Finsternis, durch das Blut des Lammes (s. v.6), mit der Darbringung von Opfern zu Gott. Wenn wir die Exodusgeschichte verfolgen, wissen wir sofort, wo er diese Verbindung herleitet:

2.Mo.19:5 Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir,
6 ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.

Der Apostel verknüpft das Neue Leben in Messias Yeshua mit dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten. Diese Verbindung beschreibt sehr gut, was die Essenz und Bestimmung des Auszugs für Israel bedeutet. Die Erlösung ebnete jedem Israelit die Möglichkeit, für Gott ein Priester zu sein. Ein Priester ist jemand, welcher eine durch Gott spezifizierte Absonderung durchgemacht hat, damit er hiernach in Gottes Nähe kommen kann. Diese Absonderung umfasste später eine rituelle Reinigungszeit von sieben Tagen. Diese sieben Tage Versinnbildlichen die genaue Dauer der Zeit, in welcher Israel das ungesäuerte Brot essen sollte! Bildlich ist dies für uns jetzt sehr gut zu verstehen: das Blut des Lammes eröffnet den Weg für die neugeborene Nation Israel, um sofort in diese Absonderung der sieben Tage hinein zu gelangen.

Dieser Vorzug wurde jedem geöffnet, als Gott Seine Wundertaten im Land Ägypten vollbrachte. Alle, die demnach an YHVH glaubten, bestrichen Ihre Türpfosten mit dem Blut des Lammes und kamen so aus Ägypten frei. So eilig war der Auszug aus Ägypten in jener Nacht, dass keine Zeit mehr vorhanden war, den Brotteig durchsäuern zu lassen. Ägypten wurde eilends verlassen und kein Hauch von Ägyptens Sauerteig sollte je wieder in Israel gefunden werden.

2.2 Sieben Tage der Priesterlichen Absonderung

Das Pessachlamm, welches einem jeglichen Hausvater Israels abgesondert wurde, zeigt, dass die Bestimmung eines individuellen Priestertums für die kollektive Nation vorgesehen war. Durch den Vorfall bei der Anbetung des goldenen Kalbes transferierte YHVH diese Aufgabe zu den Leviten. Die Leviten kommen aus dem Stamm „Levi“. Alle aus Levi sollten nun fortan im späteren Heiligtum dienen. Es gab für sie unterschiedliche Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Allerdings konnte nicht jeder aus dem Stamm Levi eine direkte priesterliche Funktion ausüben. Diese Erwählung wurde auf die Linie des ersten Hohepriesters Aaron begrenzt, welcher ebenfalls ein Levit war (2.Mo. 28:1 4.Mo.18:7, Ps. 105:26). Alle anderen Aufgaben, wie der Transport der Stiftshütte, die Wartung der heiligen Geräte, die Instandhaltung der Bretter und Laken, Aushilfe bei den Festtagen usw., wurden durch die Leviten erledigt.

Um die Priester nun auf ihren Dienst vorzubereiten, geschieht etwas Bemerkenswertes. Der Auszug aus Ägypten erfolgte im ersten hebräischen Monat, Aviv. Ein Jahr später, im gleichen Monat, stellte Mose in der Wüste die Stiftshütte auf (2.Mo. 40:2). Die Stiftshütte ist das Heiligtum und der Ort, wo die Herrlichkeit YHVH unter den Kindern Israels wohnt. Nur die Priester dürfen dort eintreten. Direkt nach dem Einzug von YHVH in die Stiftshütte, lesen wir von den Opferbestimmungen im dritten Buch Mose. Nun erfolgte die siebentägige Einweihung von Aaron und seinen Söhnen zu Priestern (3.Mo.8-9). In dieser Zeit der Absonderung wurden gewisse Opfergaben dargebracht, und bei diesen war auch das ungesäuerte Brot mit inbegriffen:

2.Mose 29:21: Und du sollst von dem Blut auf dem Altar nehmen und Salböl und sollst Aaron und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider damit besprengen. So werden er und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider geweiht.
22 Danach sollst du nehmen das Fett von dem Widder, den Fettschwanz und das Fett am Eingeweide, den Lappen an der Leber und die beiden Nieren mit dem Fett daran und die rechte Keule - denn es ist der Widder der Einsetzung -
23 und ein Brot und einen Ölkuchen und einen Fladen aus dem Korbe mit dem ungesäuerten Brot, der vor dem YHVH steht.

Wir können also hier eine Verbindung von dem ungesäuerten Brot zu  dem von Gott erwählten Priestertum wiedererkennen. Der interessante Bezugspunkt ist also auch der Zeitpunkt der Einweihung von Aaron und seinen Söhnen. Berücksichtigen wir, dass die Stiftshütte am ersten Tag des ersten Monats aufgebaut wurde und dass dann kurz danach die siebentägige Einweihungszeit von Aaron und seinen Söhnen geschah, dann sehen wir, dass deren Einweihung zumindest nah zu Pessach war.

3.1 Priester in Yeshua

Aus all diesem verstehen wir daher in der Einweihung eine Art Neuinszenierung. In der Einweihung von Aaron und seinen Söhnen wird sowohl sinnbildlich wie auch leiblich die Absonderung des Volkes Israel verdeutlicht. Das ganze Volk wird fortan vor Gott, durch das Priestertum von Aaron, vertreten. Das Volk kann sich ab jetzt nur durch das auserwählte Priestertum zu Gott nahen. Auch hierin finden wir einen Vorschatten auf den Herrn Yeshua, welcher der Auserwählte Priester vom Vater YHVH ist! Er ist es, der uns in die Nähe des Vaters bringt.

Durch Sein heiliges Priestertum und sein Blut werden wir nun rein gemacht und darauf vorbereitet, eines Tages alle wieder vor Gott stehen zu können. Daher ist die Verbindung von Apostel Petrus sehr treffend. Durch das Blut von Yeshua ist ein jeglicher jetzt frei in Lauterkeit und Heiligkeit vor Gott zu wandeln: denn dazu sind wir, als ein priesterliches Volk, berufen.

4.1 Vorbereitung und Ablauf

Einst schaute der Autor dieses Artikels mit Verlangen auf die Beschreibung der Festtage in der Torah. Gleichzeitig entstand auch ein leicht bedrückendes Gefühl, da zu dem Zeitpunkt weder Verständnis noch Vorgehensweisen zum Fest bekannt waren. Nach Gebet eröffnete der Schöpfer dann einen Weg, diese Festtage zu halten. Sehr aufgeregt ging es nun daran, zum ersten Mal das Pessachfest und das Matzafest zu halten!

Die allgemeine Vorbereitung würde somit verlangen, dass das Haus bereits am Abend des 14. frei von Sauerteig ist. Anschließend muss dieser Zustand sieben Tage lang erhalten bleiben. Die Freude ging also mit etwas harter Arbeit einher, und praktisch war es klar was nun zu tun war. Jeder, der dieses Fest schon mal gehalten hat, weiß, dass einige Herausforderung auf einen warten. Zu den geistigen Vorbereitungen kommen noch praktische Vorkehrungen hinzu:

2. Mo. 12:15: Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuertes Brot essen; darum sollt ihr am ersten Tag den Sauerteig aus euren Häusern hinweg tun. Denn wer gesäuertes Brot isst vom ersten Tag an bis zum siebten Tag, dessen Seele soll ausgerottet werden aus Israel!
16 Und ihr sollt am ersten Tag eine heilige Versammlung halten, ebenso am siebten Tag eine heilige Versammlung. Keine Arbeit sollt ihr an diesen Tagen tun; nur was jeder zur Speise nötig hat, das allein darf von euch zubereitet werden.
17 Und haltet das Fest der ungesäuerten Brote! Denn eben an diesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt; darum sollt ihr diesen Tag als ewige Ordnung einhalten bei euren künftigen Geschlechtern.
18 Am vierzehnten Tag des ersten Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum einundzwanzigsten Tag des Monats, am Abend.
19 Sieben Tage lang darf sich kein Sauerteig in euren Häusern finden. Denn wer gesäuertes Brot isst, dessen Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israels, er sei ein Fremdling oder ein Einheimischer im Land.
20 So esst kein gesäuertes Brot; überall, wo ihr wohnt, sollt ihr ungesäuertes Brot essen!

Mit dem Sauerteig sind aber auch gängige Treibmittel, welche zum Backen genutzt werden, gemeint. Diese schließen Backpulver und Hefe mit ein, wobei in unterschiedlichen Fällen auch andere Substanzen genutzt werden, um Teige zu durchsäuern.

 Zuerst geht es demnach daran eine Bestandsaufnahme zu vollziehen. Je nach Vorrat und Menge dauert es einige Zeit, bis alle Lebensmittel überprüft sind. Entweder werden die Packungsbeilagen durchgelesen, ob diese Hefe oder Ähnliches enthalten (schnell stellt man fest, dass viele Suppentüten, Gewürze und Saucen hierfür Verfechter sind!). Oder, man begutachtet die Vorräte um direkt den Sauerteiggehalt einschätzen zu können: Pizza, Kuchen, Waffeln und Eiscreme mit Keksstücken. Erstmals scheint es als ob eine endlose Liste auf einen wartet. Anschließend wird eingeplant, wenn noch Zeit vorhanden, dass diese Lebensmittel noch vor dem Fest verwertet werden. Was nicht mehr geschafft wird, müsste vernichtet werden (nicht gelagert oder woanders aufbewahrt!). Die Töpfe und Pfannen, in welchen dieses sonst zubereitet wurde, werden nun auf Sauberkeit überprüft. Schnell stellt man dabei dann fest, dass es am besten wäre alle Schränke auszuwischen- da nicht immer klar ist, welcheLebensmittel in vergangener Zeit daneben gekrümelt sind.

Also werden dann alle Gefäße und Schränke sauber ausgewischt. Jetzt die Kleidung nicht vergessen, in deren Taschen Keksverpackungen manchmal unachtsamerweise gesteckt wurden. Weiter wird dann festgestellt, dass man das Jahr über nicht immer am Esstisch gegessen hat. Ein paar Kekse auf der Couch abends, die Pizza mit Freunden und Bekannten in kleinem Nebenzimmer, und die Liste geht immer noch weiter.

In einem Jahr zum Zeitpunkt des Festes kam Besuch, welcher eine Danksagung aussprechen wollte. Kaum wurde die Tür geöffnet, stand dieser auch schon freundlich lächelnd mitten im Flur der Wohnung mit einem Paket voller Kuchen und Gebäck! Die vorsichtig gesäuberte Wohnung war somit plötzlich voller Sauerteig. Beim auswärtigen Essen und Trinken gab es ähnliche Herausforderungen. Zum angebotenen Tee oder Kaffee griff man unüberlegt zu dem beiliegenden Keks und hatte diesen schon angebissen, bevor man voller Schrecken feststellte dass man soeben für einen Augenblick unachtsam war. Das Aufstehen, um nach den genauen Zutaten des Kekses zu Fragen, erbrachte seltsam fragende Blicke.

Dies sind Auszüge - Erfahrungen werden sicherlich variieren. Aber was vermittelt der allmächtige Schöpfer uns? In seiner Weisheit nutzt unser lieber Vater etwas,  was in unserem alltäglichen Leben allgegenwärtig ist. Diese „durchsäuerten“ Speisen sind sehr allgemein und finden sich im täglichen Leben immer wieder.Wenn nun der Sauerteig ein Sinnbild für die Sünde ist, und Er uns von dieser befreit hat, erkennen wir was unsererseits zu tun ist, um diese Sünde zu vermeiden. Der Vater möchte, dass wir die gleiche Achtsamkeit, wie beim Durchkämmen unseres Hauses nach Sauerteig, auf unser geistiges Leben anwenden.

Der Sauerteig vermittelt uns, dass die Sünde in fast allem stecken kann: beim Forschen im Internet, in Zeitungen, Literatur, Büchern, Fernsehsendungen, Theater, Einladungen, Gesprächen usw. Besondere Achtsamkeit ist von unserer Seite her nun gefordert, in diesem heiligen Wandel zu währen. Frei gekauft von der Sünde hat uns das Blut des Lammes: ohne dieses hätten wir nichts ausrichten können. Aber nun haben wir Kraft in unserem Wandel die Sünde zu vermeiden, und achtsam zu sein, dass diese uns nicht mehr verstrickt.

5.1 Siebentägige Feier

Die sieben Tage zeugen vom vollkommenen Werk Gottes, denn in sechs Tagen schuf YHVH Elohim Himmel und Erde, und am siebten Tag ruhte er. Sieben Tage deuten also auf den Abschluss und die Perfektion seiner Schöpfung. Der Augapfel Gottes ist sein Volk, und dieses ist sinnbildlich in diesen sieben Tagen (priesterliche Einweihung) formvollendet. Der achte Tag, an welchem die Priester nun vor die Stiftshütte gekommen sind, um Gott zu dienen, ist ein Ausblick auf den Tag, wo Gottes Volk nach diesem Zeitalter mit ihm in der Ewigkeit sein wird.

Der siebte Tag der Ruhe ist ein Ausblick auf die Regentschaft des Messias (Hebräer Kapitel vier). Dies ist aber noch nicht die Ewigkeit, denn in dieser Zeit wird es Fleisch und Blut auf dieser Erde geben. In der Ewigkeit sind demnach alle Gläubigen, die nun verherrlicht sind und für immer beim Vater und dem Lamm sind. Eine Siebentagewoche kann somit auf das menschliche Zeitalter deuten. Somit hat das Volk Gottes dieses Zeitalter bekommen, um nun in der Lauterkeit und Heiligkeit zu wandeln. Dieses versinnbildlicht die sieben Tage ungesäuertes Brot für Gottes Volk.

Dies geschah aber erst nachdem das Blut des Lammes vergossen wurde, und demnach können wir erst als neugeborener Mensch vor Gott wandeln, wegen Yeshuas Erlösung. Die Frage kam schon mal auf, ob die Festtage überhaupt zu halten sind und ob diese sieben Tage nicht rein symbolisch zu betrachten wären. Die Gegenfrage dazu ist: hat Gott es denn wirklich gemeint, nur sieben Tage im Jahr sündenfrei zu wandeln? Die Antwort darauf ist klar: ab dem Zeitpunkt, wo wir Yeshua angenommen haben, sind wir von der Knechtschaft der Sünde befreit und wandeln fortan in Heiligkeit und Absonderung bis zu dem Tag an dem Yeshua uns nach Hause holt, uns verherrlicht und wir allezeit beim Vater sind.

So freuen wir uns nun dieses Fest der Freude zu halten vor unserem himmlischen Vater, unserem Schöpfer und Gott, YHVH Elohim, durch die Macht und Kraft seines Sohnes Yeshua!