1.1Einleitung

Wenn wir verstehen möchten, wie Gott sein Volk erlöst, in welchem Zustand sich das Volk befand und wie Gott Seinen Plan an Seinem auserwählten Volk ausführen wird,

dann brauchen wir uns nur dem Exodus Israels aus Ägypten widmen. Das Passahfest stellt ein inniges und ausführliches Bild der Liebe und des Erlösungsplanes Gottes dar.Es gibt keine Erlösung außer in Yeshua. Alles aus Gottes Festtagen spricht und redet allein von Gottes eingeborenem Sohn. Wie Gottes Volk aus der Knechtschaft und Dunkelheit durch das Blut des Lammes entbunden wird, um dem wahren Gott in Freiheit zu dienen, ist das zentrale Thema im Passahfest („Passahfest“ und „Pessach“ werden in diesem Artikel dieses Fest beschreiben).

Gott wählte es Israel zu erlösen: der Schwerpunkt ist also, dass Israel die Sohnschaft durch Erwählung bekam und nicht, weil es den anderen Völkern gegenüber einen Vorzug hatte. Freiheit wird Israel erst dadurch kennen, dass es in dem sie Gott dienstbar sein wird. Das Passahfest ist das erste Fest aus den gesamten Festtagen in der Torah. Es beginnt im Frühjahr des hebräischen Jahres - sogar die Berechnung der jährlichen Zeit trägt den Akzent von Gottes Erlösung! Passah wurde vom Schöpfer zum ersten Mal als Erlösungsgrundlage für das Volk Israel eingesetzt, um es aus der ägyptischen Sklaverei zu befreien.

Alles zu diesem Fest deutet auf den Messias Yeshua, der Sein Blut für Sein Volk gab, um es aus der Knechtschaft der Sünde zu befreien. Das Passahlamm, das Blut, Gottes Volk in der Sklaverei, der ägyptische Herrscher usw., sind alles Typen und Schatten, die in dem Opfertod und der Auferstehung des Messias ihre Erfüllung finden. Die weiteren Festtage geben weitere Einblicke über die Beziehung des Volkes zu ihrem Gott, ihrem Wandel, und der völligen Wiederherstellung der Gemeinschaft zwischen Gott und Seinem Volk Israel. Zu Israel gehört demnach jeder, der den Messias Yeshua als persönlichen Erlöser und Herrn angenommen hat (Gal. 3:29).

Die weiteren Festtage im Frühjahr und im Herbst liefern fortführende Aspekte aus der errungenen Erlösung Gottes für Israel. Sie beschreiben weiter, wie das Volk vor Gott wandeln wird, bis sie dann zur Einsammlung der Ernte, im Laubhüttenfest, wieder mit ihrem Schöpfer vereint sein werden. Die Festtage Gottes für Israel sind wie folgt:

Frühjahr
  • das Passahfest
  • Fest der Ungesäuerten Brote
  • Darbringung der Erstlingsgarbe
  • das Wochenfest (Pfingsten)
Spätjahr
  • Posaunenfest
  • Tag der Versöhnung
  • Laubhüttenfest

 1.2 Das Passahfest

Die Festtage vom Schöpfer eröffnen im Frühjahr mit dem Passahfest und schließen mit Pfingsten zur Weizenernte ab. Dann beginnen die Herbstfeste mit dem Posaunenfest und schließen dann, zur Weinernte, mit dem Laubhüttenfest ab. Vom ersten bis zum letzten Fest ist also der Erlösungsplan des Messias Yeshua für Sein Volk in diesen enthalten.

Diese Feste sind es, die dem Volk Gottes geboten wurden zu halten. Viele denken, wenn wir dem Messias nachfolgen, haben wir seine Feste nicht mehr zu feiern. Das wird weiter damit begründet, dass all diese Realitäten sich in Ihm bereits erfüllt haben. Deswegen, so das Argument, ist jegliches Halten der Festtage heute überflüssig. Es wird dann auch gesagt, dass die biblischen Festtage "jüdische Festtage" seien. Wir lesen in der Torah aber nur von den "Festtagen von YHVH" (3.Mo.23) und nicht den „Festtagen der Juden“.

Da wir zu wenig hierüber gelehrt worden sind, konnten wir bisher mit diesen Festtagen nichts anfangen. Sobald uns aber tiefere Einblicke gewährt werden, setzen wir alles daran diese Festtage zum rechten Zeitpunkt einzuhalten. In Ägypten wurde das Passahfest nur Israel gegeben. Wir schauen uns den Anfang des Festes an, betrachten dann die Bedeutung dessen, die Prophetie, die Erfüllung und die Realität heute für uns.

Das Passahfest verkörpert die Erlösung für Gottes Volk durch das Lamm Gottes, Yeshua Messias. Im Zentrum der Festtage steht das Werk, die Person und die Essenz des Messias. Als Erstes schauen wir uns aber das Volk an, welches die Erlösung bekommen hat. Dieses Volk ist Israel. Wie, wann und wo entstand Israel? Der Vater der Nation Israel ist Abraham. Was Israel als Volk darstellen wird und was für einen Auftrag es hat, sehen wir im Leben und der Berufung Abrahams abgebildet.

2.1 Ein Typus in Abraham

Es ist erstaunlich, dass die heutige Gemeinde wenig bis nichts über Vater Abraham lehrt oder versteht. Das Neue Testament spricht viel von Vater Abraham. Da er der Glaubensvater aller Gläubigen ist, werden seine Eigenschaften - hierbei primär sein hohes Vertrauen und Glauben an Gott - glänzend hervorgehoben. Dies ist eine Sache, welche die Kirche heute leider nicht versteht oder eventuell nicht verstehen möchte. Losgetrennt von ihren Wurzeln, fällt es ihr sehr schwer mit Vorbildern und Typen aus dem ersten Testament zurechtzukommen.

Dabei ist eine Erlösung für den Einzelnen nur in Verbindung mit dem Volk Israel greifbar. Viele glauben, dass die heutige „Kirche“ Israel darstellt. In diesem Punkt hat die Kirche wohl etwas verstanden: Gottes Bündnisse, Handlungen und Verheißungen gelten nur dem Volk Israel. Aber zu glauben dass die heutige Kirche - dazu auch noch christlich - nun dieses Volk darstellt, ist irreführend. Wenn Israel ersetzt werden könnte, dann gäbe es für keinen Menschen auf dieser Erde einen Bund. Denn Gott hatte bei sich selbst geschworen, dass Abraham der Vater aller Gläubigen sein wird (siehe 1. Mo. 22:16, Hebräer 6:13).

Vater Abraham wurde von Gott gerufen, als seine Familie noch anderen Göttern diente und Gott nicht kannte (Josh.24:2-3). Abraham musste somit in die Erkenntnis vom wahren Gott durch Gott selbst berufen werden. Dies wird auch später ein Grundtenor im Volk Gottes sein. Gottes Volk wird sich dadurch kennzeichnen, dass Gott an ihm Barmherzigkeit verübte und nicht umgekehrt; dass sie Gott suchten. Das Anbeten von anderen Göttern, außer dem wahren lebendigen Gott, wird in der Bibel mit Sklaverei gleichgesetzt (5.Mo.28:64). Sobald das Volk aber durch Gott von den falschen Göttern befreit ist, ist es der Auftrag des Volkes Gottes, seinem Gott mit einfältigem Herzen zu dienen.

Dies sehen wir in Abrahams Leben sehr gut dargestellt. Ein fast beispielloses Glaubensleben führte er mit seinem Gott. Zuvor war sein Name Abram, und dies bedeutet "erhöhter Vater". Später wird der Name zu Abraham geändert, was "Vater vieler Völker" bedeutet. Gott ruft Abraham, um mit ihm einen Bund einzugehen. Das macht Gott immer so, denn Er handelt ausschließlich über Bündnisse. Teil dieses Bundes mit Vater Abraham war das Versprechen eines großen Stück Landes. Dies ist das Land, welches Israel auch später zugesagt wurde. Ein Teil davon wurde später unter Joshua auf die 12 Stämme aufgeteilt.  Beim Schließen dieses Bundes mit Abraham demonstrierte der Allmächtige, dass alle Verpflichtungen des Bundes auf Ihm alleine ruhten (1.Mo. 15:17).

Was beinhaltet dieser Bund im Ganzen genau? Gott machte mehrere Bündnisse mit Abraham. Aber diese sind als Stufen zu verstehen, welche zum eigentlichen Bund führen. Das endgültige Ziel ist die Wiederzusammenführung zwischen Gott und seinem Volk, und dies geschieht durch die Opferung des Erlösers! YHVH kauft Sein Volk aus der Sklaverei für Sich, durch das Blut Seines Sohnes. Es ist demnach nicht so zu verstehen, dass es in der Bibel verschiedene Bündnisse gibt, wie manche meinen. Sondern Gott  geht mit Seinem Volk schrittweise Seinen Plan durch, bis wir am Ende des Buches der Bibel den vollen Ratschluss in Yeshua entfaltet und erfüllt vor uns sehen können.

Im Prinzip ist der Bund mit Abraham sozusagen eine Weiterführung der Verheißung an Adam und Eva im Garten Eden. Ihnen wurde versprochen, dass es einen Erlöser geben wird (1. Mo. 3:15). Dass dieser Plan ein Volk, ein Priestertum, eine Stiftshütte, die 10 Gebote und die Satzungen, die Beschneidung, ein Land der Verheißung usw. beinhalten wird, wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht von YHVH offenbart.

2.2 Wer ist das Volk Israel?

Da selbst Vater Abraham aus der Finsternis gezogen wurde, kann es nicht sein, dass YHVH eine bestimmte Blutlinie bevorzugt. Aus dem Patriarch wurde ein Volk, und diese Blutlinie, welche aus ihm kommt, wird ab dem jetzigen Zeitpunkt von Bedeutung sein. Aus Abraham stammt Isaak, aus Isaak Jakob und aus Jakob die zwölf Stämme. Aus den zwölf Stämmen entstand die große Nation Israel. Dies ist im klassischen Sinne das was mit Israel, Gottes Volk, in der Bibel gemeint ist.

YHVH ist aber kein Anseher der Person, und er bevorzugt keine Ethnizität. Die Absonderung Abrahams aus den Nationen ist das Sinnbild für Gottes Volk. Alle waren einmal Sünder. Gottes Volk kennzeichnet lediglich die, denen Er vergeben hat. Der Weg und Prozess, wie er Seine Erlösung vollbringt, wird an Israel verdeutlicht. Hier ist nicht Ort und Stelle um alle Details und Historie aufzulösen (siehe dafür die Videoserie „Wer ist Gottes Volk?“).

Aber den Kern, Korpus oder Prototyp bilden schon wahrhaftig die zwölf Stämme Israels. Israel ist und bleibt das Fundament des Volkes Gottes und ist nach wie vor das verheißene Volk. Alle Erlösten werden in das Volk Israel eingepfropft. Den Prozess hierzu erklärt der Apostel Paulus im Römerbrief (Kapitel 9-11).

2.3 Der Bund zum Land (1.Mo. 15)

Während der Bundesschließung mit Abraham prophezeit der Allmächtige, dass das Volk, welches aus ihm kommen wird, eines Tages in einem fremden Land gefangen gehalten wird. Nach einem Ablauf von vier Generationen würden sie dann mit großer Habe ausziehen, nachdem die Nation, welche sie versklavte, wiederum von Gott gestraft wird. Dies wurde Israels Geschichte. Ein Vorschatten hierzu bestand aber bereits im Leben Abrahams. Dies ist nur eine sehr kurze Zusammenfassung vom Leben des Patriarchen.

Gleichwie Abraham Gott diente und nachfolgte, soll Israel nun eines Tages tatkräftig und sinngemäß in den Fußstapfen ihres Vaters wandeln. Dies wird den alleinigen Grund für Israels Existenz bilden: ewige Gemeinschaft mit ihren Gott und Schöpfer zu haben. Dies ist darüber hinaus der einzige Grund, weswegen wir an den Namen und die Person von Yeshua glauben werden; um durch Ihn dem Vater Ehre zu geben und in Seinem vollkommenen Willen zu wandeln. Das grundlegende Thema in diesem Ganzen ist also Gottes Erlösung. Jahrhunderte später wird Gottes Liebe und Erlösung für Israel eindrücklich in der Nacht des Passahs bewiesen.

3.1 Passah-Vorbereitung in Ägypten

Israels hoffnungslosen Zustand der Versklavung sehen wir in dem Zustand bestätigt, in welchem Mose sie vorfand. Der Pharao (ein Sinnbild für den Erzfeind) hat keine Absicht Israel ziehen zu lassen. Durch den Sündenfall Adams fiel die ganze Menschheit unter Satans Versklavung. Der Mensch war nun hoffnungslos ausgeliefert und käme aus dieser Lage nie wieder heraus. Dieses Bildnis ist sowohl in Adam zu sehen, als auch in Israel vor der Erlösung. Halleluja für Yeshua!

Das Leben des Volkes war voller Mühsal, schwerer Arbeit und hartem Frondienst. Mose (ein Sinnbild der Torah) tritt in Verbindung mit Aaron (dem Priestertum), dem Pharao entgegen. Ihre Personen stellen auch ihren Dienst dar. Aus Gottes Kraft heraus gewirkt, wird die Nutzlosigkeit und Kraftlosigkeit der ägyptischen Götter offenbart. Die Macht des Feindes ist gegen den allmächtigen Schöpfer nichtig. Aber die Befreiung des Volkes geschieht nicht durch Mose und Aaron.

Der Dienst von Mose war es unter anderem, Gottes Volk zu bestätigen, zu ermutigen und es auf den Auszug aus Ägypten und den Einzug ins verheißene Land vorzubereiten. Gleichzeitig bereitete ihre Anwesenheit dem Land Ägypten vielerlei Kummer, denn durch sie wurden die Plagen angekündigt und das Land wurde schwer getroffen. Auch diese Ausführungen bieten nur eine kurze Zusammenfassung des Szenarios.

Bis zur neunten Plage weigerte sich der Pharao Israel ziehen zu lassen. Die Plagen haben bis hierhin Ägypten fast vollständig vernichtet (2.Mo. 10:7). Vor der zehnten Plage über Ägypten geschieht die Einsetzung des Passahfestes. Gott holt selbst noch einmal zum Schlag gegen die Götzen Ägyptens aus (2.Mo.12:12). Erst dann wird Gottes Volk ziehen können.

3.2 Drohendes Strafgericht über Ägypten

Die Plagen über Ägypten beziffern in Wirklichkeit Gottes Kampf gegen die geistigen Mächte, welche Israel versklavt hielten. Israel ist Gottes Volk, und Ihre Versklavung hindert ihre Anbetung zu Gott. Hierdurch wird Gottes Ehre geschmäht, also steht Gottes Ehre auf dem Spiel. Gott erlöst sein Volk um seines Namens willen (Jes. 43:25, Ps. 23:3), um sich durch Israel zu verherrlichen (Jes. 43:21).

Von der ersten Plage der Verwandlung des Nils in Blut, bis zur neunten, in welcher gänzliche Finsternis über Ägypten kam, geht der Allmächtige gegen verschiedene Gottheiten Ägyptens vor. Gott bestraft das Land Ägypten sowohl wegen ihres Götzendienstes, als auch für die Misshandlungen an Seinem Volk.

2.Mo. 12:12: Denn ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Land Ägypten schlagen, vom Menschen bis zum Vieh, und ich will an allen Göttern der Ägypter ein Strafgericht vollziehen, ich, YHVH.

Als Mose dem Pharao die anfängliche Forderung stellte, das Volk ziehen zu lassen, übergab er Gottes Botschaft an den ägyptischen Herrscher, dass Israel Gottes erstgeborener Sohn ist (2.Mo. 4:22). Israel die Freilassung zu untersagen, würde den Tod des Erstgeborenen Ägyptens zur Folge haben (2.Mo. 4:23). Dies wurde demnach gleich zu Anfang unmissverständlich klargestellt.

Pharao reagierte auf die Forderung jedoch nicht, und der Kampf wurde somit eröffnet, in dem die Plagen sukzessiv über Ägypten fielen. Dadurch wird Gott Ägypten strafen, Aufmerksamkeit erzwingen, Gelegenheit zur Umkehr bieten und zum Schluss Sein Volk erlösen.

Die erste Plage streckte sich gegen den Nil aus. Der Nil wurde von den Ägyptern als Gottheit angebetet und bot dem Volk eine wichtige Nahrungsquelle mit Fisch dar. Die weiteren Plagen demütigen Ägypten in Ihrem Götzendienst und gipfeln dann in der 10. Plage zum Tod aller Erstgeborenen des Landes Ägyptens. Im Prinzip können wir sehen, dass jenes, was Gott von vornherein androhte, auch letztlich passierte - nur vielleicht nicht in der Geschwindigkeit, wie man es vermutet hätte. Die zehnte und schwerste Plage war die einzige Plage, die den direkten Tod von Ägyptern forderte.

An dieser Stelle sei noch etwas vermerkt. Wir sprachen bereits von der Blutlinie und davon, dass Gott kein Anseher der Person ist. In dem Verständnis von Gottes Volk, Israel, und Ägypten glauben wir nicht darin die Antwort zu finden, dass alle Erlösten in der Nacht des Passahs ausschließlich die Menschen waren, die aus der Blutlinie Jakobs kommen.

Wir meinen die Tatsache darin bestätigt zu sehen, dass all diejenigen, die im Land Ägypten aus Glauben das Blut des Lammes an die Türpfosten brachten und hierdurch das Land verließen, als „Israel“ bezeichnet werden. Es wird uns auch berichtet, dass ein Mischvolk aus Ägypten zog (2.Mo. 12:38).  Logischerweise umwälzen aber alle Ereignisse des Exodus das zentrale Volk; die Kinder der zwölf Stämme. Um sie drehte sich ursprünglich alles, und sie bieten die Bühne für die Erlösungsgeschichte.

Alle, die mit ihnen ziehen, gehören künftig auch zu den zwölf Stämmen. Denn das Verlassen von Ägypten ist symbolisch: es bezeugt die Bereitwilligkeit den Götzendienst vollständig hinter sich zu lassen, im Aufbruch zu Neuem, welches Gott schafft. Losgekommen ist ein jeglicher nur durch das Blut des Lammes, denn das Blut des Lammes errettete von dem Tod. Gehen wir jetzt mal davon aus, dass zahlreiche Ägypter in den vielen Jahren des Götzendienstes nie zur Erkenntnis des wahren Gottes gekommen sind. Das Auftreten von Mose und Aarons gegen Pharao diente einem jeglichen Ägypter nach nur kurzer Zeit als Beweis, dass YHVH Elohim, der Gott der Hebräer, nur der allein wahre Gott sein konnte.

Gott wird und muss den Götzendienst strafen - aber genau hierin ist seine Gnade und seine Langmut zu erkennen. Gott hat keinen Gefallen an dem Tod des Sünders sondern möchte, dass dieser sich bekehrt und anschließend lebt (Hes. 18:32). Dem Pharao wurde ausreichend Zeit zur Umkehr gegeben, doch stattdessen verschlimmerte sich sein geistiger Zustand und seine Verhärtung nahm mit den Plagen zu. Es mag nun auch sein, dass Pharaos Haltung stellvertretend die des ganzen Volkes widerspiegelte. Wir entnehmen aus der Schrift allerdings, dass einige Ägypter da gewesen sein mussten, die von der demonstrierten Macht YHVHs überzeugt wurden, und entsprechend handelten sie nach dieser Überzeugung (2.Mo. 9:30).

Nach einer der Plagen forschte der Pharao sogar nach, ob der allmächtige Gott zwischen Ägypten und Israel einen Unterschied machte (2.Mo. 9:7). Selbst nach dieser Bestätigung blieb sein Herz verhärtet! Es mangelte daher weder an Beweisen noch an Grundlagen. All jene, welche in Ägypten nicht auf die Schläge reagierten, bewiesen den verhärteten Zustand ihres Herzens. Zeichen, Wunder und Gründe gab es genug, um nicht weiter den falschen Göttern zu vertrauen und sich dem wahren, lebendigen Gott hin zuwenden. Ein ähnliches passendes Szenario liefert uns das Buch der Offenbarung in Bezug auf die Endzeit:

Off. 16:7: Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht.
8 Und der vierte Engel goss aus seine Schale über die Sonne; und es wurde ihr Macht gegeben, die Menschen zu versengen mit Feuer.
9 Und die Menschen wurden versengt von der großen Hitze und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben.
10 Und der fünfte Engel goss aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen
11 und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken.

Wir erkennen klare Parallelen und können uns auch darauf gefasst machen, was der kommende Zustand in der Endzeit sein wird (2.Tim. 3:1-7, Math. 24). Jede noch so unscheinbare Sünde kann morgen schon in völlige Rebellion ausarten. Dies ist die hässliche Natur der Sünde. Preis Yeshua, der uns an ihm teilhaben lässt und uns von der Sünde befreit. Preis Yeshua!

3.3 Die Zehn Plagen

Der heidnische Götzendienst ist nicht so zu verstehen, dass Menschen nur einen falschen Gott anbeten. Das Heidentum ist dafür bekannt, dass es ein Pantheon von Göttern anzubeten pflegte. Zum Beispiel gab es oftmals einen Gott für den Donner, einen anderen für die Ernte, einen weiteren Gott für die Fruchtbarkeit, etc. Auf diese Götzen vertraute Ägypten für den Lebenserhalt, die Fruchtbarkeit zur Fortpflanzung usw. Im Zeitraum der zehn Plagen stürzte der Allmächtige mit jeder einzelnen Plage eine bestimmte Gottheit des Land Ägyptens vom Sockel. In einer kurzen Zusammenfassung schauen wir uns die  Kernpunkte an und kommentieren diese.

1. Plage - Nil in Blut verwandelt  

Der Nil wurde vergöttert und als „Lebensgeber“ oder zu anderen Gegebenheiten als ein Fruchtbarkeitsgott betitelt. Die Verwandlung in Blut war ein Strafgericht auf diese Gottheit. Auch versorgte der Nil die Ägypter mit Wasser. Ihr Lebenserhalt wurde schon gleich mit der ersten Plage stark eingeschränkt, nicht zu sprechen von dem Gestank, welcher über das ganze Land kam.

2. Plage - Frösche  

In der Anbetung einer Froschgöttin wurde der Frosch in Ägypten für heiliggehalten und durfte nicht getötet werden. Das Phänomen der Frösche war dem Ägypter an sich nicht unbekannt. Nach Flut und Ebbe des Nils entstanden mehrere Wassertümpel, aus welchen die Frösche in der Zeit um August herum für gewöhnlich vermehrt auftraten. Die Hand Gottes bewies sich bei dieser Plage in den noch nie da gewesenen Mengen, in welchen die Frösche das Land Ägypten belagerten. Das von den Ägyptern sonst so geheiligte Tierwurde anschließend in noch nie gesehenen Mengen tot aufgehäuft und machte das Land stinkend. Die Göttin, die durch die Frösche verehrt werden sollte, galt u.a. als die der Liebe und der Schönheit.

3. Plage - Mücken

Ein mögliches Strafgericht gegen den ägyptischen „Wüstengott“.

4. Plage - Hundsfliegen

Die Ägypter pflegten einen „Fliegengott“ anzubeten. Dies war auch ein Schlag gegen die Frau ihres „Hauptgottes“. Ab dieser Plage fängt Gott an zu trennen zwischen den Israeliten und den Ägyptern.

5. Plage - Viehseuche

Die wohlständige Nation Ägypten wird jetzt stark durch die Viehseuche getroffen. Der Allmächtige machte jedoch einen Unterschied zwischen den Tieren Israels und denen der Ägypter. Dass Esel, Rind, Kamel und Kleinvieh der Ägypter bei dieser Plage starben, war ein schwerer Schlag gegen die Wirtschaft der Nation. Viele dieser Tiere wurden z. B. für Transport und Pflugarbeiten genutzt.

6. Plage - Geschwüre

Die sonst so auf Schönheit und Ästhetik bedachten Ägypter wurden von Kopf bis Fuß von den Blattern-Geschwüren geplagt. Diese Plage brach auch gegen das Vieh aus. Hautkrankheiten waren in Ägypten bekannt; einige davon waren zur Flut und Ebbe des Nils geläufig. Aber nun traf es jeden der Ägypter: die hohe sowie die niedrige Klasse. Die Warnungen werden ernster - jetzt treffen die Plagen die Leiber der Bevölkerung. Ein weiterer Schlag gegen die Götzen, welche Ägypten anbetete und deren Götzendiener.

7. Plage - Hagel

Hagel war nicht sehr bekannt in Ägypten; diese Plage geschah ungefähr im Januar. Jene Ereignisse liefern uns zusätzlich eine grobe Einschätzung des Zeitraums dieser Plagen. Bis hierhin müssten die Konfrontationen zwischen dem Pharao , Mose und Aaron nun mindestens sechs Monate angedauert haben.

Von viel Bekehrung lesen wir noch nicht, aber wir gehen davon aus, dass das Herz des Volkes hier zum Teil schon beeindruckt war. Die Ägypter kannten hinter jedem Naturschauspiel und Ereignis eine gewisse Gottheit. Diese Plage aus dem Himmel muss die Ägypter zutiefst geprägtt haben. Die Ägypter verehrten eine „Himmelsgöttin“, welche sie eigentlich vor der bevorstehenden Plage hätte schützen sollen.

Auch hier war der Zeitpunkt der Plage nicht besonders ungewöhnlich. Unmissverständlich konnten die Wunder und die Hand Gottes in den Plagen verstanden werden, da diese durch Moses „Herbeirufen“ kamen und gingen. Weiter erschienen Sie in ungewöhnlicher Menge und Intensität. Gott demonstriert ausdrücklich, dass nur Er in völliger Kontrolle aller Elemente ist.

Die Ägypter beteten auch einen „Landfruchtbarkeitsgott“ an. Der Hagel richtete in der Landwirtschaft Ägyptens einen immensen Schaden an und war ein weiterer Schlag gegen die Allgemeinwirtschaft des Landes. Mensch und Vieh wurden, wenn nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht, durch den Hagel getötet. Gottes Gnade wird weiterhin darin bewiesen, dass er den Ägyptern die Möglichkeit einräumte - sie sogar dazu aufrief - sich in Sicherheit zu bringen (2.Mo. 9:19). Auch der ägyptische „Sturmgott“ erwies sich bei der siebten Plage als machtlos. Schon vor dieser Plage sehen wir, dass einige Ägypter allmählich nun wohl die Furcht Gottes gelernt hatten (2.Mo. 9:20).

8. Plage - Heuschrecken

Die Heuschrecken fraßen alles auf, was der Hagel nicht zerstört hatte. Wirtschaftlich war Ägypten nun vollständig ruiniert. Heuschrecken waren in der Region bekannt, kamen aber in Ägypten nicht sehr häufig vor. Diese Plage geht auch gegen die zuvor genannten Gottheiten. Keiner der Götter Ägyptens vermochte es bis jetzt Ägypten vor den Katastrophen zu retten.

9. Plage - Dunkelheit

Bezeichnend ist auch die neunte Plage, da die Ägypter den Sonnengott (ergo die Sonne) anbeteten. Dies war einer ihrer Hauptgötter. Der "Gott der Sonne“ war jedoch drei Tage lang nicht im Stande, Ihnen Licht zu geben. Die Elite der ägyptische Gottheit wurde besonders mit den letzten Plagen öffentlich gedemütigt und erwies sich der Nation nun als Trugschlüss.

Dieses Ereignis muss weiterhin tief in die Psyche der Ägypter gegriffen haben. Sinngemäß erfahren wir was tatsächlich in Ägypten vor sich geht. Diese bezeichnende Dunkelheit wurde nicht zu Beginn, sondern zum Schluss der Epoche aufgedeckt und spiegelt den Gesamtzustand der Nation wieder. Jetzt muss der letzte Schlag auf Ägypten fallen.

3.4 Die 10. Plage

Die zehnte Plage, welche den Tod der Erstgeburt des Landes Ägyptens ankündigte, traf Ägypten am härtesten. Vom Pharao bis zur Magd wird der Erstgeborene, Kraft und Erstling eines jeglichen Haushalts, ausgelöscht. Im Gegensatz zu einigen der anderen Plagen wurde Ägypten diese Katastrophe nicht erneut angekündigt (2.Mo.4:23). Das Verderben kam rasch und plötzlich über das Land. Hierzu möchten wir in einem kurzen Absatz die Sachlage ein bisschen genauer betrachten.

Folgendes fällt auf, wenn wir uns das Ganze bildlich betrachten und es auf die heutige Zeit anwenden. Wir leben in einem Zeitalter, in dem Gott die Erlösung anbietet. Aus der Bibel verstehen wir, dass jeder, der Gottes Erlösung annimmt und den Namen Yeshua anruft, errettet wird (Joel 2:32, Röm. 10:13). Diejenigen, welche dies wiederum nicht machen, haben nur noch den ewigen Tod zu erwarten (Joh. 3:18, 36). Jener ewige Tod setzt dann, am Ende des Zeitalters, in der Auferstehung ein. Aber die Plagen und Strafen des Gerichtes Gottes auf die Welt gehen diesem zuvor.

Bei der zehnten Plage gab es plötzlich in allen ägyptischen Häusern ein großes Geschrei. Es war, als wären die Ägypter von der Katastrophe vollkommen überrascht worden, obwohl sich diese die ganze Zeit über schon abzeichnete und sogar am Anfang angekündigt wurde! Das Schwert des Todes hing von Anfang an über dem Land. Die Plagen und die harten Strafen hätten zur Umkehr und Buße führen können, aber für einige blieb es bis zuletzt zu spät.

Yeshua Messias sagt, dass die Katastrophen in der Endzeit ebenso unerwartet auf die Menschheit kommen werden (Matt. 24:37-39). Diese Aussage können wir auch so verstehen, dass die unerwarteten Katastrophen eine Folge der Herzensverstockung sind. Dieses trifft besonders dann zu, Predigten der Liebe Gottes und Aufruf zur Buße keine Obacht gegeben wird. Ägypten erleidet am Schluss den schrecklichsten Verlust. Es hätte ihnen aber erspart bleiben können. Israel aber wusste um die bevorstehende Katastrophe und konnte entsprechend die lebensrettende Vorbereitung treffen (1.Thes. 5:1-5).

Auch hier ist der Aufbau der zehn Plagen lehrreich. Ägypten, zu diesem Zeitpunkt die Weltmacht, kann ein Typus der heidnischen Weltreiche darstellen. Diese Nation hatte es auf sich genommen gegen Gottes Gebot zu leben, Sein Volk zu versklaven und Götzendienste zu treiben. In Ihrer Verstocktheit dauert es schließlich eine Weile, bis sie merken, dass die Plagen aus Gottes Hand kommen, und dass sie nichts ausrichten können (2.Mo. 8:19).

Aber auch hiernach weigerten sich die Menschen, sich dem wahren Gott zu beugen. Bevor die zehnte und schlimmste Plage nun eintrifft, wird Ägyptens tatsächlicher Zustand in der neunten Plage offenbar. Ganz Ägypten befindet sich in der absoluten Finsternis.Drei ganze Tage gab es eine solche Dunkelheit, so dass sich das ägyptische Volk nicht einmal regen konnte. Die Dunkelheit beschreibt die geistige Finsternis, in welcher Ägypten sich befand.Hingegen war in den Häusern der Israeliten Licht. Setzen wir dieses zusammen, erkennen wir noch eindrücklicher das Endzeitszenario, welches der Apostel Paulus beschreibt:

1.Thess. 5:1: Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.
2 Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
3 Wenn sie nämlich sagen werden:  „Friede und Sicherheit“, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.
4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte;
5 ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis.

3.5 Passah Einzelheiten

Es empfiehlt sich für mehr Details den vollständigen Bericht selber zu lesen. Wir betrachten nun weiter die Details des Festes.

2.Mo. 12:1: Und YHVH redete zu Mose und Aaron im Land Ägypten und sprach:
2 Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein

Dies ist die Einleitung und Vorbereitung des Festes. Das hebräische Jahr eröffnet mit dem Grundbegriff der Erlösung.

2.Mo. 12:3: Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus.

Dies war noch vor der Einsetzung des Priestertums der Leviten. In jenen Tagen war der Hausvater auch der geistige Vorsteher im Haus. Zu diesen Zeiten ruhte die Verantwortung des Opferns vor Gott für sein Haus auf ihm. Beispiele hierfür sehen wir wieder in Abraham.

Auf dem Hausvater ruhte nun auch die Verantwortung  das Passahfest, nach Gottes Ordnungen, im eigenen Haus einzuberufen. Die volle Bedeutung dieses Handelns darf uns nicht entgehen. Die Grundlage hier ist es, dass Israel eine Nation aus Familien darstellt. Die Nation ist in sich so stark wie die kleinste Zelle es ist, und diese Einheit wird in Israel als die Familie verstanden. In dieser Einheit ist der Mann des Hauses der geistige Leiter, Versorger und Vorsteher.
Hieraus verstehen wir noch besser, was es bedeutet, wenn Gott später zu ganz Israel nach dem Auszug spricht, dass es als eine Nation von Priestern berufen wurde (2. Mo. 19:6). In einer solchen Aufstellung würde die Anbetung nicht über ein zentrales Priestertum geschehen, sondern kollektiv über die Hausväter.

Vor der Vergabe der steinernen Tafeln am Berg Sinai begann Israels Götzendienst in der Anbetung des goldenen Kalbes. Aus dem hieraus resultierenden Gericht Gottes bewiesen die Leviten Treue zu
Gott, indem sie sich zu Mose sammelten (2.Mo. 32:26). Ab hier erfuhr Israel die Übertragung des Priestertums - von der einzelnen Familie durch den Hausvater - auf eine zentralisierte Verantwortung des Dienstes und der Anbetung der Leviten. Diese hatten fortan die Aufgabe im Heiligtum zu dienen. Ihre Linie wird folglich das ganze Volk Israel vor Gott repräsentieren. Nun zum Lamm.

3.6 Das makellose Lamm

Vor dem Festbeginn musste das Lamm bereitgestellt werden. Wir merken nochmals auf, dass wir hier alle Eigenschaften im Voraus auf Yeshua beschrieben bekommen haben. Dies schauen wir uns im späteren Abschnitt noch genauer an.

2.Mo. 12:4: wenn aber das Haus zu klein ist für ein Lamm, so nehme er es gemeinsam mit seinem Nachbarn, der am nächsten bei seinem Haus wohnt, nach der Zahl der Seelen; dabei sollt ihr die Anzahl für das Lamm berechnen, je nachdem jeder zu essen vermag.

Nur das Blut des Lammes sicherte Schutz vor der Zerstörung und bewirkt für Israel den Auszug aus der Knechtshaft; aber die Erlösung hat begrenzte Ausmaße. Das Lamm galt nicht für die an Ägypten Gebundenen, sondern nur für die Teilnehmer des Bundes. Es ist ein Opfer für mehrere in einem Haushalt Israels lebenden Menschen - aber auch hierauf beschränkt. Ist das Haus für ein Lamm zu klein, wurde mit den Nachbarn geteilt. Gottes Erlösung ist somit nur für Seine Auserwählten. In der Nacht vor Yeshuas Kreuzigung saß Er ebenfalls nur mit Seinen Jüngern zu Tisch, welche Zwölf die 12 Stämme Israel repräsentieren - und vor dem eigentlichen Mahl verließ sogar Judas den Tisch.

Das Blut des Lammes wird zum Bestreichen  an den Türpfosten benötigt.  Zusätzlich sehen wir, dass das Passahlamm dann eine einmalige Mahlzeit für einen Haushalt bieten sollte. Uns begegnet später ein vergleichbarer Tenor in der Heiligen Schrift, als Israel aufgerufen wurde das Manna täglich zu sammeln. Ähnlich wie zum Passahfest war es auch beim Manna.

4.1 Das Manna: Israels Ausblick auf Yeshua

Das Manna deutet - ebenso wie das Lamm - auf Yeshua (Joh. 6:48-51). YHVH nutzt praktische Dinge des täglichen Lebens, um uns geistige Konzepte zu vermitteln.

  • Zu der samaritischen Frau am Brunnen sprach Yeshua, dass er im Stande war ihr das ewige Wasser zu geben. Hiermit verbindet Er Wasser, welches der Mensch zum Leben braucht, mit dem ewigen Leben, welches nur Er geben kann.
  • Bei der ersten Versuchung sprach Yeshua zum Teufel, dass der Mensch nicht allein von Brot lebt, sondern von einem jeglichen Wort, welches aus Gottes Mund hervorgeht (5.Mo. 8:3). Yeshua vergleicht das Aufnehmen des Wortes Gottes mit dem Essen von Brot.
  • In der jüdischen Tradition gab es zum Laubhüttenfest einen Brauch. Am letzten Tag des Festes wurde zum Abschluss einer Prozession Wasser aus einem Bach geschöpft. Just in diesem Moment stand Yeshua auf und rief, dass die Durstigen zu Ihm kommen sollen (Joh. 7:37-39). Zu dem Höhepunkt dieses Festes gibt Yeshua zu verstehen, dass Er die Quelle desewigen Wassers ist, wonach Israel sich so sehr ausstreckte.
  • Nach der Speisung der 5000 stellt Yeshua einen Vergleich zu dem Manna in der Wüste auf. Dabei gab Er zu verstehen, dass Er das Brot des Lebens ist (Joh. 6:48-51).
  • Yeshua sagt, dass Er das Licht der Welt ist (Joh. 8:12). Wer Ihm nachfolgt, wird nicht im Dunkel herumtappen. Ohne Licht ist man ohnmächtig, geistig können wir nur mit Yeshua klar sehen.
  • Der Fels in der Wüste deutete auf Yeshua, das Wasser in der Wüste deutete auf das Leben bringende Wasser, welches Yeshua bietet.
  • Der Sabbat deutet auf die ewige Ruhe, in welche Yeshua Israel führen wird (Hebr. 4:8).

So sehen wir oft, dass biblisch betrachtet Dinge wie Ernte, Nahrung, Wasser, usw. bildliche Hinweise auf Gottes Erlösung sind. Beim Sammeln des Mannas sollte sichergestellt werden, dass jeder Haushalt exakt genug für nur eine Tagesration hatte. Im Voraus durfte nicht gespeichert werden (2.Mo. 16:16). Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer zu wenig sammelte hatte, keinen Mangel. Wer es versuchte bis zum nächsten Tag zu speichern, stellte am Morgen darauf fest, dass jegliches überbehaltenes Manna verdorben und unbrauchbar geworden war.

Diese Bestimmung beim Sammeln stellte Israels Vertrauen in Gottes Vorkehrungen auf die Probe. Wenn Israels Herz nicht ganz auf seinen Schöpfer gerichtet wäre, würde es sich auf Vorräte statt auf die tägliche Versorgung des Schöpfers stützen. Vertrauten die Israeliten aber Gott für ihren täglichen Erhalt, würden sie sich ganz auf das tägliche Brot verlassen. Hierin sehen wir weitere Sinnbilder: ein vorrätiges Manna deutet symbolisch auf menschliche Bemühung und Selbstvertrauen. Ein solcher Vorrat wurde gleich sofort am nächsten Tag stinkend und unverwertbar.

Diese Tatsache bildet ebenfalls einen Pfeiler in der Anleitung von Yeshua , wie wir zum Vater beten sollen. Denn dort heißt es „gib uns unser tägliches Brot“ (Matt. 6:11). Diese Lehre Gottes verschafft uns noch mehr tiefere Einblicke. Unseren geistigen Erhalt mit der täglichen Nahrung zu verbinden, bereichert uns mit zusätzlichem Wissen, was praktisches Handeln in unserer Nachfolge betrifft. Essen ist etwas, was der Mensch täglich machen muss, um am Leben zu bleiben. Mit jeder Handlung der Nahrungsaufnahme bezeugt der Mensch seinen Willen, am Leben bleiben zu wollen.

So also auch im Geistigen: Gott hat sein Volk nicht zu passiven Teilnehmern in der Erlösung berufen, sondern bestärkt sie darin proaktiv zu sein. Für Fürsorge und Speise sorgt Gott; sammeln und zubereiten musste Israel . Durch das tägliche Manna, welches Gott in der Wüste gab, blieb Israel am Leben. So hält auch Gottes Wort geistig am Leben. Israels Errettung soll täglich, praktisch gelebt werden und dient anderen Menschen als ein Zeugnis (Matt. 5:13-16).

4.2 Absonderung des Lammes

Die Einsetzung des Passahmahls wählte Gott der Schöpfer mit großer Sorgfalt. Desweiteren merken wir hier vielleicht, dass Israels Erlösung nicht gezwungen geschieht. Das gemeinsame Teilen einer Mahlzeit wird im Biblischen auch mit gemeinsamer Übereinstimmung verstanden (1. Kor. 5:11). In unserer Kultur wird auch heute in manchen Fällen, nach einem Geschäftsabschluss, zusammen Mittag gegessen. Tischgemeinschaft stärkt und verbindet offensichtlich. Israels Erlösung wird somit beispielhaft mit der Teilnahme an einem Mal eröffnet.

Das Essen vom Lamm - sowie dem Manna - bildet auch hier einen wichtigen Teil und gleichzeitig ein bemerkenswertes Symbol in Israels Erlösung. Die Teilnahme am Passahfest bezeugt Israels willige Erwiderung als Nation, an der Erlösung, die Gott freigebig bietet, teilzuhaben.

2.Mo. 12:5: Dieses Lamm aber soll makellos sein, männlich und einjährig. Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen,

Yeshua kam als Fleisch und Blut und Er war männlich. Diese Voraussetzungen des Lammes deuteten auf den Sohn Gottes, der eines Tages sein Leben als Mensch für uns aufgeben wird. Die Makel-losigkeit des Lammes spiegelt die absolute Reinheit von Yeshua wieder. Yeshua war vollkommen und ohne Sünde (Heb. 4:15), wie die heilige Schrift es bezeugt. Nur ein absolut reines und makelloses Opfer konnte vor Gott gebracht werden für die Sünden, die wir gegen Ihn begangen haben. Wie groß Gottes Liebe doch ist, dass Er seinen eingeborenen und sündlosen Sohn gab, um für Sünden zu sterben!

2.Mo. 12:6: und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats. Und die ganze Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten.

Die ganze Gemeinde Israels muss an der Opferung des Lammes teilhaben. Nur einer kann das Lamm jeweils schächten, aber alle müssen anwesend sein. Jeder muss zuschauen, wie das schuldlose Lamm sein Leben für die Erlösung des Haushaltes aufgibt. Yeshua wurde öffentlich gedemütigt, ausgepeitscht und anschließend einem brutalen, schrecklichen Tod übergeben. Alle schauten zu und wurden Zeugen bei dem Ereignis, als der Schöpfer aller Dinge und Israels Erlöser Sein Leben aufgab. Durch die vier Tage Absonderungszeit wird genug Gelegenheit und Zeit vorhanden sein, um das Lamm vollständig auf Fehl inspizieren zu können. Dies deutet auf Yeshua, der genau am Tag von Passah starb. Zuvor wurde Er dann in Jerusalem von den Ältesten und den Pharisäern auf Makellosigkeit „inspiziert“ wurde.

Joh. 12:1: Sechs Tage vor dem Passah kam Yeshua dann nach Bethanien, wo Lazarus war, der tot gewesen war und den er aus den Toten auferweckt hatte.

Die Tage vor Pessach verbrachte Yeshua in Jerusalem, wo er dann abwechselnd von den Pharisäern, Sadduzäern, Herodianern und Schriftgelehrten zu Fragen der Torah ausgefragt wurde. In den meisten Instanzen wollten Sie dem Meister eine Falle stellen (Matt. 22:15). Da Yeshua bekannt gab der Messias zu sein (was die religiöse Fraktion ablehnte), suchten sie Ihn sehr oft in einen Widerspruch zum Wort Gottes zu verstricken. Hierbei scheiterten sie jedoch jedes Mal.
Es darf für uns bezeichnend sein, dass Yeshuas Makellosigkeit mit einem perfekten Verständnis und Wissen der Torah belegt wurde! Dies sagt schon aus, dass Gottes Torah nicht abgeschafft wurde, wie einige es heute propagieren (Matt. 5:17-18).

Ein weiterer Aspekt zu der Haltung des Lammes hin ist, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nähe und Herzensbindung in diesen vier Tagen zu dem sonst so niedlichen und unschuldigen Tier gebildet wird. Was sagt dies über unsere Beziehung zum Erlöser aus? Yeshua sagt uns, dass das erste und größte Gebot ist, Gott mit unserem ganzen Herzen, Seele und Verstand zu lieben (Matt. 22:37). Kann unsere Erlösung von einer persönlichen Gottesbeziehung losgelöst werden? Aus der Schrift erkennen wir, dass dies unmöglich ist. Wir können Gottes Erlösung nur wollen, wenn wir Ihn auch lieben. Aus Liebe zu Yeshua halten wir Seine Gebote (Joh. 14:15, 15:10, 1.Joh. 3:22). Die Erfüllung der Torah ist Liebe (Röm. 13:10, Gal. 5:14). Die Torah von YHVH können wir dann halten, wenn Sein Geist uns - mit Seiner Liebe - erfüllt.

4.3 Israels Beziehung zum Opferlamm

In der Frage Gott zu lieben begegnet uns die erste Hürde. Aus uns heraus können wir in unserem gefallenen Zustand Gott nicht lieben. Vielleicht haben wir schon Predigten darüber gehört, dass Gott traurig über den Sünder ist und wie sehr Er diesen erlösen möchte. Dies ist zum Teil stimmig, bildet aber nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite davon ist, dass die Sünde Gott erzürnt. Ein Leben in der Sünde stellt eine offene Ansage gegen Gott dar.

Als wir noch Sünder waren, befanden wir uns demnach in Feindschaft und Rebellion gegen Gott (Röm. 5:10, Eph. 2:12-13). Wenn wir uns in Erinnerung rufen, was wir vorhin zu Vater Abraham und Israel erklärt haben, dann erkennen wir, dass eine Annäherung zu Gott aus uns heraus nicht stattfinden kann. Er ist es, der Seine Hand ausstreckt, um uns zu erlösen. So benötigt die Anbetung Gottes wiederum eine Vorbereitung in unseren Herzen, und diese Vorbereitung kann auch nur durch Ihn bereitet werden! Beispiele sind:

  • Johannes der Täufer (Jes. 40:3, Matt. 3:3, 17:10-13), welcher den Dienst von Yeshua bereitete
  • der Prophet Elia der durch mächtige Wundertaten Gottes Kraft an der fast vollständig abgefallenen Nation Israels demonstrierte, um Israels Buße zu erwirken (Mal. 4:5-6)
  • das Wirken von Aaron und Moses gegen die Macht Ägyptens bevor das Passahlamm gegeben wurde
  • das „sich Waschen“ der Kinder Israels, bevor sie die Gebote am Berg Sinai empfingen

Gott ist es, der alles bewirkt, und auf Seine Gnade fällt alles zurück. Dies wird uns als ein unmissverständliches Bild aus der Heiligen Schrift gegeben, welches wir zyklisch in mehreren Instanzen wiederholt sehen können.

4.4 Gottes Erlösung: Bestimmung oder Mitwirken des Menschen?

Manch einer mag sich hier die Frage stellen, weswegen man sich dann überhaupt bemühen soll, Gott zu gefallen, wenn Er es doch ist, von dem alles abhängt. Wird der Mensch alleine durch Gottes Souveränität erlöst, oder wirkt der Mensch in irgendeiner Weise mit? Auch wenn gewisse Geheimnisse bei dieser Frage bleiben, wissen wir aus der Schrift, dass Gott keinen Menschen verhärtet (1.Tim. 2:4, 2.Petr. 3:9, Hes. 33:11). Der Mensch wurde in Gottes Ebenbild geschaffen, und seine Bestimmung ist es, in inniger Gemeinschaft mit dem Schöpfer zu leben.  Dass keiner aus sich heraus Gott je gesucht hat, haben wir bereits geklärt. Aber wer ist demnach dazu bestimmt, Gottes Erlösung anzunehmen? Diese Frage mögen auch die heiligen Männer zu biblischen Zeiten gehabt haben. Apostel Paulus schreibt an die Römer:

Röm. 9:14: Was wollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne!
15 Denn zu Mose spricht er: »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich«.
16 So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.
17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: »Eben dazu habe ich dich aufstehen lassen, dass ich an dir meine Macht erweise, und dass mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde«.
18 So erbarmt er sich nun, über wen er will, und verstockt, wen er will.
19 Nun wirst du mich fragen: Warum tadelt er dann noch? Denn wer kann seinem Willen widerstehen?
20 Ja, o Mensch, wer bist denn du, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu dem, der es geformt hat: Warum hast du mich so gemacht?
21 Oder hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?

Unsere Anbetung und Dankbarkeit gilt unserem Schöpfer, der uns geschaffen hat. Der Mensch traf aber die Wahl und Entscheidung, gegen Gott zu rebellieren.

Prediger 7:28: Allein, siehe, das habe ich gefunden, dass Gott den Menschen aufrichtig geschaffen hat; sie aber suchen viele arglistige Machenschaften.

Der Mensch entschied sich seine eigenen Wege zu gehen. Nichtsdestoweniger steht er Gott in einer moralischen Verantwortung gegenüber. Wir wurden geschaffen mit Empfinden, Logik, Ratio, Verstand, Gefühlen und Eindrücken. All diese Dingen also drücken d unsere Menschlichkeit aus. Wir kennen zum Beispiel ein Schmerzempfinden; deshalb sollten wir mit Sorgfalt darauf bedacht sein, anderen Menschen keine Schmerzen zuzufügen. Um dessen Unannehmlichkeiten am eigenen Leibe wissen wir. Wir können ein Verlangen nach Liebe nachempfinden und sollen bestrebt sein, anderen Menschen, aus freiem Herzen, diese zuteilwerden zu lassen. Wenn wir etwas benötigen oder möchten, können wir es anderen nicht mit Gewalt entwenden, sondern sollen dies auf eine ehrliche Art und Weise beschaffen. Im völligen Einklang mit Gott und den Mitmenschen zu leben bedeutet anhand der Torah zu leben (Matt. 22:40).

In all diesen Punkten fehlen wir aber mannigfaltig. Nach dem Sündenfall war es keinem Menschen mehr möglich, Gott jemals zu gefallen (Ps. 14:2-3, Ps. 53:1). Zu der nun blinden und gefallenen Menschheit streckt Gott seine Hand in Barmherzigkeit aus. Um zu wissen, was Gott von uns verlangt, d.h. wie YHVH den vollkommenen Menschen versteht, schickte er uns Yeshua, der uns als Beispiel dient. Betrachten wir sein Leben, wissen wir, was ein Gott wohlgefälliges Dasein bedeutet.

Nur ein Beispiel zu haben, reicht uns wiederum nicht aus, wenn wir diesem nicht folgen. Gott möchte, dass sein Sohn in unserem Leben eine Realität wird. Yeshua wurde uns demnach sinnbildlich als Brot, zur geistigen Nahrung, gegeben. Deswegen sagt Yeshua eindringlich im Johannes Evangelium (Kpt.6), dass wir von „Ihm essen“ müssen, um Leben in uns zu haben. An Ihm teilzuhaben, dadurch versinnbildlicht, dass wir von Ihm Essen, bedeutet, dass wir bereit sind das alte Leben hinter uns zu lassen, gleichwie Israel Ägypten hinter sich ließen. Es bedeutet, dass wir nun Gottes Wege gehen wollen, in den Tod Yeshua hinein getauft werden möchten - gleichwie Israel nach dem Auszug aus Ägypten sinngemäß im Roten Meer getauft wurde (hierzu kommen wir später). Und es bedeutet, dass wir uns aufgeben wollen, weil wir ab jetzt für Ihn leben wollen.

All dies bedeutet es von Yeshua, unserem Passahlamm, zu essen. Sein Blut errettete uns vor dem Tod und befreite uns aus der Knechtschaft. Dies ist das Zeichen der Erlösung und der Vergebung. Denn ohne dass Er uns unsere Sünden vergibt, uns reinwäscht und anschließend nach seinem Abbild formt, können wir dem Vater niemals gefallen. Dieser Prozess, dass uns vergeben wird, wir gereinigt und geformt werden, findet aber nur innerhalb eines Bundes mit Ihm statt.

4.5 Gottes Torah als Wegweisung der Heiligkeit

Die Wegweisungen für ein wohlgefälliges Leben mit Gott stehen in der Torah. Die Torah erlöste uns somit nicht, aber nur sie zeigt uns die Richtlinien auf, die wir brauchen, um im neuen Leben vor Gott wandeln zu können. Vereinfacht: unsere Erlösung kann erst praktisch im Gotteswandel vervoll-ständigt werden - und ein Wandel mit Gott, durch seine Gebote, ist nur mit der Erlösung möglich.

Israel ist die einzige Nation, welche von Gott berufen wurde, seine Torah zu empfangen. Torah bedeutet auf Hebräisch „Lehre“ oder „Richtlinien“. Diese Torah wurde am Berg Sinai, beim ersten Bund, dem Volk Israel gegeben. Es zeigte sich jedoch später, dass dieser Bund das gewünschte Ziel nicht erreichte (Hebr. 8:7).
Eine vollkommene Torah wurde dem Volk zwar gegeben, aber das menschliche Herz muss die Lehre Gottes auch empfangen können; ohne Gottes Geist ist dies nicht möglich! Wenn das menschliche Herz Gottes Gebot nicht empfangen kann (was bedeutet, dass der Mensch ein steinernes Herz hat oder, dass er Gott nicht liebt), findet es keinen Gewinn in der Torah.

Am Berg Sinai wurde dies eindrucksvoll illustriert. Als Mose das erste Mal die steinernen Tafeln dem Volk herunter brachte, befand sich das Volk bereits in Rebellion und Götzendienst. Diese ersten Tafeln wurden am Fuß des Berges zerschmettert. Die Tafeln waren aus Stein und sie deuten auch sinnbildlich auf das Herz, welches aus Stein ist. Gottes Weisungen auf solch ein steinernes Herz zu schreiben, macht die Essenz des Bundes nutzlos.
Die Torah ist heilig und gut (Röm. 7:12), denn sie beinhaltet Gottes Ausdruck von Seinem perfekten Willen. Es zeigt aber auch auf, dass die Vergabe der Torah an sich noch nichts bewirkt. Es ist zu hoffen, dass es bisher gelang diesen Punkt, aus verschiedenen Aspekten betrachtet, deutlich zu vermitteln. Bezüglich dessen schrieb Paulus an die Römer Folgendes:

Röm. 7:7: Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Begierde hätte ich
nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren!
8 Da nahm aber die Sünde einen Anlass durch das Gebot und bewirkte in mir jede Begierde; denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot.
9 Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf, und ich starb;
10 und eben dieses Gebot, das zum Leben gegeben war, erwies sich für mich als todbringend.
11 Denn die Sünde nahm einen Anlass durch das Gebot und verführte mich und tötete mich durch dasselbe.
12 So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.
13 Hat nun das Gute mir den Tod gebracht? Das sei ferne! Sondern die Sünde hat, damit sie als Sünde offenbar werde, durch das Gute meinen Tod bewirkt, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot.

Er beschreibt hierbei, wie gut und heilig Gottes Wort ist, aber wie kraftlos es bleibt, wenn der Mensch es nicht empfangen kann. Es ist wie ein guter Same, der auf steinigen Boden gesät wird. Der steinige Boden repräsentiert natürlich das steinerne Herz. Auch dieses Beispiel nutzt Yeshua sehr vortrefflich in Seiner Gleichnisrede (Matt. 13). Diesen Herzenszustand sahen wir nun sehr gut in Ägypten manifestiert.

4.6 Der „Erneute Bund“

Am Berg Sinai geht Mose dann ein zweites Mal auf den Berg, um die Gebote vom allmächtigen Schöpfer erneut zu empfangen. Dieses zweite Mal versinnbildlicht jetzt das neue Herz in einem neuen Bund, auf welches die gleiche Torah wie zuvor geschrieben wird! Ist Gottes Wort nicht grandios! Es sei daher nicht so zu verstehen, als hätte Gott einen Fehler gemacht, oder dass Israels Verhalten für Ihn überraschend war. Wir erinnern uns, dass Gottes Erlösung ein Stufenprozess sein wird. Schon lange im Voraus kannte Gott alle Auswirkungen der Erlösung Israels.

Am Berg Sinai wurde zwischen Gott und dem Volk Israel ein Ehebund geschlossen. Das Volk gab ein „Ja-Wort“ dazu, alle Gebote des Herrn zu halten. Gott versprach Israel zu beschützen, für sie zu sorgen, ihr Gott zu sein und sie ins verheißene Land zu bringen. Aber nur Er allein durfte ihr Gott sein; dies ist die Grundbasis des Bundes. Nachdem die Gebote gegeben wurden und das Volk diesen zustimmte, wurde der Bund vertraglich und offiziell geschlossen:

2.Mo. 24:3: Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte YHVH und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die YHVH geredet hat, wollen wir tun!
4 Da schrieb Mose alle Worte YHVH nieder. Und er stand früh am Morgen auf und errichtete einen Altar unten am Berg und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels.
5 Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für YHVH.
6 Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und goss es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar.
7 Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was YHVH gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!
8 Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den YHVH mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte!

Um dieses Ereignis am Berg Sinai zu verstehen, hatten wir zuvor die Grundlage in Vater Abraham gelegt. Alle Bündnisse bauen also aufeinander auf und gipfeln hier im Bund am Berg Sinai: zwischen Gott und seinem Volk. Mit der Episode am Berg Sinai, wo die prophetischen Vorschatten hier schon präsent waren, bleibt uns vorerst der Zustand des ersten Bundes. Israel hielt sich nicht an diesen nicht und wich später als Nation von der Nachfolge Gottes ab. Dem Propheten verkündete Er Sein Versprechen, dass Er diesen Bund eines Tages erneuern wird.

Jeremia 31:31: Siehe, es kommen Tage, spricht YHVH, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde;
32 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht YHVH.
33 Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht YHVH: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein;

Und dies ist das Verständnis des Neuen Bundes in Yeshua! Dieser neue Bund, welcher zuvor gebrochen wurde durch das Haus Israel, ist der Bund, der erneuert wird. Die Prämissen bleiben gleich: Gott als Herr Seines Volkes und Sein Volk in einer liebevollen Beziehung zu Ihm. Der Zweite Bund - oder Neue Bund - garantiert aber, dass Israel Gottes Torah aus freiem Herzen heraushalten wird. Dieses Verständnis ist für uns zentral um den Dienst Yeshuas, seine Erlösung und das Priestertum zu verstehen. Die Autoren im Neuen Testament verstanden diese Prinzipien absolut:

Hebr. 8:6: Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde.
7 Denn wenn jener erste [Bund] tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden.
8 Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: »Siehe, es kommen Tage, spricht YHVH
da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde;
9 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen — denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr —,
10 sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 11 Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten
 unter ihnen;
12 denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.«
13 Indem er sagt: »Einen neuen«, hat er den ersten [Bund] für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.

Dies ist exakt die gleiche Sprache wie aus den Propheten. Der Neue Bund entstand nicht plötzlich erst in der Nacht, als Yeshua das Mahl mit Seinen Jüngern nahm, sondern dies war schon längst im Voraus durch Gott angekündigt: ja, sogar im ersten, gebrochenen Bund bereits vorprophezeit!  
In der Nacht vor seiner Kreuzigung teilte Yeshua an seine Jünger Brot und Wein aus. Er gab ihnen zu verstehen, dass der Opfertod die Grundlage des Neuen Bundes sein wird:

Mark. 14:22: Und während sie aßen, nahm Yeshua Brot, sprach den Segen, brach es, gab es ihnen und sprach: Nehmt, esst! Das ist mein Leib.
23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.

 Yeshua kam nicht um etwas Neues zu gründen, sondern er bestätigt die vorherigen Bündnisse mit den Vorvätern

Römer 15:8: Ich sage aber, dass Jesus Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen an die Väter zu bestätigen,

Von welchen Vätern wird hier geschrieben? Selbstverständlich von den Patriarchen: Abraham, Isaak, Jakob bis hin zu David! Die Verheißungen stehen fest für Gottes Volk. Israel stellt Gottes Volk dar, und nur dieses Volk hat Gott ersehen (Psalm 147:19-20, Amos 3:2). Israel wird eingeladen in Gottes Wegen zu wandeln, und dieses Wandeln macht es deutlich, dass Israel Gott kennt! Gottes Wege sind Seine Torah, und diese wurde am Berg Sinai gegeben. Aber wie gelang Israel zur Torah am Berg Sinai? Durch die Erlösung des Passahlammes! Dies zeigt uns doch schon, dass nach der Erlösung etwas Bedeutendes geschieht. Ein erlöstes Volk wird von Gott aufgerufen Seine Wege zu kennen, und dieses ist Sein Bund mit Ihm. Das Essen des Passahlamms war also von enormer Wichtigkeit. Israel willigte ein von Gott erlöst zu werden.

5.1 Yeshua unser Passahlamm!

2. Mo. 12:7: Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der Häuser bestreichen, in denen sie essen.

Es geht nun über zum praktischen Teil des Festes. Das Blut des Passahlamms  wird folglich den Unterschied zwischen Leben und Tod markieren. Die Opferung des Lammes bewirkt somit mehrere Dinge. Zum einen wird das Blut des Lammes die Kindern Israels schützen, wenn in der Nacht der Verderber durch Ägypten zieht um die Erstgeburt zu schlagen. Das Blut wurde mit Ysop-Büscheln an die Türpfosten gebracht (2.Mo. 12:22). Ysop wurde in der Antike zu medizinischen Zwecken genutzt. Das Kraut weist beruhigende Wirkungen auf und konnte  als Antiseptikum gebraucht werden. Als König David gegen Gott sündigte, weist er im Gebetspsalm auf Ysop hin:

Ps.51:9: Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!

Bei der Kreuzigung von Yeshua wurde Ysop angewandt.

Joh. 19:29: Es stand nun ein Gefäß voll Essig da; sie aber tränkten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund.

Dem Apostel Johannes ist dieses Detail nicht entgangen. Er verstand in diesen Augenblicken, dass die Eigenschaften des Passahlammes, welche solange schon in der Schrift beschrieben standen, auf den Herrn und Messias Yeshua deuteten. Wir wurden teuer durch das Blut des Lammes erkauft (Röm. 3:25, Eph. 1:7, Kol. 1:14, Hebr. 9:12). Nur wegen dem Blut des Lammes wird der Zorn und die Strafe des Allmächtigen am Tag des Gerichts an uns vorbeiziehen. Ein Vorschalten hierzu gab es in der Passahnacht, als Gottes Gericht auf die Ägypter fiel. Überall wo das Blut war, ging der Verderber nicht hinein.

Wir können uns vorstellen, dass der jenige diese Zeremonie ebenfalls streng und mit großer Sorgfalt in jener Nacht bewachte, der Erstgeborene des Haushalts war; denn sein Leben hing von der richtigen Anbringung des Blutes ab.
Zum anderen isst ein Haushalt das Lamm zum Mahl abends. Während in Ägypten die Todesstrafe verhängt wird, wird Israel in der Sicherheit des eigenen Hauses Gottes Fest feiern. Das Blut des Lammes wird für Ihre Sicherheit garantieren. Wir sehen auch den Glaubensaspekt, welcher die Anbringung des Blutes von den Israeliten verlangte.

Es reichte nicht nur aus, an das Blut zu glauben, sondern es musste tatkräftig und aktiv angebracht werden. Auch dies deutet auf unseren Herrn Yeshua. Es reicht nicht aus nur eine mentale Akzeptanz über Seinen Tod und Seine Auferstehung zu haben und Ihn zu verkünden. Sein Blut muss wahrhaftig an die Türpfosten unserer Herzen gesprengt werden.

2. Mo. 12:8: Und sie sollen das Fleisch in derselben Nacht essen: am Feuer gebraten, mit ungesäuertem Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen.

Der Zeitpunkt des Gemeinschaftsmahls hat einen fixierten Rahmen. Dem Bündnisteilnehmer wird Vorbereitungszeit und Möglichkeit gegeben teilzunehmen, aber dies muss innerhalb eines gewissen Zeitfensters geschehen. „Am Feuer gebraten“ deutet auf die uneingeschränkte Hingabe des Opfers. Das Feuer deutet hier wieder auf das gänzliche „Aufsteigen“ des Opfers zu Gott. Dieses gänzliche Opfern begegnet uns beim Brandopfer wieder (3.Mo. 1). Yeshuas Opfer für uns war in allen Punkten vollkommen und vollständig - Er repräsentiert also das vollkommene Brandopfer (s. auch Eph. 5:2).

Yeshua ist das Brot des Lebens, aber Er ist „ungesäuert“ und genauso sollen auch seine Nachfolger ungesäuert sein. (1.Kor.5:7). Sauerteig ist ein Sinnbild auf die Sünde. Yeshua kam um mit der Sünde ein Ende zu machen (Dan. 9:24). Auch bereitet sich Israel hier schon auf das nächste Fest vor: das Fest der Ungesäuerten Brote.  Israel soll fortan in einem sündenfreien Leben wandeln. Später im Speisopfer wurde der Sauerteig ebenfalls verboten (3.Mo. 2). Die bitteren Kräuter erinnern an die fürchterliche Sklaverei in Ägypten. Besonders müsste der letzte Abschnitt vor den Plagen tief in Israels Gedächtnis sein. Auf die Anforderung das Volk ziehen zu lassen, erhöhte Pharao den Druck und ließ Israel härter als je zuvor arbeiten. Rückblickend würden aus Ägypten nur ungute Erinnerung hängen bleiben.

2.Mo. 12:9: Ihr sollt nichts davon roh essen, auch nicht im Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten, sein Haupt samt seinen Schenkeln und den inneren Teilen;

Hier ist nochmal der Hinweis, dass das Opfer ganz hingegeben wird. Das Essen symbolisiert die Gemeinschaft zwischen Gott und dem Anbeter. Yeshua gab sich am Holz gänzlich auf. Er behielt nichts zurück und gab Sein Leben ganz dar als Opfer. An Seinem Opfer war nichts ungegart oder verwässert. Haupt, Schenkel und innere Teilen deuten wieder auf die Vollständigkeit des Opfers.

2.Mo. 12:10: und ihr sollt nichts davon übriglassen bis zum anderen Morgen. Wenn aber etwas davon übrigbleibt bis zum Morgen, so sollt ihr es mit Feuer verbrennen.

Die Erlösung, welche YHVH Israel anbietet, ist sofort anzunehmen und nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben (Hebr. 3:7, 15, Ps. 95:7-8). Daher wird auch vom Lamm nichts übrig bleiben, da Gottes Erlösung keine "Teilerlösung" ist. Das Opfer Seines Sohnes soll von uns im Hier und Jetzt angenommen werden. Der Opfertod des Messias Yeshua bewirkte ein für alle Male annehmbares Opfer vor Gott (Hebr. 7:12, 10:10).

2.Mo. 12:11: So sollt ihr es aber essen: eure Lenden umgürtet, eure Schuhe an euren Füßen und eure Stäbe in euren Händen, und in Eile sollt ihr es essen; es ist das Passah YHVH

Das Mahl soll in einer Haltung gegessen werden, welches die Bereitwilligkeit des Aufbruchs ins verheißene Land reflektiert. Denn Israel soll Ägypten für immer verlassen. Einige Male hatte der Pharao versucht hiergegen anzugehen. Er gab die Anspielungen, dass Israel im Land Ägypten ihre Opfergaben vor Gott dar bringen könne, dass nur ein Teil der Belegschaft auszieht, und dass ein Teil der Habe zurückbleiben sollte (2.Mo. 8:25, 10:8-12, 10:24).

Die Aussage ist natürlich klar: Pharao versucht Israels kompletten Auszug zu verhindern. Dies kann natürlich nicht akzeptabel sein. Wir können Gott nicht an dem Ort und der Stelle huldigen, wo die Sklaverei uns noch vereinnahmt. Ein Verlassen des Ortes der Knechtschaft muss mit der Anbetung des Allmächtigen einhergehen. So können wir nicht in der Sünde verharren und Gott trotzdem nebenher dienen. Vor der zehnten Plage hat Gott es nun angekündigt, dass der Pharao sie danach ziehen lassen wird. Und so waren wir aufbruchsbereit und verließen das alte Leben, als wir Gottes Einladung folgten, an Seinem Bund teilzuhaben. Fortan würden wir unser Leben, durch Seine Kraft, geistig danach ausrichten, das ungesäuerte Brot - Yeshua - zu unserer Nahrung zu machen.

Auch später werden wir angehalten von dem Apostel Paulus unsere Gesinnung vor dem Mahl zu
prüfen, da wir zu jedem Fest unsere Bereitwilligkeit zur Nachfolge erneut bekräftigen.

2.Mo. 12:12: Denn ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Land Ägypten schlagen, vom Menschen bis zum Vieh, und ich will an allen Göttern der Ägypter ein Strafgericht vollziehen, ich, YHVH

 Der in Ägypten die Zerstörung anrichtet, ist YHVH persönlich. Das Blut nicht an die Türpfosten gebracht zu haben ist ein persönliches Affront gegen Ihn. All diejenigen in Ägypten, welche die Warnungen in den Plagen nicht ernst nahmen und Gottes Erlösung für sich nicht in beanspruchten, mussten nun unter Gottes Strafgericht kommen und mit ihren Leben bezahlen.

2.Mo. 12:13: Und das Blut soll euch zum Zeichen dienen an euren Häusern, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde.

Das Blut ist das einzige, was der Schöpfer für unsere Erlösung gegeben hat. So wichtig war es eine Trennung zu machen, dass der Schöpfer es gänzlich verboten hat, Blut zu Essen. Es musste zu aller Zeit abgesondert bleiben.

3.Mo. 17:10: Und wenn ein Mensch aus dem Haus Israel oder ein Fremdling, der unter ihnen wohnt, irgendwelches Blut isst — gegen die Seele, die Blut isst, will ich mein Angesicht richten und sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes.
11 Denn das Leben des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele

Befürworter der These, dass Blut nicht immer in der Schrift für Sühnung gebraucht wurde (ihre Aussage impliziert natürlich, dass sie Yeshua nicht als Messias akzeptieren), werden vermutlich solche Stellen wie 2.Mo. 30:12-16, 4.Mo. 31:50 aufführen. Dass diese Stellen aber eine Blutsühnung sogar bekräftigen, ist nicht an Ort und Stelle weiter zu vertiefen.

Das Blut brachte Israel allerdings erst dann die Erlösung, wenn es angebracht wurde. In gleicher Weise muss das Blut des Messias an uns ebenfalls aktiv angebracht werden. Alle die, wir an die Erlösung vom Herrn Yeshua glauben, glauben an die Sühnung durch Sein Blut für uns und dies wird in fortwährender Gemeinschaft mit Ihm bestätigt.

So sehen wir, dass das Anbringen des Blutes und das Essen des Lammes miteinander einhergingen. Das Blut konnte, zum einen, nicht angebracht werden, um dann das Lamm nicht zu essen. Wiederum hätte der Verderber im Haus die Zerstörung angerichtet, wenn das Haus sich beim Essen des Mahls befand, das Blut aber an den Türpfosten vergessen wurde. Unsere Erlösung (Blut) in Yeshua bedeutet, in inniger Gemeinschaft mit Ihm (Essen des Lammes) verbunden zu sein.

2.Mo. 12:14: Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

Jedes Jahr soll Israel dieses Fest nun im Gedenken halten und in Ewigkeit auf Gottes Erlösung schauen und es gleichzeitig es seine Kinder lehren. Soweit haben wir einige Punkte zusammengefasst und wollen nun die Einhaltung des Festes heute Tag betrachten.

6.1 Pessach in Israel

Das Passah beginnt am Abend des 14. Aviv, und am selben Abend beginnt das Fest der ungesäuerten Brote zum 15. Aviv. Dieses Fest dauert sieben Tage lang. Entsprechend ist Vorbereitung getroffen worden, denn zum Passahabend und über die Dauer des Festes muss das Haus frei von Sauerteig sein. Dies beinhaltete ein vorheriges Reinigen des Hauses. Lebensmittel wurden auf Hefe oder Sauerteig überprüft, um diese vorher zu verzehren oder aufzubrauchen. Alles was nicht mehr rechtzeitig verwendet werden kann, wird vernichtet.

Mehrere Besonderheiten gibt es zum Passahfest. Es ist eines der drei Feste, in dem alles Männliche aus Israel vor Gott in Jerusalem erscheinen sollte (5.Mo.16:16). Die anderen zwei Festtage, an denen dies noch geschieht, sind Pfingsten (Wochenfest) und das Laubhüttenfest. Diese drei Feste haben zusätzlich die Gemeinsamkeit, dass sie Erntefeste sind. Zum Passahfest im Frühling geschieht die Ernte der Gerste. Später werden wir sehen, dass zum Passahfest eine Erstlingsgabe der Gerste in den Tempel gebracht werden musste. Zu diesen Festen erschien Israel dann jährlich in der Heiligen Stadt.

Zu Pfingsten ist dann die Weizenernte, und zur Wende des Jahres (dem Laubhüttenfest) die Weinernte. Dass das Passahfest mit einer Ernte verbunden ist, spricht von Israels Sieg über Knechtschaft und Sklaverei, denn zum Exodus wurde Israels als Nation geboren. Wir erinnern uns, dass geschrieben steht, dass Israel der erstgeborene Sohn Gottes ist (2.Mo. 4:22). So wird in der Passahwoche, als Israel frei kam, die erste Ernte des Jahres eingeholt. Im ersten sowie im Neuen Testament sind die Aspekte Passahfest und das Fest der ungesäuerten Brote miteinander verbunden - so dass z.B. der Begriff „Passahwoche“ tatsächlich die Woche der ungesäuerten Brote beschreibt.

Israel feierte das Pessach in Ägypten, ein Jahr nach dem Exodus (4.Mo. 9:1-4) und erst später wieder als Nation kurz vor dem Einzug ins Heilige Land (Jos. 5:10). Vom kollektiven Feiern des Festes wird u.a. unter König Salomon (2. Chr.8:13), Hiskia (2.Chr. 30:5, 18) und Josiah (2.Chr. 35:7) berichtet. Frauen waren der Torah nach nicht verpflichtet hoch nach Jerusalem zum Fest zukommen. Dies wird offensichtlich weniger mit dem sozialen Status der Frau zu tun haben, als mehr mit der Berück-sichtigung ihres möglichen Zustandes. Bei Schwangerschaft, Wochenbett oder Kinderpflege würde sie erheblich entlastet sein, wenn sie nicht in der Verpflichtung einer langen Reise steht. Dies muss demnach zur freien Entscheidung gestanden haben, da wir aus der Bibel von Frauen wissen, die zu Pessach anreisten (1. Sam. 1:7, Luk. 2:41-48).

Das Fest war jährlich ein freudiges Ereignis, wo sich Pilgerschaften in singenden Scharen nach Jerusalem aufmachten, während sie gleichzeitig ihre Gaben mit sich trugen. Keiner sollte vor dem Allmächtigen leer erscheinen (2.Mo. 23:15). Dass Yeshuas Familie mit den rabbinischen Bräuchen vertraut war, geht aus dem Vermerk hervor dass Er mit zwölf Jahren - das zugelassene Mindestalter - mit zum Fest kam. Hier lesen wir dann im Neuen Testament von weiteren Instanzen, in welchen Yeshua zu den festgesetzten Zeiten ebenfalls hoch nach Jerusalem zum Fest zog.

6.2 Pessach und Jüdische-Tradition

Die Zeremonie des Festes weicht heute, wegen verschiedener Faktoren, von der Art und Weise des zuerst eingesetzten Passahs ab. Das Inspizieren und Schächten des Lammes geschah einst durch den Familienvater, was sich aber später mit der Einsetzung des Priestertums änderte. Auch konnte das Pessach künftig nicht irgendwo geopfert werden (5.Mo. 16:5). In der Wüstenwanderung hätte dies durch die Priester innerhalb der Stiftshütte stattgefunden. Als Jerusalem dann zur Hauptstadt Israels ernannt wurde, zentrierte sich die Feier und das Mahl um den dortigen Tempel.

Im Laufe der Jahre, sowie nach der Zerstörung des Tempels und dem Exil, änderten sich die Bedingungen, unter denen Israel das Pessach halten konnte abermals. Auch kam durch Traditionen einiges zu den Hauptbestandteilen des Passahmahles hinzu. Durch den Tod und die Auferstehung von Yeshua werden symbolische Bedeutungen im Licht der Schrift erneut betrachtet. Zum biblischen Mahl gehörten folgende Bestandteile:

  • Das am Feuer gebratene Lamm
  • ungesäuertes Brot
  • bittere Kräuter

In jüdischer Tradition wird das Passahfest eng mit der Sehnsucht der Wiederherstellung aller Dinge und Israels Erlösung von allen seinen Feinden verknüpft. Die Überlieferung erzählt, dass die wichtigsten Ereignisse Israels alle im Zeitraum des Passahfestes stattfanden. Es wird auch so verstanden, dass der Messias Israels Befreiung bewirken und gleichzeitig mit Seinem Erscheinen das Strafgericht, über Seine Feinde kommen wird.

In all dieser Erwartungshaltung wurde in jüdischer Tradition die Tür des Hauses während des Festes geöffnet, um den Propheten Elia (welcher der Vorbote des Messias ist) hereinzubitten. Diese Zeremonie geschah nach dem Trinken „des dritten Kelches“ oder „Kelch des Segens“, welcher aus der Pessach Tradition bekannt ist. Es ist möglich, dass diese Traditionen zu Zeiten des Messias große Bekanntheit und Einsetzung erfuhren, und das mag auch die Grundlage der Aussage des Apostel Paulus gewesen sein:

1.Kor. 10:16:  Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Messias? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Messias?

Im Judentum wird für jeden Gast am Tisch auf einem Teller, genannt „Sederteller“ (seder bedeutet: Ordnung), Folgendes bereitet:

  • gekochtes Ei
  • Haroseth (Mischung aus Äpfel, Honig und Rosinen)
  • Salzwasser
  • bittere Kräuter
  • Lammkeule
  • Petersilie
  • Kopfsalat

Zum Tisch kommen hinzu drei „Matza“ (plural Matzot) - das jüdische ungesäuerte Brot - und Wein.

6.3 Wein und die „Vier Kelche“

Es bleibt nicht ausgeschlossen, dass das Pessach zu der Zeit des Messias volkstümlich nach jüdischer Tradition gehalten wurde. Demnach wären gewisse Bestandteile, die wir eben beschrieben haben, zum Abend des Mahls am Tisch präsent gewesen. Ob alle heutigen Traditionen damals herrschten, steht zur Frage aus. Ein besseres Verständnis dieser Traditionen würde uns aber tiefere Einblicke liefern bezüglich dem, was in der Nacht geschah, als Yeshua das Mahl hielt. Messias Yeshua bezog viele dieser Elemente auf Sich, Sein Reich und Seinen Bund.

Kurioserweise kam zum Passahfest, rein durch die Tradition, Wein hinzu. Dieser wurde in der Torah weder erwähnt noch verlangt. Aus Messias Handeln zu Pessach sehen wir aber demnach, dass Er nicht alles aus der jüdischen Tradition ablehnte. Vielleicht können wir uns sogar die Behauptung erlauben, dass Seine Vorsehung dies erlaubte. Denn Er nutzt den Wein des Festes, um es auf das Blut Seines Bundes zu beziehen.

Nach der Tradition mussten nun zum Fest vier Kelche Wein für jeden Teilnehmer vorhanden sein. Laut dem Talmud deutet die Zahl „vier“ auf den Zorn, der auf die Heidenvölker kommen wird (1 Jer. 25:15,  2 51:7, 3 Ps. 11:6 & 4  75:8) und den von Israel zu erwartenden Trost (s. 1 Ps. 16:5, 2 23:5, 3116:13, & 4 17 wegen des 2x „anrufen“). Dies sind soweit die Überlieferungen. Anders sind die vier Kelche im Allgemeinen aber bekannt als:

•    1.Kelch: „Kelch der Heiligung“
•    2. Kelch: „Kelch der Befreiung“
•    3. Kelch: „Kelch der Erlösung“
•    4. Kelch: „Kelch der Hoffnung“

Obgleich diese Kelche durch Traditionen dazugekommen sind, versuchen sie im Kern die Realität des Auszugs aus Ägypten wiederzugeben. Zum einen wird die Feier mit Wein eröffnet, da das Mahl als eine Feier gesehen wird. Diese Kelche wurden zum Passahmahl an unterschiedlichen Zeitpunkten getrunken. Alle der vier Kelche bezeichnen Gottes Erlösungswerk an Israel, dem Erstgeborenen. Der erste Kelch beschreibt die Absonderung aus Ägypten, die Gott an Israel vornahm, damit das Volk Ihm in Einfältigkeit dienen kann. Der zweite Kelch spricht davon, dass Gott Israel von der Sklaverei und der Knechtschaft erlöst. Er erinnert uns daran, dass unsere Hoffnung nur in Gottes Erlösung liegt.

Der dritte Kelch beschreibt dann, wie Gott sein Volk für Sich erlösen wird. In diesem wird die Zahlung eines Preises verstanden, wie in dem Fall, dass ein Familienmitglied Erlösung braucht. Dieser hohe Preis ist jener, welchen Yeshua für uns vollbrachte. In der Hoffnung des vierten Kelches ist dann die Erwartung des Messias, und er beschreibt, dass dies erst zukünftig geschehen wird, wenn ganz Israel im Land ist. Der letzte Kelch bezeichnet die Tatsache, dass die Erlösung noch nicht komplett ist und dass dies erst mit Messias geschieht.

Zu dem vierten Kelch gibt es daher unterschiedliche Meinungen. In einigen Gemeinschaften wird der vierte Kelch zum Abschluss der Feier getrunken, womit dann das Lied „Nächstes Jahr in Jerusalem“ die Feier abschließt. Andere haben Grund zu glauben, dass dieser Kelch auch von Messias unberührt blieb: sinnbildlich dafür, dass die Feier mit ihm in Seinem Reich noch aussteht (mehr dazu später).

7.1 Die Zeremonie

Jetzt geht es uns darum diese Einheiten für die heutige Feier in Einklang zu bringen. Es ist also wahrscheinlich, dass gewisse Traditionen des Pessach zu Yeshuas Zeiten währten. So möchten wir jetzt aus dem Gesamtablauf, wo möglich, Verknüpfungen zu Seiner Lehre aufspüren.

Zu Beginn der Feier werden im Judentum die Worte „Kadesh, Urchatz, Karpas, Yachatz, Maggid, Rachtzah, Motzi-Matzo, Maror, Koreich, Shulchan Oreich, Tzafun, Bareich, Hallel, Nirtzah ..!“ gesanglich rezitiert, welche allen Teilnehmern einen Gesamtüberblick zur Ordnung des Pessachabends verschafft (dieser Ablauf ist im „Pessach Hagada" ausführlich detailliert). Zu allen diesen Punkten geschieht ein gewisser Ablauf.

1. Kelch: Kiddush Segen und Trinken

Das Fest beginnt, indem der Vorsitzende/Leiter der Tischgesellschaft den ersten Kelch mit Wein füllt, diesen in seine Hand nimmt und einen Dank ausspricht (Kadesh).

Das Händewaschen

Hiernach waschen sich die Teilnehmer am Tisch die Hände (Urchatz). An dieser Stelle musste es demnach gewesen sein, wo die Fußwaschung am Mahl von Yeshua geschah. Traditionell war die Reinigung der Hände mit geistiger Reinigung verbunden (z.B. Mark. 7:5). Bei der Episode mit den Pharisäern lehnte Yeshua diese Auslegung aus ihrer Überlieferung ab.

Aber hier mit Seinen Jüngern zu Tisch erweitert Er diesen Brauch zu einer Lehre in Demut, Gemein-schaft und Liebe untereinander und die Vergebung durch die Reinigung der Sünden, die nur Er vollbringen kann (Joh. 13:4-10).

Joh. 13:12: Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe?

Eintauchen der Kräuter:

Danach nehmt dann der Leiter einige der Kräuter und taucht sie in das Salzwasser, ist davon und gibte den anderen zu Essen (Karpas).

Die 3 Matzot

Ein Matza ist das traditionelle, jüdische ungesäuerte Brot. Es ist viereckig und im Prinzip eine große Waffel ohne Sauerteig. Damit es beim Zubereiten über dem Feuer nicht aufgeht, wurden Löcher in das Brot gestochen. Yeshua wurde für uns durchgestochen (Jes. 53:5). Wie ein Brandopfer am Feuer wird auch das Matza durchs Feuer fertiggestellt. Das Matza ist dann braun und vom Feuer gezeichnet. Das Matza liefert uns ein perfektes Bild zu Yeshua.

An dieser Stelle wird das mittlere von den drei Matzastücken durchgebrochen (Yachatz). Der größere Teil von dem durchgebrochenen Matza wird dann in ein Tuch eingewickelt und von dem Hausherrn versteckt. Dieses nennt man „Afikomen“. Es kommt von einem griechischen Wort und bedeutet „Nachspeise". Allerdings ist das Matzastück nicht süß. Es wird so betitelt, weil es das Stück ist, welches zum Schluss (daher Nachspeise) des Abends gegessen wird.

Dieser Brauch wurde, nach rabbinischer Erklärung, in jüdischen Familien erst im Mittelalter eingeführt um einen weiteren Punkt im Seder zu haben, welcher die Kinder animiert. Die Kinder im Haushalt müssen dann den Afikomen finden und bekommen vom Hausherrn eine Belohnung (eine Geldmünze oder Süßigkeiten). Dies ist aber fraglich, denn es ist möglich, dass der Brauch des Afikomen alt genug ist, dass er zu den Zeiten der Apostel bereits bekannt war.

Die rabbinische Überlieferung allerdings hat keine befriedigende Erklärung dafür, weswegen dies gemacht wird. Aber das durchstochene Matza-Brot, welches gebrochen, in ein Tuch gewickelt und dann versteckt wird, ist natürlich ein vollkommenes Bild auf Messias Yeshua. Wir vertrauen auf die Verheißung des Allmächtigen, dass das gesamte jüdische Volk eines Tages ihren Messias in den Bräuchen des Pessach erkennen wird.

Maggid: die „Pessachgeschichte“ und die Vier Fragen

Der jüngste Sohn (oder die jüngste Person) am Tisch stellt nun die Frage „Weswegen ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?“ Die Grundlage für dieses Intervall wird aus der Torah verstanden:

2.Mo. 13:8: Und du sollst [das] deinem Sohn an jenem Tag erklären und sagen: Es ist um deswillen, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten zog

      1. Weswegen ist diese Nacht anders als die anderen? An anderen Nächten essen wir gesäuertes Brot oder Matza. Weswegen Essen wir heute Abend nur Matza?
      2. An anderen Nächten essen wir jegliches Gemüse. Heute Abend aber nur bittere Kräuter. Weswegen?
      3. An anderen Nächten tunken wir unsere Kräuter nicht ins Salzwasser, aber heute Abend tun wir dies zweimal. Warum machen wir das?
      4. An anderen Nächten sitzen wir aufrecht zu Tisch, aber heute Nacht liegen wir zu Tisch. Warum?

Zu diesen Fragen antwortet der Hausherr mit der Wiedergabe der ganzen Historie der Nation, ihrer Sklaverei, ihrer Befreiung aus Ägypten bis hin zur Vergabe der Torah am Berg Sinai.

1. Sauerteig ist ein Sinnbild der Sünde (siehe auch den Artikel „Fest der ungesäuerten Brote“). Jetzt wo wir Glieder des Leibes Yeshua sind, räumen wir die Sünde aus unserem Leben raus und werden fortan nicht mehr in der Sünde leben.

1.Kor 5:7: Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Messias, der geopfert ist.
8 Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.

2. Die bitteren Kräuter erinnern an die Knechtschaft und Versklavung in Ägypten. Niemals möchten wir zurückblicken! Sie sind ein Sinnbild für den alten Menschen: die Sünde, das Verdorbene und das rebellierende „ich“. Diese Dinge haben wir in Yeshua abgelegt!

Röm. 13:12: Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe. So lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts!
Eph. 4:20: Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt;
21 wenn ihr wirklich auf Ihn gehört habt und in ihm gelehrt worden seid — wie es auch Wahrheit ist in Yeshua,
22 dass ihr, was den früheren Wandel betrifft, den alten Menschen abgelegt habt, der sich wegen der betrügerischen Begierden verderbte,
23 dagegen erneuert werdet im Geist eurer Gesinnung
24 und den neuen Menschen angezogen habt, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.

3. Die Bitterkeit und Härte der Sklaverei waren mit unseren Tränen vermengt. Es war in der Tat eine schwierige und trostlose Zeit. So danken wir von Herzen unserem Herrn und Erlöser Yeshua, der uns aus der Sünde geholt hat, um ein neues Leben in Gemeinschaft mit Ihm zu beginnen.

1. Petr. 2:9: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht
10 — euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid.

4. Einst waren wir Sklaven, aber nun sind wir Kinder des Allerhöchsten und nicht mehr in der Sklaverei. (Dieser Brauch am Tisch zu „liegen“ war in der Antike bekannt. Eine solche Haltung am Tisch deutete von einer Atmosphäre des Zusammenseins, der Freundschaft und der Feierlichkeit). Wir verkünden, dass wir nun keine Knechte mehr sind, sondern Kinder der Freiheit.

Gal. 4:6: Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!
7 So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Messias.

Der Sederteller

Nun erklärt der Hausherr den Teilnehmern am Tisch die einzelnen Bestandteile auf dem Teller:

  • Ei - das steinerne Herz des Pharao
  • Haroseth - eine Mixtur aus Honig, Äpfel und Rosinen. Kennzeichnet den Lehm, mit welchem Israel die Vorratsstädte in der Sklaverei bauen musste
  • bittere Kräuter - erinnern an die bittere Zeit der Knechtschaft
  • die geröstete Lammkeule - für gewöhnlich nehmen die Juden heute kein Lamm, da ohne ein Tempel ein Opfer nicht gebracht werden kann. Lamm sollte natürlich auf das Passahlamm deuten
  • Salzwasser, weitere Kräuter und die ungesäuerten Brote

Der Hausherr geht nach bestem Wissen dann die Erzählungen durch. Dass einige von diesen Sachen wohlschmeckend sind, wird im rabbinischen damit erklärt dass die Knechtschaft in Ägypten zum Teil auch Süßes beinhaltete. Und dies ist bezüglich der Sünde sehr wahr, denn die Sünden die uns versklavt hielten, bereiteten uns oftmals große Freude, obgleich sie uns nie erfüllen konnten und nur den Tod in Aussicht hatten (Röm. 6:23). Hierfür ist Yeshua gekommen, damit wir den ewigen Tod nicht erleiden müssen, sondern das ewige Leben durch ihn erlangen.

Der 2. Kelch

All die Bestandteile des Tellers sprechen von der Befreiung aus der Knechtschaft und dem Heraus-kommen aus der Dunkelheit zum Licht Gottes. Hierfür preisen wir YHVH! Am Tisch wird dann der erste Teil des „Hallel“ - dies sind Psalmen 113 & 114 - gesungen. Hallel bedeutet „Lob“ - die „Hallel“ oder „Lobpsalmen“ sind die Psalmen 113 bis 118. Hierauf wurde dann der zweite Kelch aufgefüllt und getrunken. Erneut wird hier ein Dankgebet ausgesprochen, und jetzt werden ein zweites Mal die Hände gewaschen (Rachtzah). An diesem Punkt geht die Feier zum Brotbrechen über.

Brotbrechen

Die hierfür benutzten Begriffe (Motzi - Matza) weisen auf die Reihenfolge hin. Zuerst wird der Segen gesprochen und dann wird das Brot gebrochen. Dies wird eines der zwei übrigen Matzastücke sein. Ab diesem Zeitpunkt beginnt dann erst das eigentliche Pessachmahl. Das Brot, welches hier gebroch-en wird, ist natürlich das ungesäuerte Matza. Es ist nicht klar, ob Yeshua diese Reihenfolge einhielt. Stücke des Brotes werden von dem Hausherrn, zusammen mit bitteren Kräutern, in das Haroseth eingetaucht; und anschließend an die Teilnehmer am Tisch ausgeteilt. Dies ist demnach in aller Wahrscheinlichkeit der „Bissen“, welchen der Messias Yeshua dem Verräter Judas Iskariot aushändigte.

Joh 13:26: Yeshua antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot.

Wegen solcher Vermerke im neuen Testament erwähnten wir, dass es interessant und nützlich ist die jüdische Tradition, die mit diesem Fest einhergeht, eingehender zu studieren. Dadurch bekommen wir ein Verständnis über den Ablauf, und was am Tisch des Herrn vor sich ging, als Er das Mahl zusammen mit seinen Jüngern nahm. Bisher dienten die oben beschriebenen Abläufe als eine Art Einleitung zum eigentlichen Mahl des Abends. Nach dem Mahl geht es dann zu einem zentralen Punkt der Feier: dem dritten Kelch. Nach dem Bissen verließ Judas allerdings bereits die Tischgemeinschaft. Aus dem Vermerk im Johannesevangelium, dass der Verräter sofort nach dem Bissen das Zusammensein verließ, glauben wir etwas lernen zu können.

Joh. 13:30: Als nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.

Da der Sederabend eine feste Reihenfolge hat, sind gewisse Etappen deutlicher nachzuvollziehen. Es war ein außergewöhnlicher Zeitpunkt um die Feier zu verlassen und dies ist den anderen Jüngern auch aufgefallen. Allerdings erklärten sie sich den Vorfall auf andere Weise. Im Nachhinein sehen wir die Geschehnisse des Abends und deren Bedeutungen klar vor Augen gemalt. Wir erkennen eine Parallele im Johannesevangelium. Noch vor der Kreuzigung und vor dem Passahfest hatte Yeshua davon gesprochen, dass von Seinem Leib und von Seinem Blut gegessen und getrunken werden sollte (Joh. 6:54). Weder gab es je einen Zeitpunkt, noch wird es einen in der Zukunft geben, in welchem wir dies jemals wortwörtlich machen werden. Aber symbolisch soll unsere Beziehung zum Heiland eine reelle und echte Beziehung sein.

Yeshua gab diese Analogie bei der Speisung der Menge. Die meisten hatten sich am Brot satt gegessen, aber es fehlte ihnen die tiefere Bedeutung von dem, was Er damit ansprechen wollte. So ließ Er sich zu dem Zeitpunkt auch nicht von Ihnen zum König machen. Alle Elemente des Pessachabends nutzte Yeshua, um Einblicke und Wahrheiten über Sein Reich, Seine Erlösung und Seine Liebe für uns zu offenbaren. Das Brot welches Er am Abend brach, deutet natürlich auf Seinen Leib, welcher für viele gebrochen wird. Sein Opfertod kann demnach in Seinen Jüngern nur eine lebensverändernde Wirkung erzielen, wenn diese Ihn voll und ganz aufnehmen: ganz wie sie das gebrochene Brot essen werden.

Eine weitere Realität bei der Brotbrechung - sein Todesopfer für uns - wird auch der Wein sein: und dies versinnbildlichte Yeshua durch den dritten Kelch, welcher auf Sein Blut deutete. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass das Brot auch als ein Gleichnis für das Wort Gottes genutzt wird. Das Wort Gottes kann vorerst von fast jedem aufgenommen werden. Dies bedeutet: viele Menschen vermögen es heute zu lesen. Und diejenigen, die nicht lesen können, können es sich von anderen erzählen lassen. Über diesen Weg hätte man in der Tat das Wort Gottes aufgenommen: so wie das Essen von Brot, wie die Menge bei der Speisung der 5000 es tat. Jene aßen zwar das Brot, aber weitere Einblicke fehlten Ihnen noch. Hinter diesem Zustand steckt ist aber eine gewisse Herzenshaltung (Joh. 6:60).

So sucht Yeshua die Beziehung in uns zu Ihm, in welcher das Aufnehmen des Brotes uns so verwandelt, dass wir so werden wie Er. Und dies ist nur innerhalb eines Bundes mit ihm möglich, welcher geschlossen wird durch das Vergießen seines Blutes. Dieser Bund mit Yeshua ist wie ein Ehebund. Yeshua möchte, dass wir keinen anderen Herrn in unserem Leben haben, außer Ihm. Dies ist die Essenz einer Ehe: ein Mann (Yeshua ist der Bräutigam) und eine Frau (wir seine Nachfolger, die an Ihn glauben, sind seine Braut). Im Prinzip können wir sogar schlussfolgern, dass uns deswegen die Ehe gegeben wurde, um dieses Bild besser zu verstehen:

Eph. 5:30: Denn wir sind Glieder seines Leibes.
31 »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden "ein" Fleisch sein«
32 Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Messias und die Gemeinde.

Um eine Ehe zu schließen, verlassen Mann und Frau ihre jeweiligen Familien um zusammen zu kommen, um dann schließlich eins zu werden. Dieses Bild haben wir in Vater Abraham ganz gut gesehen, der seine Familie verlassen sollte um YHVH nachzufolgen, gleich wie Israel Ägypten verlassen musste, um Gott in Freiheit zu dienen. Erst dann schloss der Allmächtige am Berg Sinai mit Israel den Bund, und wir können bis hierhin sehen, dass dieser Bund ein Ehebund war (Jer. 2:2, 3:8, 31:32). Wenn Yeshua die ungläubige Menge tadelt, nutzt er den Begriff „ehebrecherisch“ - denn es beschreibt am trefflichsten ihre Herzenshaltung:

Matt. 12:39: Er aber erwiderte und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona.

Geistige Untreue wird in der Heiligen Schrift daher oft mit Ehebruch verglichen. Das ist auch der Grund, weswegen heute viele nicht heiraten wollen, aber dennoch für sich alle Vorzüge der Sexualität, der Nähe, des Austausches, des Zusammenseins und der Partnerschaft genießen wollen - nur nicht innerhalb eines Bundes. Und so lebten viele von uns einst (1.Kor 6:11), bis die Liebe des Messias und Sein Blut uns reinwuschen. Wenn ein Mann oder eine Frau sich für einen Partner entscheidet, wird es beiden ab dem Bundesschluss klar und ersichtlich sein, dass von jetzt an kein anderer Partner auf der Welt jemals mehr in Frage kommen kann. Dieser Bund bezieht sich auf die gesamte Lebensdauer der beiden Partner.

Selbst für die Jünger scheint dies ein erschreckender Gedanke zu sein (Matt. 19:10). Es hatte sich zu dem Zeitpunkt eine sehr laxe Auslegung der Heiligen Schrift eingeschlichen, in welcher die Gründe für eine Ehescheidung nicht mehr so streng genommen wurden. Auch hier wies Messias Yeshua drauf hin, dass Ehescheidung im Kern wegen Herzenshärte geschieht (Matt. 19:8). Und so ist der Gedanke für viele heute erschreckend, alles hinter sich lassen zu müssen um Messias nachzufolgen. Dabei ist dies die Bedingung der Nachfolge! (Matt. 19:27, Luk. 5:11, Luk. 14:28-30).

So kann man Tag für Tag aus dem Wort Gottes lesen (das Brot essen), ohne dass eine wirkliche Veränderung im Wesen des Menschen und seiner Seele passiert.  Das Produkt eines solchen Essens kann dann in folgende Punkte resultieren: sich Traditionen aufbürden, in Gemeinden Synagogen oder Kirchen gehen, verschiedene Liturgien ausführen, und sogar ein Meister darin sein die Bibelstellen zu lehren und zu zitieren - all das ohne eine wirkliche Beziehung zu Messias. Dies ist der tote Buchstabe des Gesetzes (2.Kor. 3:6). Es ist das Lesen und Aufnehmen des Wortes -  das Brot Essen  - so als würde der Same auf steinigen Boden gestreut werden, aber nichts passiert. Es wächst nichts.

Hierbei hat das Blut aber noch gar nicht gegriffen - im Inneren des Menschen findet keine Transformation statt, um durch Gottes Kraft dem Bild des Messias täglich ähnlicher zu werden (2. Kor. 3:18). Und so wie Judas sind daher heute sehr viele in der Gemeinde: zwar am Abend des Mahl anwesend, aber das Blut des Bundes von Messias Yeshua lehnen sie ab. Lieber tun diese so, als ob sie Yeshua nachfolgen, ihr Herz ist aber woanders hingewandt. Unser Herr weiß dabei um sie alle (Joh. 6:70) und wird am Ende der Zeit eine vollständige Trennung vollbringen. In einem Gleichnis hat Yeshua diesen Zustand sehr anschaulich dargestellt:

Matt. 13:25: Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon.
26 Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut.
27 Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?
28 Er aber sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen?
29 Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit ihm den Weizen ausreißt.
30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

So liefert Judas auch hier ein Beispiel, worauf Acht zu geben ist, damit unsere Herzen bewahrt werden, allezeit auf Messias zu schauen (Hebr. 12:15). Es ist auch bezeichnend, dass der Satan unmittelbar nach dem Bissen in Judas fuhr:

Joh 13:27: Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Yeshua zu ihm: Was du tun willst, das tue bald

Judas hatte sein Herz schon darauf gesetzt, den Bund mit Yeshua nicht einzugehen. Es gab fortan nichts, was Yeshua noch für ihn tun konnte, da eine Herzensbeziehung zu Ihm freiwillig geschehen soll. Der Verlauf bietet uns auch noch mehr Einblicke. Ein solches „Schauspiel“ wird nur bis zu einer gewissen Stufe gehen können. Einen gewissen Teil der Liturgie machte Judas mit - aber seine nicht vorhandene Herzensbeziehung bewirkte, dass er den Tisch vorzeitig verlassen musste. Es wird viele geben, die bezeugen, dem Messias nachzufolgen. Der beste Prüfstein ihrer Echtheit ist demnach jedoch nicht Gemeinschaftszugehörigkeit, vorhandene Bibelkenntnisse, praktizierende Bräuche und Traditionen oder sogar das Bezeugen, den Messias zu lieben. Vielmehr wird es anhand ihres Lebenswandels ersichtlich sein - ob die Früchte des Geistes vorhanden sind (Gal. 5:22). So sagt Yeshua, dass ein Baum nach der Frucht begutachtet werden sollte (Matt. 7:16) und nicht nach dem äußeren Erscheinen (des Menschen). Judas schaffte es nicht bis zum eigentlichen Mahl.

Die Jünger, die bis zum Schluss am Tisch blieben, sind Seine tatsächlichen Nachfolger und diese nehmen auch an dem Mahl und dem dritten Kelch teil. Diesen dritten Kelch der Tradition nutzte Yeshua demnach, um das Blut des Bundes zu repräsentieren. Das Lesen des Wortes, Bräuche und Traditionen und sich zu versammeln, sind demnach auch ein Bestandteil des wahren Nachfolgers. Sein Gottesdienst ist aber nicht hierauf begrenzt. So versuchen wir aus dem Ablauf, der Lehre des Messias und den Überlieferungen aus den Evangelien uns ein Bild zu machen - ohne uns theologisch zu versteifen -  was die Bedeutung des Pessachmahls für uns alles aufzeigt. Die Haltung bei der Teilnahme des Mahls soll die sein, dass wir beschlossen haben Yeshua mit unserem ganzen Leben zu folgen.

Der 3. Kelch: Mahl des Herrn

Als das Pessach für Israel in Ägypten das erste Mal angeordnet wurde, bildete das Lamm den Hauptteil des Festmahls. Hauptteil bedeutet, dass nach dem Essen des Lammes nichts weiter gegessen werden sollte. Als später aber keine Opfergaben im Tempel mehr dargebracht werden konnten, änderte sich auch dieser Hauptbestandteil. Das Lamm gab nun Platz für den Afikomen. In allen Passahmahlen bildet heute der Afikomen den Hauptteil des Mahles. Erneut finden wir es bemerkenswert, wie selbst diese Tradition auf entscheidende Details zu Yeshua blickt. Knapp 40 Jahre nach Auferstehung des Messias wurde der Tempel zerstört, und Opfer wurden im Land Israel nicht mehr dargebracht. Die Darbringung des Lammes jedoch hat bis zum Zeitpunkt des Todes und der Auferstehung seine Erfüllung in Messias Yeshua gefunden.

So dienten die Elemente Brot und Wein sehr trefflich als Symbole des Neuen Bundes, als der Herr mit Seinen Jüngern zu Tisch saß. Wir wiesen bereits drauf hin, dass es nicht ersichtlich ist, ob alle heutigen Traditionen des Pessach zu Zeiten von Yeshua im Gebrauch waren - oder ob alle diese an dem Abend gehalten wurden. Aus den Berichten der Evangelien geht jedoch klar hervor, dass Brot und Wein den Abschluss des Mahles bildeten. Demnach ist zu schlussfolgern, dass das Brotbrechen an sich erst zu diesem Zeitpunkt am Abend stattfand. Betrachten wir nochmal kurz die Reihenfolge des Abends, als Yeshua das Mahl nahm:

Matt. 26:26: Als sie nun aßen, nahm Yeshua das Brot und sprach den Segen, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, esst! Das ist mein Leib.

In Lukas Evangelium:

Luk. 22:17: Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch!
18  Denn ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.

Als die erste Stufe wäre dies demnach gleich zum Anfang des Abends gewesen. Es scheint uns so, dass Lukas den Abendverlauf kompakt zusammengefasst hat. Nach dem Bissen war Judas nicht mehr am Tisch - und der nächste beschriebene Teil bildet den Abschluss und Ausgang des Festes.

19  Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
20  ebenso auch den Kelch nach dem Mahle und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.

Demzufolge war der Verräter hier nicht mehr am Tisch gewesen. Zusammen mit Seinen Jüngern begeht Yeshua nun den Höhepunkt des Abends, indem Er das Brot brach und den dritten Kelch austeilte. So können wir sagen, dass das Mahl des Herrn im Kern das Brot und den Wein ausmacht. Wir hoffen, dass es aus dieser Chronologie und kurzen Erklärungen ersichtlich ist, wie sich diese Ereignisse am Tisch des Herrn abgespielt haben.

Mark. 14:22: Und während sie aßen, nahm Yeshua Brot, lobpreiste, brach und gab es ihnen und sprach: Nehmet, das ist mein Leib.
23 Und er nahm den Kelch, sagte Dank und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.

Da Yeshua nun sagte dass Er hinfort nichts mehr vom Gewächs des Weinstocks trinken würde, glauben heute einige, dass Messias den vierten Kelch nicht anrührte: in Symbolik daraufhin, dass dies zukünftig mit Seiner Braut in seinem Reich passieren wird. An dieser Stelle wird jetzt der Hallel zu Ende gesungen.

Matt. 26:27: Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den Kelch und sprach: Trinket alle daraus;
28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.
29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.  
30 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

8.1 Ein Wort zur eigenen Prüfung

An dieser Stelle ist es für uns wichtig die Ermahnung des Apostel Paulus an die Korinther Gemeinde uns einmal zu Gemüte zu führen. In diesem Brief erwähnte Apostel Paulus einige Male das Passahmahl und das ungesäuerte Brot (1.Kor.5:7-8, 1.Kor.10:16, 1.Kor.11:20-34). Das Bild, welches uns die Bibel über die Korinther Gemeinde liefert, ist dass diese Gemeinde in einem schwachen, geistigen Zustand war.

In den Kapiteln zuvor ermahnte der Apostel die Gemeinde wegen Spaltungen und Parteiungen und dem allgemeinen Zustand untereinander. Dieser beinhaltete Hurerei , Fragen zum Essen von Götzenopferfleisch und anderen Dingen, welche so unter ihnen praktiziert wurden. Als es nun um das „Mahl des Herrn“ geht, hat der Apostel Ihnen einiges zu sagen, was uns nicht entgehen sollte. Der Vollständigkeit halber und wegen der Wichtigkeit führen wir den gesamten Abschnitt betreffend des Mahles des Herrn auf:

1.Kor. 11:20: Wenn ihr nun zusammenkommt, so hält man da nicht das Abendmahl des Herrn.
21 Denn ein jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken.
22 Habt ihr denn nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht.
23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Yeshua, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot,
24 dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.
25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
27 Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn.

Soweit erklärte der Apostel Paulus den Ablauf, den wir bis jetzt gemeinsam verstanden haben. Anschließend geht es um die Haltung der Teilnehmer:

28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch.
29 Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selber zum Gericht.
30 Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen.
31 Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet.
32 Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden.
33 Darum, meine lieben Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander.
34 Hat jemand Hunger, so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das andre will ich ordnen, wenn ich komme.

Es wird davor gewarnt, dass man nicht unwürdig zu Tisch sitzt, um an dem Mahl teilzunehmen. Es ist wichtig sich vorher zu prüfen, und wir möchten hierzu einige Zeilen verwenden. Im Gegensatz zu einigen Lehren, die heute so kursieren, hat der Herr Yeshua Sein Leben nicht aufgegeben, damit Seine Nachfolger in der Sünde verbleiben können. Es stimmt nicht, dass die, die an Ihn glauben nichts gegen die Sünde tun können und daher in ihr verharren dürfen; denn das widerspricht dem Kernauftrag des Messias für Sein Volk. Das, was Ihn ans Kreuz brachte, waren ja unsere Sünden. Mit dieser Sünde möchte Er nun ein Ende in unserem Leben machen. Das hat Er versprochen und wird es auch tun.

Aus sich heraus ist daher keiner würdig an Ihm teilzunehmen. Er aber bietet Sich freiwillig für uns dar, damit wir von unseren Sünden rein gewaschen werden können. So soll nun keiner denken, dass er nicht würdig genug ist, am Mahl des Herrn teilzunehmen und deswegen das Pessach verpassen. Keiner ist würdig an Ihm teilzunehmen. Zu behaupten, dass man für das Mal „zu unrein ist“, ist nur eine andere Art des Stolzes, welchen man nicht ablegen möchte. Die Haltung „ich bin nicht gut genug für den Messias“ ist lediglich eine versteckte Botschaft dafür, dass man an dem Messias keinen Anteil haben möchte. Diese Haltung ist ähnlich wie die Nichtanbringung des Blutes in Ägypten, eine offene Ansage gegen Ihn. Messias bietet jedem die Chance, sich vorzubereiten und am Pessach teilzunehmen (mehr dazu im Abschnitt „2. Pessach“).

Gemäß der obigen Einleitung spielt es aber eine große Rolle, mit welcher Haltung man zum Tisch kommt - dies ist, was Paulus an die Korinther schreibt und wovor er sie warnt. In der Torah lesen wir vom Friedensopfer , welches ähnliche Merkmale wie das Passahlamm hat (siehe auch die Videoserie „Die Opfergaben“). Die Bedingung für den Teilnehmer, dieses Opfer darbringen und essen zu dürfen war es, dass der Teilnehmer keine Unreinheit an sich hatte (3.Mo. 7:20).

Das Passahmahl ist nicht nur ein Symbol, sondern es hat eine tiefe Bedeutung für uns. Was passierte denn in der Nacht des Passahs? Es musste ja zweierlei passieren: das Blut an die Türpfosten und das Essen des Lammes. Das Essen des Lammes (Brot) ist ein Symbol darauf, dass wir uns bereit erklärt haben, so zu werden wie Yeshua - denn wir nehmen Teil an seinem Leib. Die Voraussetzung hierfür ist aber, dass wir das Blut von dem Lamm, welches gerade gegessen wird, an der Tür haben! Es genügt somit nicht, sich nur auf das Blut Seines Bundes zu beziehen (welches Vergebung und Reinwaschung der Sünde bedeutet), ohne die Bereitwilligkeit zu haben, von Ihm verwandelt zu werden und so zu werden wie Er (das Essen des Lammes: praktischer Lebenswandel und Formung).

Somit kann sich wiederum auch nicht zu Tisch setzen, wer bezeugt, dass er/sie sich in dem Prozess befindet, in Sein Ebenbild verwandelt zu werden, wenn dabei doch Seine Vergebung und Seine Reinwaschung vernachlässigt wurden! Hier ist also eine Prüfung notwendig. Ein ernstes sich selber Prüfen und Richten (Handlung nach der Prüfung) ist von Nöten. Yeshua lädt ein, aber unsere Herzen sollen geprüft werden. Wenn noch Bitterkeit, Groll, Hass, Neid, Zwietracht und dergleichen vorhanden oder wenn bekannte Sünden noch im Leben präsent sind, dann soll für diese Sünden beim Vater, durch Yeshua, um Vergebung gebeten werden. Was wieder-gutzumachen ist, ist vor dem Fest zu bereinigen. Yeshua wird denjenigen von diesen Sünden reinigen und vergeben. Danach kann ein jeder freimütig zum Tisch des Herrn kommen.

8.1 David und Mephibosheth (2. Samuel 9)

Ein schönes Bild hierzu möchten wir aus der Schrift zur Untermalung herbeiführen.  König David ist nach viel Prüfung und Drangsal zu Macht gekommen, wie Gott es ihm versprochen hat. Der vorherige König, König Saul, war ihm spinnefeind. Aus der Königslinie gab es aber einen, mit dem David eine besonders enge Verbindung hatte: dies war der Sohn des ehemaligen Königs, Jonathan. Zum Schluss fiel Sauls Dynastie.

Eines Tages wollte David wegen seines Freundes Jonathan dem Haus Saul Barmherzigkeit erweisen. Es stellte sich heraus, dass der einzig auffindbare Nachkomme ein lahmer, verkrüppelter Mann namens Mephibosheth war. Diesen ließ König David nun rufen. Wegen der vorherigen Feindschaft gegen König David und seiner eigenen Nutzlosigkeit war es verständlich, dass der Mann sich vermutlich zu Tode fürchtete. Der König sicherte ihm aber zu:

2.Sam 9:7: Und David sprach zu ihm: Fürchte dich nicht; denn ich will gewiss Gnade an dir erweisen um deines Vaters Jonathan willen und will dir alle Felder deines Vaters Saul wiedergeben; du aber sollst täglich an meinem Tisch das Brot essen!

Wir betrachten diese Passage als prophetisch, denn Mephibosheth stellt uns dar. Wir waren dem mächtigen König Yeshua aus uns heraus vollständig nutzlos und waren einst seine Erzfeinde. Wegen Seiner Barmherzigkeit aber ruft Er uns nun auf, an Seinem Tisch das Brot zu essen. Die Antwort an den König war treffend:

2.Sam 9:8: Da verneigte er sich und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, dass du dich wendest zu einem toten Hund, wie ich einer bin?

Und diese Antwort hat bei der ersten Begegnung auch den richtigen Platz gefunden: der junge Mann gibt zu, dass er keinen Verdienst daran hatte, in der Anwesenheit des Königs zu sein - geschweige an seinem Tisch zu sitzen. Wie würde man aber jetzt seine Haltung verstehen, wenn nachdem der König ihm einen Platz zusicherte, er täglich nun ungepflegt und unvorbereitet zu Tisch kommt, indem er wiederholt die Aussage trifft, er sei zu unwürdig einen Platz beim König zu haben? Zu Recht hätte man ihn als aufsässig und widerspenstig verstanden und wahrscheinlich hingerichtet. Auch so mit Yeshua: Er hat uns vergeben, uns wiederhergestellt, und nun dürfen wir mit Ihm zu Tisch sitzen. Halleluja!

8.2 Was das Blut bei uns aussagt

Yeshua hat uns das Blut seines Bundes bereits versprochen. Es ist für uns da denn Er begehrt es, uns zu erlösen und zu verändern, wenn wir Ihn als Herrn annehmen wollen. Wir dürfen zu Ihm rufen, Er erhört uns; Er kennt unsere Gebrechen, Er vergibt uns und stellt uns wieder her. Das Blut an der Tür bekennt „Ja, Herr! Komm herein und verändere mich. Ich bin ganz Dein und Dir ganz ergeben. An Dir möchte ich und darf ich nun teilhaben, o Herr, denn Du bist für mich gestorben damit ich lebe. Macht Deines Bluts, Deines Sieges und Deiner Auferstehung lebst Du nun in mir, um mich nach Deinem Abbild zu formen. Danke Herr!“

Off.3:20: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.
21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.

Ägypten hatte trotz mehrfacher Warnung den Erlösungsruf des Allmächtigen ignoriert, und so musste es teuer mit dem Leben bezahlen. Als unser Messias das Mahl mit seinen Jüngern hielt, gab es eine Aussiebung, wie wir in Judas gesehen haben. So sehen wir, dass Pessach für die Kinder des Reiches eine Freude und Gemeinschaft mit dem Herrn ist. Gleichzeitig ist es aber auch ein Zeichen des Gerichts für die Welt, die Seiner Erlösung nicht glaubt.

Vater YHVH akzeptiert uns allein auf der Basis seines Sohnes Yeshua, und so wird das Gericht an uns vorbeiziehen, wenn Er das Blut an uns sieht. Möge das kommende Passahfest für uns alle eine innige Zeit des Zusammenseins mit unserem Herrn und Erlöser Yeshua sein. Amen!

8.3 Das 2. Pessach

Es war dem Schöpfer ganz wichtig, dass jeder in Israel die Chance nutzte am Pessach teilzunehmen. So gab es für die, welche zwar vorbereitet waren, aber durch plötzliche Unreinheit im ersten Monat das Pessach unerwartet nicht halten konnten, im zweiten Monat die Gelegenheit das Fest doch zu halten:

4.Mo. 9:10:  Rede zu den Kindern Israels und sprich: Wenn jemand von euch oder von euren Nachkommen wegen einer Leiche unrein wird oder fern auf der Reise ist, so soll er dennoch dem Herrn das Passah halten.
11 Im zweiten Monat, am vierzehnten Tag sollen sie es zur Abendzeit halten und sollen es mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern essen,
12 und sie sollen nichts davon übriglassen bis zum Morgen, auch keinen Knochen an ihm
zerbrechen; nach der ganzen Passahordnung sollen sie es halten.
13 Der Mann aber, der rein und nicht auf der Reise ist, und es unterlässt, das Passah zu halten, eine solche Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, weil sie die Opfergabe des Herrn nicht zur bestimmten Zeit dargebracht hat; ein solcher Mann soll seine Sünde tragen!

Wir sehen, dass der Schöpfer jedem die Chance zu Pessach eröffnet. Keiner sollte es versäumen!

8.4 Weitere Kriterien für das Passah

Nachdem dies also alles beschrieben und erklärt wurde, bleibt die Frage, ob wirklich jeder zum Tisch am Pessach sitzen darf, um an dem Mahl teilzunehmen. Die Antwort hierauf ist: nein.

2.Mo. 12:43: Und YHVH sprach zu Mose und Aaron: Dies ist die Ordnung des Passah: Kein Fremdling darf davon essen.

Dieser Vers spricht davon, dass das Mahl nur für Mitglieder des Bundes im Haushalt des Herrn ist. Für uns bedeutet dies, dass nur gläubige an Yeshua am Passah teilhaben sollen. Hieraus ist daher zu sehen, dass gegenüber Freunden und Bekannten, die noch nicht an Yeshua glauben, keine Einladung ausgesprochen werden kann, um an dem Mahl teilzunehmen.

Etwas anderes möchten wir noch ansprechen: es gibt Gläubige an Yeshua , die sich noch bewusst in anderen Traditionen befinden (Sonntagsfeier, Ostern, Weihnachten). Können diese mit am Mahl teilnehmen? Unser Verständnis dazu ist: erst ab dem Zeitpunkt, wo ein bewusstes Lossagen von allen Traditionen, die der Herr nicht geboten hat, erfolgt ist. Dies wird als Teil der Prüfung verstanden, bevor man zu Tisch sitzt. Ein jeglicher prüfe sich also in dieser Sache selbst.

44 Jeder um Geld erkaufte Knecht eines Mannes aber kann davon essen, sobald du ihn beschnitten hast.

Muss jemand physisch im Fleisch beschnitten sein, bevor er an dem Passahfest teilnehmen kann? Nein. Die Beschneidung im Fleisch bewies zu dem Zeitpunkt die Bundeszugehörigkeit zu Israel, ob Fremdling oder Einheimischer. Es geht uns jetzt um die Beschneidung im Herzen (5.Mo 10:16, Gal. 6:15). Diese äußert sich darin, auf Yeshua zu vertrauen und Ihn als Erlöser angenommen zu haben.

45 Ein Bewohner ohne Bürgerrecht und ein Mietling darf nicht davon essen.

Somit darf kein Ungläubiger am Passahmahl teilnehmen.

46 In einem Haus soll man es essen. Ihr sollt von dem Fleisch nichts vor das Haus hinaustragen, und kein Knochen soll ihm zerbrochen werden.

Dies deutet auf Yeshua, in welchem kein Knochen gebrochen wurde (Joh. 19:36).

47 Die ganze Gemeinde Israels soll es feiern. 48 Und wenn sich bei dir ein Fremdling aufhält und dem Herrn das Passah feiern will, so soll alles Männliche bei ihm beschnitten werden, und dann erst darf er hinzutreten, um es zu feiern; und er soll sein wie ein Einheimischer des Landes, denn kein Unbeschnittener darf davon essen.

Der Fremdling (Ungläubige) muss sich vorher zu Yeshua bekehrt haben, um am Mahl teilzuhaben.

49 Ein und dasselbe Gesetz soll für den Einheimischen und für den Fremdling gelten, der unter euch wohnt

Freude, Zutrauen und Shalom im Herrn für das Passahfest!

9.1 Praktische Vorbereitungen

Im Ganzen Soll unser Herz breitet sein. Wir hoffen, dass dieser Punkt gut genug vermittelt werden konnte. Darüber hinaus gibt es ein paar physische Dinge, die zuvor geschehen müssen. Das Passahmahl beginnt am 14. Aviv und die Feier ist am Abend. Da die Tage im Hebräischen anders verlaufen als unsere, geht der 14. am Abend gleich in den 15. Aviv über (siehe der Artikel „Der Biblische Kalender“ für Grafiken und mehr Info). Der 15. Aviv ist ein Feiertag, an dem keine Werktagsarbeit gemacht werden kann. Daher sind gewisse Vorkehrungen im Vorfeld notwendig.

Ab dem 15. soll sieben Tage lang kein gesäuertes Brot gegessen werden, so dass das Haus zum Abend des 14. schon sauerteigfrei sein muss. Je nach Größe des Hauses wäre eine vorzeitige Vorbereitung also wichtig, damit das Haus zum Fest komplett gereinigt ist. Wäsche, Decken, Teppiche, Laken usw. müssen demnach gewaschen, gereinigt oder ausgeklopft werden. Besonders die Küche benötigt Aufmerksamkeit: Backofen, Töpfe, Geschirr und weiteres, müssen gründlich gereinigt werden, damit diese sauerteigfrei sind. Ecken, Ritzen und Spalten müssen überprüft und gereinigt werden. Auch ist an die Zutaten zu denken, die man benötigt.

Wir haben erklärt, dass Yeshua die Feier mit Brot und Wein hielt. Unser Verständnis heute ist, dass am Passahabend die Hauptbestandteile demnach Brot, Wein und die bitteren Kräuter sein werden. Falls es jemand auf dem Herzen hat, das Fest mit dem traditionellen Sederteller zu halten, geht es auch hierbei um das zentrale Thema: Yeshua und seine Erlösung für uns. Dies ist es, was vorrangig in Betracht gezogen werden muss. Am Tag selbst ist eine feierliche Stimmung zu begrüßen. Es empfiehlt sich so zu planen, dass alle Arbeiten kurz nach dem Mittag des 14. erledigt sind. Dies bedeutet den Tisch feierlich zu decken, die Lampen oder Kerzen herzurichten und sich die Festkleider zurechtzulegen.

Zu der eigenen Vorbereitung ist einiges bereits beschrieben und ist nun Gelegenheit, das Thema Taufe anzusprechen. Sinnbildlich wurde Israel nach dem Auszug aus Ägypten erst nach dem Pessach im Roten Meer getauft. Das Neue Testament nennt diese eine „Taufe auf Moses“ (1.Kor. 10:2). Die Taufe in Yeshua versinnbildlich dabei, dass man ihn als Herrn angenommen hat und symbolisch mit ihm gestorben ist; um mit Ihm wieder aufzuerstehen. Daher soll als weitere Prüfung die Taufe vorher stattgefunden haben. Wenn es irgend einen Grund gibt. Weswegen dies vorher nicht passieren kann oder passiert ist, gilt es den Fall besonders zu prüfen: war es Nachlässigkeit, geschah die Bekehrung zu plötzlich, ist gerade kein Wasser vorhanden etc.?

Als der Autor am Anfang das Passahfest hielt, geschah eine Ausrichtung nach dem traditionellen Sederteller. Dies gab dann später Platz für das Brot (Matza), Wein und die bitteren Kräuter. Wir konnten bisher gut sehen, dass Yeshua im Stande war, Dinge aus der Tradition auf Sich zu beziehen, da wo Er es für richtig hielt. Das Neue Testament liefert keine erneuten Details dazu, was alles auf den Tisch kommen soll. Wir meinen aber die Hauptbestandteile zum Mahl des Herrn in dem Brot und Wein (vier Kelche) zu sehen. Wir zelebrieren weder Bräuche noch Dogmen, sondern erfreuen uns an seinem Sieg, seiner Erlösung und seiner Einladung an ihm teilzuhaben. Halleluja und Amen!

10.1 Pessach im Millennium

2.Mo. 13:13: Und das Blut soll euch zum Zeichen dienen an euren Häusern, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde.

An euch „vorübergehen“ ist das Wort für „Pessach"- in Hebräisch Pessach (פסח). Dieses Wort wurde in den letzten Jahrhunderten unterschiedlich beeinflusst. Die Wurzel mag ein „Schweben“ bedeuten, mit dem Ausdruck, dass der Herr YHVH schützend über Israel schwebte, während das Gericht über Ägypten kommt. Die Verheißung des Vaters steht für uns fest: wenn wir im Vertrauen Yeshua angenommen haben, wird das Gericht schonend an uns vorübergehen. Mit Zutrauen und Freimütigkeit können wir uns Ihm nähern.

Wie wir es bereits in Vater Abraham gesehen haben, macht YHVH aus uns ein neues Volk: das alte lassen wir hinter uns und wir werden in Sein Volk Israel eingepfropft. Heidnische Festtage und Bräuche hat Er uns nie geboten und so ist nun die Zeit dies alles hinter uns zu lassen, falls wir in diesen noch gefangen sind; um uns aufzumachen zu Seinen Wegen.

Die Regentschaft des Messias Yeshua wird 1000 Jahre andauern, bevor es in das Reich des Vaters geht. Zu dieser Zeit werden die Feste aus der Torah in jedem Jahr wieder voll und ganz gefeiert (Hes. 45:21, Sach. 14:16, Jes. 2:3). Im Ausblick auf den Tag, wo wir mit Messias in Seinem Reich zu Tisch sitzen, dürfen wir uns heute mit freudigem Herzen zum Passahtisch setzen. Wir müssen also nicht zum Tisch kommen unter der Sündenlast, da das Passahfest keine Trauerfeier ist!

Er hat uns vergeben und ist auch bereit dies zu tun, wenn wir Ihn bitten. Er möchte, dass wir uns selbst sterben, um in uns den neuen Menschen machen zu können. Unser Wille muss ganz abgelegt sein in Ihm, was auch in der Taufe versinnbildlicht wird. Yeshua bereitet uns auf das Hochzeitsmahl mit Ihm vor, denn Er kann nur eine Braut zur Frau nehmen, die so ist wie Er. Dies bedeutet, dass wir Seinem Wesen täglich ähnlicher werden, bevor Er uns am letzten Tag verherrlichen wird. Wir werden einen neuen Leib bekommen, wie Er jetzt einen hat in Seiner Verherrlichung. Wie dies genau geschehen oder aussehen wird, wissen wir nicht, dies ist jedoch Seine Verheißung (1. Joh 3.2).

Die Zeit diese Vorbereitung zu treffen, ist im Hier und Jetzt: Yeshua hat uns von der Sünde befreit. Fortan wird diese über uns keine Macht mehr haben. Zum Abschluss des traditionellen Passahfestes wird nach dem Trinken des vierten Kelches folgender Satz gesagt: „Nächstes Jahr in Jerusalem“. Dies spricht von der Hoffnung, das nächste Passahfest im Neuen Jerusalem zu feiern. Welch ein schöner, verheißungsvoller Gedanke!

!לשנה הבאה בירושלים

Nächstes Jahr in Jerusalem!