1.1 Posaunenfest – Yom Teruah

Im dritten Buch Mose gebietet Gott den Kindern Israels, am ersten Tag des siebten Monats ein heiliges Fest zu feiern, welches mit Posaunenstoßen einhergehen wird:

3.Mo. 23:23: Und YHVH redete zu Mose und sprach:
24 Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat, am ersten des Monats, soll ein Ruhetag für euch sein, ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung.
25 Ihr sollt keine Werktagsarbeit verrichten, sondern YHVH ein Feueropfer darbringen.

Der Grund weswegen dieses Fest gefeiert werden soll, wird uns hier nicht ausdrücklich genannt. Auch wird nicht weiter erklärt, warum ein Hörnerschall (in manchen Übersetzungen „Posaunenschall“) an diesem Fest ertönen soll. Im Allgemeinen ist die Übersicht der Feste wie folgt:

FRÜHJAHR: Passahfest, Fest der Ungesäuerten Brote, Erstlingsfrüchte, Wochenfest
SPÄTJAHR: Posaunenfest, Versöhnungstag, Laubhüttenfest

Aus dem Zusammenhang der vorherigen Festtage, welche im Frühjahr und Sommer stattfanden, haben wir bereits erkennen können, dass diese sich alle um das Erlösungswerk Yeshuas drehen. Auch zu diesem Fest werden wir im Laufe der Schrift gut verständliche Verknüpfungen zu Yeshua erkennen können. Das „Posaunenfest“ ist im Jüdischen als „Yom Teruah“ oder als „Rosh Hashannah“ bekannt. Auf beide Bezeichnungen werden wir hier im Artikel eingehen. Yom Teruah bedeutet ganz einfach „Tag des Teruah“. Als erstes betrachten wir den entsprechenden Vers mal etwas genauer (sowohl aus dem Urtext als auch die Übersetzung dazu):

3.Mo. 23:24: Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat, am ersten des Monats, soll ein Ruhetag für euch sein, ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung. (דבר אל־בני ישׂראל לאמר בחדשׁ השׁביעי באחד לחדשׁ יהיה (לכם שׁבתון זכרון תרועה מקרא־קדש

Sinngemäß steht hier im hebräischen (markiert) „es wird euch ein Sabbat des Gedenkens von Teruah“ sein. Stünde hier jetzt zum Beispiel in der Übersetzung das Wort „Horn“ oder „Posaune“, wäre das hebräische Wort „Shofar“ gemeint. Shofar ist dabei ganz einfach das Horn eines Wiederkäuers, also ein Tierhorn, welches zu biblischen Zeiten als ein Blasinstrument genutzt wurde. Das Wort Shofar steht oben im Text allerdings nicht geschrieben. Dennoch kann aus dieser Passage mit großer Wahrscheinlichkeit bestätigt werden, dass eine Art Blasinstrument involviert ist. Zur Veranschaulichung betrachten wir einen weiteren Vers, in welchem es eindeutig um das Stoßen in das Shofar geht:

Ps. 81:4 תקעו בחדשׁ שׁופר בכסה ליום חגנו׃
Ps. 81:4: Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Hier besteht bei der Übersetzung kein Zweifel, denn das gegenüberliegende Wort „Shofar “ ist zum Wort „Horn“ im Hebräischen klar vorhanden. Das Wort Horn oder Shofar kommt in unserer vorherigen Passage zu diesem Fest nicht vor, dennoch haben die Übersetzer den Vers (richtigerweise) mit dem Verständnis eines vorhandenen Blasinstrumentes überliefert. Das Verständnis hierzu stammt vorrangig aus dem Wort „Teruah“ (auf Hebräisch תרועה). Dieses Wort kommt an verschiedenen Stellen in der Schrift vor. Das deutsche Wort, welches kursiv folgt, ist das eigentliche Wort Teruah:

3.Mo 25:9: Da sollst du Hörnerschall ertönen (Teruah) lassen im siebten Monat, am zehnten Tag des siebten Monats; am Tag der Versöhnung sollt ihr ein Shofarhorn durch euer ganzes Land erschallen lassen.

Joshua 6:20: Und es soll geschehen, wenn man das Horn des Halljahres bläst und ihr den Ton des Shofarhornes hört, so soll das ganze Volk ein großes Kriegsgeschrei (Teruah) erheben. Dann werden die Stadtmauern in sich zusammenstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, jeder gerade vor sich hin!

1. Sam. 4:5: Und es geschah, als die Bundeslade YHVHs in das Lager kam, da jauchzte ganz Israel mit großem Jauchzen (Teruah), so dass die Erde erbebte.

Ps. 150:5: Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit wohlklingenden Zimbeln (Teruah)!

Ezra 3:11: Und sie stimmten einen Wechselgesang an und dankten dem Herrn und lobten ihn, dass er so gütig ist und dass seine Gnade ewiglich währt über Israel; und das ganze Volk lobte den Herrn mit großem Freudengeschrei (Teruah) darüber, dass nun der Grund für das Haus des Herrn gelegt war.

Aus der obigen Veranschaulichung ist zu erkennen, dass Teruah nicht immer in Verbindung mit einem Blasinstrument, wie z. B. einem Shofar, verstanden werden muss. Aus den Beispielen lesen wir vielmehr, dass der Begriff mit einem großen Laut verstanden wird. Demnach ist „Teruah“ vorrangig als „Lärm“ zu verstehen, welches aber wiederum auch auf einer Posaune wiedergegeben werden kann. Im heutigen Judentum gibt es ein bestimmtes, spezifisches Signal, welches „Teruah“ genannt wird, und dieses kann auf dem Shofar geblasen werden. Es ist dabei sehr unwahrscheinlich, dass dieses heutige Signal genau jenes war, welches zu Bibelzeiten bekannt war. Der Punkt hierbei ist jedoch, dass es eine Unterscheidung geben muss, wann der „Lärm“ auf dem Shofar speziell als das Signal für „Teruah“ verstanden wird und wann nicht. Diese Passage liefert dazu einen guten Aufschluss:

4.Mose 10:1: Und YHVH redete zu Mose und sprach:
2 Mache dir zwei silberne Trompeten; in getriebener Arbeit sollst du sie machen, und sie sollen dir dazu dienen, die Gemeinde zusammenzurufen und die Heerlager aufbrechen zu lassen.
3 Wenn man in beide stößt, soll sich die ganze Gemeinde vor dem Eingang der Stiftshütte zu dir versammeln.
4 Wenn man nur in eine stößt, so sollen sich die Fürsten, die Häupter der Tausende Israels, zu dir versammeln.
5 Wenn ihr aber Lärm blast, so sollen die Lager aufbrechen, die gegen Osten lagern.

„Lärm“ ist hier wieder das Wort Teruah. In diesen Ausführungen geht es ausdrücklich um Trompeten, welche natürlich ebenfalls Blasinstrumente sind. Sehr wahrscheinlich kann dieser hier beschriebene Ton auch auf einem Shofar wiedergegeben werden. Die STRONGS Konkordanz leitet Teruah von dem Verb H7321 „rua“ (רוע) ab und erklärt es wie folgt:

eine primitive Wurzel; zu makeln (vor allem durch Zerbruch); im übertragenen Sinne, die Ohren (mit einem Ton) zerschlagen, das heißt, schreien (aus Alarm oder aus Freude): - blast einen Alarm, Schrei (Alarm, laut, heraus), zu zerstören, jauchzet, schreien (vor Freude), ein Alarm ertönen, Triumph.

Teruah ist hierbei die Befehlsform zum Ertönen dieses speziellen Lautes. Wie passt nun Lärm - ob aus Freude oder Kriegsgeschrei -, Jubeln, Posaune und ein Fest in Bezug auf Messias Yeshua im engeren Sinn genauer zusammen? Wenn wir Aspekte aus der jetzigen Passage, in der es um die Trompeten geht, mit der Beschreibung des Festes vergleichen, erkennen wir einige Gemeinsamkeiten:

4.Mose 10:9: Und wenn ihr in die Schlacht zieht in eurem Land gegen euren Feind, der euch bedrängt, so sollt ihr Lärm blasen mit den Trompeten, damit an euch gedacht wird vor YHVH, eurem Elohim, und ihr von euren Feinden errettet werdet.
10 Aber an euren Freudentagen, es sei an euren Festen oder an euren Neumonden, sollt ihr in die Trompeten stoßen bei euren Brandopfern und euren Friedensopfern, damit an euch gedacht wird vor eurem Elohim; ich, YHVH bin euer Elohim

3.Mo. 23:24: Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat, am ersten des Monats, soll ein Ruhetag für euch sein, ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung.

Bevor wir nicht weitere Stellen in Betracht ziehen, ist einiges noch nicht sehr eindeutig. Bis hierhin erkennen wir aber, dass das „Gedenken“ in Bezug auf das Volk Israel zu verstehen ist. Vereinfacht gesagt scheint es sich so zu erklären , dass an Israel gedacht wird, an dem Tag wo es sich in größter Bedrängnis befindet. Gott wird an Sein Volk gedenken und es anschließend erlösen. Dieses Verständnis wird sich im weiteren Verlauf der Schrift erschließen. Folgende Punkte können wir jetzt bis hierhin auch schon zusammenfassen:

  • An jedem Neumond (zum Monatsanfang) wird ins Shofar gestoßen (Ps. 81:4)
  • Das Posaunenfest beginnt genau zum Neumond und ist am Monatsanfang (3.Mo.23:24)
  • Lärm (Teruah), Shofar, Monatsanfang und Neumond werden an diesem einen Tag miteinander einhergehen
  • das Stoßen ins Shofar zum Posaunenfest geschieht im 7. hebräischen Monat

1.2 Das Fest in Bezug auf Yeshua

Die Frühjahrsfeste haben uns das Erlösungswerk von Yeshua, die Auferstehung und Annahme des Messias beim Vater, sowie das Wirken des Geistes in den Nachfolgern aufgezeigt (siehe Artikel zu den Festtagen). Nach Seiner Auferstehung ist Yeshua wieder zurück in den Himmel aufgestiegen. Dieser Aufstieg geschah vom Ölberg aus, und die bei stehenden Engel bezeugten dass Yeshua auf gleiche Weise wieder zurückkommen wird (Apg. 1:9-12). Hierzu ein kurzer Vergleich aus der Bibel:

Apg. 1:9: Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg.
10 Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen,
11 die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Yeshua, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt

Und dann in den Propheten zu der Wiederkunft des Messias Yeshua:

Sacharja 14:1: Siehe, es kommt ein Tag für YHVH, da wird man deine Beute verteilen in deiner Mitte!
2 Da werde ich alle Heidenvölker bei Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in die Gefangenschaft ziehen; der Überrest des Volkes aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
3 Aber YHVH wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht.
4 Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden.

Alle Elemente, die zuvor aufgeführt wurden, werden in der obigen Passage kompakt wiedergegeben. Hier handelt es sich um den ausziehenden Herrn als Feldherr, welcher gegen die Heidenvölker Krieg führt um sein Volk zu retten. Das Szenario dieses Krieges ereignet sich im Land Israel und spielt sich in der Endzeit der Welt ab. Es ist also prophetisch und die beschriebenen Ereignisse sind noch nicht eingetreten. Die Hintergründe dieses kommenden Tages sind dabei detailliert und ausführlich in der Bibel beschrieben. Zuvor hatten wir auch gelesen, dass Gott an sein Volk gedenken wird und es retten wird. Hier wird eine Bedrängnis beschrieben, welche schon im Gange war, bevor Gott an sein Volk „gedachte“ um es zu erlösen. Aber „Wer ist Gottes Volk?“ Folgend eine kleine Zusammenfassung .

Die Erlösung des Volkes Gottes geschah als erstes und vor Zeiten aus der ägyptischen Sklaverei, welche wir aus dem Buch Exodus kennen. Bevor diese große Erlösung aber überhaupt passierte, wurde sie schon dem Stammesvater der Nation, Abraham, vorprophezeit und durch Gott zugesichert. Auch dass das Volk zuvor bedrängt werden wird, wurde bei dieser Verkündung offenbart (1.Mo. 15:13). Dieses besagte Volk ist die Nation Israel. Demnach liefert uns das zweite Buch Mose eine vollständige Blaupause zu dem Thema Erlösung aus Gottes Sicht. Die Errettung und der Auszug Israels geschah aus Ägypten, wo das Volk schwer bedrängt war und zu Knechten wurde (5.Mo. 4:20). An diesem Ort der Knechtschaft entstand aber das Volk Israel als Nation! Somit symbolisiert Israel bis in alle zukünftigen Generationen ein Volk, welches zu Gott gehört, weil Er es sich als Eigentumsvolk gemacht hat (2. Mo. 13:13-14, 20:2, 5.Mo.5:6, 6:12, 8:14, 13;5,10). Vor diesem Hintergrund werden die Symbole, Parameter und Beschreibungen aus der Torah verständlich und zeigen uns auf, wie all diese in Bezug auf den Erlöser und sein Volk stehen.

2.1 Israels Erlösung

Israel ist das Volk, welches aus Abraham stammt; demnach geht es also auch um das israelische Blut, aus welchem der Erlöser kam, und Israel ist das Volk, welchem die Torah als Gottes Wegweisungen gegeben wurde. Paulus erklärt uns im Römerbrief, dass der Jude jeglicher Weise Vorzüge hat, weil ihm die Aussprüche Gottes anvertraut wurden (Röm. 3:1-2). Die Erlösung, wie wir es heute auch aus dem Neuen Testament klar erkennen können, beschränkt sich dabei nicht nur auf das zugehörige Volk der Blutlinie Israels. Vielmehr bildet Israel das Fundament und die Wurzel, in welcher alle künftigen Menschen (egal aus welcher Nation sie stammen) durch den Messias Yeshua erlöst werden können. In den Kapiteln Römer 9-11 erklärte der Apostel Paulus die Wichtigkeit sich mit dieser Wurzel identifizieren zu müssen, um den gesamten Aspekt der Erlösung verstehen zu können. Dabei warnte er vor der Gefahr (wie viele es heute tun), sich in Stolz gegen das Volk Israel zu erheben mit der Haltung, dass dieses aus Gottes Erlösungsplan gestrichen wurde. Nichts ist laut Paulus der Wahrheit ferner!

Diese erlösten Heiden – welche mit dem erlösten Israel zu einem Volk in der Hand des Messias zusammengefügt werden – stellen ebenfalls ein Volk dar, welches durch Gottes Gnade erlöst wurde. Hierbei versuchen wir zu etablieren, dass Israel (also das natürliche Blut und die Hinzugeführten) ein erlöstes Volk aus der Gefangenschaft repräsentiert. Dies ist Gottes Volk, die Wurzel aber ist Israel. Wenn diese Schlussfolgerung der Wahrheit entspricht, müsste es sich aus der Schrift erschließen lassen, dass wenn Israel nicht erlöst ist, die Heiden ebenfalls nicht erlöst werden können. Messias Yeshua sagte selbst, dass das Heil bei den Juden ist und dass die Heiden nicht wissen, was sie anbeten (Joh. 4:22).Hier ist Paulus‘ Ausführung zu diesem „Mysterium“, wie Israel zusammen mit den Heiden eines Tages erlöst wird:

Römer 11:25 Denn ich will nicht, meine Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist;
26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden,
27 und das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde«.
28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.
29 Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen.
30 Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt, jetzt aber Barmherzigkeit erfahren habt um ihres Unglaubens willen,
31 so haben auch sie jetzt nicht geglaubt um der euch erwiesenen Barmherzigkeit willen, damit auch sie Barmherzigkeit erfahren sollen.
32 Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich über alle erbarme.

3.1 Der Weg der Erlösung: Typus und Endzeit

Israels Gesamterlösung findet sich somit in der Geschichte des Auszugs aus Ägypten wieder. Gott setzte die Mechanismen der Erlösung in Gang, nachdem Israel in großer Bedrängnis zu ihrem Gott schrie (2.Mo. 2:25). Ein Aufschrei des Volkes wird an einem zukünftigen Tag wieder passieren, in dem das Volk Israel (also: die natürliche Wurzel, welche im Augenblick als Nation den Herrn Yeshua noch nicht als Erlöser anerkennt) Gottes Sohn für sich als Erlöser akzeptiert. Dies ist, was aus den Worten Yeshuas zu den Pharisäern verstanden werden könnte:

Matthäus 23:37: Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!
38 Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden;
39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!

Yeshua schilt die Stadt Jerusalem, welches ihn als Erlöser zum größten Teil abgelehnt hatte. Dass sie aber eines Tages wieder zu ihm rufen werden müssen, bevor Er wiederkommt, geht laut dem obigen Vers mit einer großen Drangsal einher. Diese große Drangsal, welche in der Bibel beschrieben wird, dient daher genau diesem Zweck: Israel dazu zu bringen Buße zu tun, geläutert zu werden und zu ihrem Messias zu rufen:

Jeremia 30:7: Wehe! Denn groß ist dieser Tag, keiner ist ihm gleich, und eine Zeit der Drangsal ist es für Jakob; aber er wird aus ihr errettet werden!

Wir kehren nun erstmal zu der Exodus Geschichte zurück, um das Ende später besser verstehen zu können. Nach dem Aufschrei des Volkes zu Gott begann zwar der Erlösungsprozess, aber das Volk wurde nicht an Ort und Stelle sofort aus Ägypten herausgeführt. Ihnen wurde ein Bote geschickt, Mose, dessen Erlösungsbotschaft sie annahmen. Dieser demonstrierte seine gottgegebene Vollmacht durch Zeichen und Wunder, welche das Volk auch zum Glauben an Gottes Auftrag der Erlösung brachte:

2.Mose 4:30: Und Aaron redete alle Worte, die YHVH zu Mose gesprochen hatte; und er tat die Zeichen vor den Augen des Volkes.
31 Da glaubte das Volk. Und als sie hörten, dass YHVH sich der Kinder Israels angenommen und ihr Elend angesehen habe, da neigten sie sich und beteten an.

Mose symbolisiert in dieser Geschichte zum einen den von Gott gesandten Erlöser und ist darüber hinaus ein Typus des Christus. Umso härter haderte Yeshua mit den Pharisäern, als sie Ihn trotz der Zeichen und Wunder, welche er tat, als Messias ablehnten:

Johannes 10:36: wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht!
38 Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm!

Zum anderen aber symbolisiert Mose auch das geschriebene Gesetz Gottes, die Torah. Beim vorsichtigen Lesen der Eingangspassage des Exodus-Berichtes sehen wir, wie Mose es beteuert, dass er sich für die Mission der Erlösung als unzulänglich erachtet. Darauf gewährt ihm Gott einen Helfer, seinen Bruder Aaron, welcher als Sprachrohr für ihn agieren soll. Dieses Detail ist symbolisch und wichtig. Mose vermag es demnach nicht alleine, dem Volk die Botschaft der Erlösung zu übermitteln. Dies gelingt ihm nur mit einem Helfer. Wir dürfen hier das Sinnbild verstehen, dass das das alleinige Lesen sowie das Halten und Forschen im Gesetz Gottes (die Torah) nicht zum Verständnis der Erlösung führen können: es sei denn, ein Helfer ist anwesend. Dieser Helfer ist der Heilige Geist, durch welchen wir die Torah verstehen können:

Johannes 16:7: Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

„Wahrheit“ ist ein Begriff für die Torah (Ps.119:14). Nur also durch Gottes Geist – den Helfer – ist das Thema der Erlösung und des heiligen Wandels aus Gottes Gesetz verständlich. Die Pharisäer, welche zu Zeiten Yeshuas als Experten für Gottes Wort galten, konnten Yeshua trotz akribischem Studium nicht erkennen.

Johannes 5:46: Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.
47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Dieser Zustand der Nation Israel ist das, was Paulus beschreibt. Obwohl das damalige, religiöse Volk gut im Wort Gottes versiert war, blieb es bei einem rein theoretischen und akademischen Wissen und Verständnis. Dieser Zustand resultierte aus einer Herzenshärte Gott gegenüber. Paulus nennt dieses Unverständnis die „Decke“, welche die Sicht des Volkes bis heute verschleiert:

2.Kor. 3:15: Doch bis zum heutigen Tag liegt die Decke auf ihrem Herzen, so oft Mose gelesen wird.
16 Sobald es sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen.
17 Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

Hier schreibt auch Paulus, dass die Wirkung des Geistes (Beistand, Tröster oder Helfer) notwendig in den Herzen Israels ist, damit dieses Verständnis über Messias Yeshua erfolgen kann. So verstehen wir vor dem Exodus auch die erfolgreiche Kombination im Typus Mose (das geschriebene Gesetz) und Aaron (dem Helfer), welche dem gefangenen Volk die Erlösungsbotschaft übermittelt. Wiederum hat die vorherige Drangsal das Volk für diese Botschaft empfänglich gemacht. Ägyptens Widerstand und Hartnäckigkeit gegenüber Gottes Volk zieht anschließend das Strafgericht nach sich, so dass es im Verlauf mehrerer Monate vollständig zerstört wird. Das tatsächliche Freikommen aus der Gefangenschaft heraus, trotz Verständnis der Erlösung, geschah aber dann erst durch das Opfer des Passahlamms, welches tausende Jahre später seine prophetische Erfüllung und Bedeutung in Yeshua erfuhr. Am genauen Tag des Passahs opferte sich Yeshua. Der Apostel verstand an diesem Tag, dass Er die Erfüllung des Lammes ist (Joh.19:35-36).

3.2 Der Weg ins verheißene Land

Das Fest der ungesäuerten Brote folgt auf das Passah und stellt den Wandel des aus der Sklaverei befreiten Israels dar. Durch die Erlösung kann das Volk in Lauterkeit (frei von „Sauerteig“ – also Sünde) vor seinem Gott aufrichtig Leben. Der Tag der Erstlingsfrüchte findet sich in derselbigen Festwoche und kennzeichnet die Annahme des Opfers des Messias vom Vater. Das Wochenfest kennzeichnet die Vergabe der Torah am Berg Sinai. Im Neuen Testament ist dies der Tag, an dem der Heilige Geist ausgeschüttet wurde. Die bemerkenswerte Verbindung zwischen der Torah und dem Heiligen Geist ist uns inzwischen klar.

Passah, Ungesäuerte Brote und Erstlingsfrüchte finden alle im 1. hebräischen Monat und das Wochenfest im 3. Monat statt. Nach diesen ist das nächste Fest erst wieder im 7. Monat, in welchem die meisten Festtage sowie alle Spätjahresfeste vorkommen. Mit diesen werden die Festtage im Jahr dann auch abgeschlossen. Demnach besteht eine beachtliche Pause zwischen den Früh- und Spätjahresfesten und es dauert also eine weitere Zeit, bis der Abschluss des Erlösungswerks des Messias Yeshua zur Krönung kommt. Wir behalten es weiter vor Augen, dass das Volk Israel hierbei eine große Rolle spielen wird, und kehren zu dem Exodus zurück. Die Verheißung an Israel war der Einzug ins gelobte Land. Hierzu musste es die Wüste durchqueren, und jene stellt den Ort der Prüfung dar, in welchem das einst versklavte Volk geformt, geprüft und tüchtig gemacht wird. Dies ist notwendig, damit es das Land von Milch und Honig von Ihrem Gott in Empfang nehmen kann.

5.Mo. 8:1: Das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, sollt ihr bewahren, um es zu tun, damit ihr lebt und euch mehrt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das YHVH euren Vätern zugeschworen hat.
2 Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den YHVH dein Elohim, dich geführt hat diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht.

Die gezwungenen 40 Jahre Aufenthalt in der Wüste kamen wegen Israels Rebellion zu Stande, wobei auch hier Gott Seine Souveränität beweist und uns eine essenzielle Lehre bietet. Die Zahl der Kinder Israels beim Auszug betrug 603,550. Wegen der Auflehnung gegen Gott in der Wüste, wurde es dieser ersten Generation jedoch verwehrt, ins verheißene Land einzuziehen (4.Mo.13:28-35). 40 Jahre mussten sie sich in der Wüste aufhalten, bis ein jeglicher unter ihnen, der älter als 20 Jahre war, in der Wüste starb. Die neue Generation Israels, welche während dieser Zeit in der Wüste heranwuchs, wurde die Verheißung zuteil, das Land in Empfang zu nehmen. Bei der zweiten Zählung betraf die Zahl der neuen Generation 601,730 (4.Mo.26:51). Wir vernehmen, dass Israels Zahl um 600,000 herum konstant blieb in den ganzen Jahren. Diese Bewahrung ist ein Beweis für Gottes Treue, Seinen Schutz und seine Fürsorge für das Volk seines Eigentums.

Die 1. Generation Israels, welche in der Wüste starb, stellt für uns somit den alten, nach dem Fleisch (Gelüste) wandelnden Mensch dar, welcher nun nach der Erlösung durch Gottes Weisungen in der Wüste der Prüfungen sein fleischliches Leben aufgeben muss. Die 2. Generation kennzeichnet die Neugeburt des Menschen, von welcher Yeshua sprach (Joh. 3:3), welcher nun bereitet ist die Verheißung entgegenzunehmen. Die Zahl 40 deutet hierbei auf diese Geburt (40 Wochen sind es i.d.R. von der Zeugung eines Menschen bis zur Geburt).

4.1 Mose und Joshua

Mose und Aaron wird es später ebenfalls verwehrt, das Volk endgültig in das Land zu führen, und sie durften selbst auch nicht ins verheißene Land (4.Mo.20:12). Anstelle von Aaron übernimmt sein Sohn Eleasar die priesterliche Leitung (4.Mo.20:23-29). Eleasar bedeutet „Gott ist meine Hilfe“ – hier können wir eine Anspielung auf den Beistand sehen. Aaron starb anschließend und Mose führt das Volk bis zur Landesgrenze, in welchem Gebiet er auch später starb. Zuvor übergab er die Leitung des Volkes an Joshua (5.Mo. 34:9). Ausgeschrieben wird Joshua auf Hebräisch „Ye-ho-shua“ und die Kurzform dieses Namens ist „Yeshua“. Auch hier gibt es wieder viele Sinnbilder, die sich nun zusammenfassen lassen. Das Wort Gottes ist facettenreich und zyklisch. Oft sehen wir mehrere Aspekte in einer einzigen Lehre vermittelt , und manchmal kehren Sinnbilder an verschiedenen Stellen zurück , so dass sich diese Details in uns vertiefen. Aus dem Exodusbericht war Gottes Volk zuvor unter der Herrschaft des Pharao (ein Typus für den Teufel). Das Volk schrie aus dieser Knechtschaft heraus zu Gott (dies geschah damals, ist in den Gläubigen dabei heute fortwährend und wird zukünftig wieder passieren).

Israel vernahm die Botschaft der Erlösung aus Mose (das geschriebene Wort Gottes) welcher einen Helfer hatte (der Geist Gottes wird gebraucht um die Torah zu verstehen). Sinnbild heute: andere Menschen , getrieben vom Geist Gottes, verkünden seit Generationen das Wort Gottes, um die frohe Botschaft der Erlösung mitzuteilen. Nun folgte ein Strafgericht, durch vielerlei Plagen, auf die Weltmacht Ägypten (dies passierte damals und ist gleichzeitig prophetisch für den kommenden Zorn Gottes auf die gesamte Welt), wodurch das Imperium zerstört wurde. Diese Festung muss zerstört werden, damit Gottes Volk frei ziehen kann. In diesem Strafgericht blieb Gottes Volk zum größten Teil unberührt, und anschließend kam es durch das Passahlamm (Glaube an das Blut von Yeshua) aus der Knechtschaft erlöst heraus. Als Nation erlebt das Volk dann in der Wüste, ein Ort der Prüfung, die tatkräftige Wiedergeburt. In dieser Wüste mussten sie Vertrauen in Gott lernen, sie wurden von anderen Völkern angegriffen (2.Mo. 17:8-17), oft versuchten sie Gott (4.Mo. 14:22), selbst gegen feindselige Nationen mussten sie kämpfen (4.Mo. 21, 5.Mo. 7:1), Verwandte halfen ihnen nicht auf dem Weg ihrer Reise ins gelobte Land (4.Mo. 20:14-22), die Wüste selbst war voller Schlangen und Skorpione (Sinnbild für böse, geistige Mächte) (5.Mo.8:15), usw. Das 4. Buch Mose (wortwörtlich auf Hebräisch „in der Wüste“) bietet uns einen Überblick dieser Prüfungen. Am Ende sehen wir aber ein bewährtes Volk, welches zugerüstet und in voller Zahl das Land einnimmt.

Jeder, der in Christus erlöst ist, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dieser Methodik der Erlösung aus seinem Leben Bezug nehmen. Oft begann es mit einem Schrei Gott näher kommen zu wollen, Nachsehnen oder nach Wahrheit gesucht zu haben – Dinge, die Gott auf unterschiedlichen Wegen bei gleichem Ziel in jedem von uns ansprechen kann. Es passiert dabei auch oft, dass wir uns alleine und verletzlich fühlen, weil unser gewohntes Umfeld plötzlich in sich zusammenzukrachen scheint: Familie, Freunde, Bekanntschaft, usw. zeigen nicht immer Verständnis für uns, diesen neuen Weg eingeschlagen zu haben. Oder wir befinden uns in neuen Umgebungen, ob örtlich oder familiär und müssen uns erst zurechtfinden. Dieses scheinbare Chaos ist aber Gottes geführte Struktur und Ordnung, um uns zu formen und auf die Ewigkeit vorzubereiten. Nach allen diesen Ereignissen übernimmt nun Joshua (prophetisch für Yeshua) das Volk Israel und führt das erlöste Volk kriegerisch, mit Lärm und Posaunen, in das verheißene Land!

4.2 Mose als „Schulmeister“ auf Yeshua hin

Im Christentum gibt es eine Passage, welche oft irreführend gedeutet wird:

Galater 3:24: So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Messias hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.
25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister;
26 denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Messias Yeshua;

Falsche Deutung:

Bevor der Messias kam, hatten wir zur Ausführung unseres Glaubens nur das geschriebene Gesetz Gottes: die Torah. Hierbei konnten wir das gelesene in die Praxis umsetzen und dies fasste unseren Gotteswandel zusammen. Zumindest betraf dieser Zustand den Menschen aus Zeiten kurz nach der Wiederauferstehung, welche zuvor nur das Alte Testament kannten. Jetzt aber sind wir alle allein durch Glauben in Messias Yeshua gerechtfertigt. Folglich brauchen wir das Gesetz nicht mehr, um uns danach auszurichten. Dies zu tun könnte sogar Sünde bedeuten; da der Glaube an Christus dadurch nichtig gemacht wird.

Richtige Deutung:

Das Gesetz lehrt uns die Zeit über, wie die Weisungen Gottes zu verstehen sind, um auf Ihn vertrauen zu können und von seiner Erlösung erfahren zu dürfen. Das Gesetz ist aber ohnehin nur einem bereits erlösten Volk gegeben worden, und somit kann das Gesetz kein Werkzeug der Erlösung sein. Das Gesetz klärt nur auf. Damit meinen wir auch, dass nur ein erlöstes Volk von Beginn an sich mit dem Gesetz Gottes beschäftigen konnte. Dies ist Israels Sinnbild. Es bedarf aber einer Zeit des praktischen Wandels; wie zum Beispiel dem täglichen Opfer im Tempel, um später verstehen zu können, was Yeshua der Hohepriester nach seiner Auferstehung täglich im himmlischen Tempel ausführen wird (siehe Hebräerbrief). Somit hilft uns das Gesetz, als unser Lehrmeister, die Wege Gottes zu verstehen: damit wir nun gerüstet und mit Gottes verstand an Yeshua glauben können.

4.3 Joshua: Typus für Yeshua

Unsere obige Ausführung wird im Bericht zu Joshua bestätigt: der neue Führer Joshua handelt nun auch selber vollkommen nach den Weisungen Moses.

Josua 1:6: Sei stark und mutig! Denn du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, von dem ich ihren Vätern geschworen habe, dass ich es ihnen gebe.
7 Sei du nur stark und sehr mutig, und achte darauf, dass du nach dem ganzen Gesetz handelst, das dir mein Knecht Mose befohlen hat. Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise handelst überall, wo du hingehst!
8 Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln!

Dies ist das Bild unseres Erlösers Yeshua, welcher der aus dem Gesetz versprochener Retter ist, und somit das Gesetz erfüllt.

5.1 Joshua, das Volk Israel, Rahab und Jericho

Das nun gerüstete Volk Israel bereitet sich unter der Leitung Joshua vor, ins verheißene Land zu ziehen. Die erste Eroberung auf diesem Weg richtet sich gegen die Stadt Jericho. Die erste Generation der Kinder Israels, welche nicht ins verheißene Land kommen konnte, beging Unglaube an Gott. In dieser Sünde war das Aussenden von Kundschaftern mit inbegriffen (4.Mo 13, 5.Mo. 1:22). Nicht so sehr das Auskundschaften an sich, als vielmehr das Nichtvertrauen der Herzen dahinter, ist als Wurzel dieses Vergehens an Gott zu verstehen. Ihr fleischlicher Versuch das Land einzunehmen scheiterte und verhinderte ihr weiteres Vorankommen. Genau dieser Versuch führte zu dem vierzigjährigen Aufenthalt in der Wüste. Die neue Generation begann den Eroberungszug aber auch durch Kundschafter – nur diesmal in neuer Gesinnung und unter göttlicher Führung. Der Einzug ins verheißene Land beginnt mit dem Angriff auf Jericho, welche in der Schrift ebenfalls als eine Festung beschrieben wird. (Wir sprachen vorhin von wiederkehrenden Mustern und Details aus der Heiligen Schrift).

Josua 6:1: Jericho aber war verschlossen und verriegelt vor den Kindern Israels, so dass niemand heraus oder hineingehen konnte.

Joshua schickt zwei Kundschafter ins Land. Beim ersten Aussenden von Kundschaftern waren es zwei Männer, welche mit einen guten Bericht über das verheißene Land zurückkamen, nur lehnte das Volk ihre Botschaft ab. Mose und Aaron waren zwei Männer , welche die frohe Botschaft an Israel verkündeten. In der Endzeit sind es zwei Zeugen, die der Welt Gottes Strafgericht verkünden, usw. In dieser Festung lebte und saß eine Hure namens Rahab, die an den Sieg Israels glaubte und welche diese zwei Kundschafter in ihr Haus aufnahm. Die Hure ist ein Sinnbild für Gottes Volk (Hurerei deutet auf die geistige Untreue Gott gegenüber), welches in der Festung (Gefangenschaft) sitzt. In den Propheten wird Israel oft als Hure betitelt (siehe als Beispiel das Buch Hosea), welche Gott zu Umkehr aufruft. Die Botschaft von Joshua (Yeshua) erreichte sie jedoch, und sie nimmt die Männern in ihrem Haus auf und versteckt sie (sie nimmt die Heilsbotschaft an).

Diese Verbindung mit den Männern Joshuas war für sie nicht ganz ungefährlich (Jos. 2:2-3), sie aber hielt stand und dies rettet ihr das Leben. Da sie wusste, dass der Stadt die komplette Zerstörung bevorstand, bat sie die Männer um Zusicherung der Bewahrung im kommenden Krieg. Das Anbringen eines roten Fadens (Jos. 2:18), welchen sie ans Fenster anbringt (das Blut des Erlösers Yeshua im Herz), sollte ihr zum Zeichen werden, dass sie und ihr Haus in dem Krieg nicht umkommen werden. Anschließend wird sie gerettet und heiratet in die Linie Israels hinein (Ruth 4:21, Matt.1:5). Im Grunde ist dies die wiederkehrende Geschichte des Volkes Israel und Gottes Treue und Versprechen, Israel in der Fülle zu erlösen. Der Weg, den Gott benutzt um Israels zu läutern, ist Prüfung und Drangsal, bis er eines Tages kommt um sie ins verheißene Land zu bringen. Errettung für Gottes Volk, ein Strafgericht für die unbußfertigen Nationen. Diese Errettung wird mit Lärm, Posaune und Schall einhergehen:

Josua 6:4: Und sieben Priester sollen sieben Hörner des Halljahres vor der Lade hertragen; und am siebten Tag sollt ihr siebenmal um die Stadt ziehen, und die Priester sollen in die Shofarhörner stoßen.
5 Und es soll geschehen, wenn man das Horn des Halljahres bläst und ihr den Ton des Shofarhornes hört, so soll das ganze Volk ein großes Kriegsgeschrei erheben. Dann werden die Stadtmauern in sich zusammenstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, jeder gerade vor sich hin!

Dieses Bild wird sich in der Endzeit wiederholen:

Zefanja 1:14: Nahe ist der große Tag YHVH; er ist nahe, und sehr rasch kommt er herbei! Horch, der Tag YHVH! Bitter schreit dort auf der Held.
15 Ein Tag des Zorns ist dieser Tag, ein Tag der Angst und der Bedrängnis, ein Tag des Ruins und der Zerstörung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels,
16 ein Tag des Shofarschalls und des Alarmblasens (Teruah) gegen die festen Städte und gegen die hohen Zinnen.

5.2 Die 7. Posaune

In der Offenbarung lesen wir von sieben Posaunen die erschallen werden und das abschließende Weltgericht Gottes einleiten. Dort wird ein Buch mit sieben Siegeln beschrieben, welche nacheinander geöffnet werden und den Ablauf in der Endzeit begleiten. Erst bei dem siebten Siegel werden sieben Posaunen beschrieben, welche nacheinander erschallen. Die letzten 3 Posaunen werden als die „3 Wehen“ beschrieben. Mit diesen folgen heftigere Gerichte aus Gottes Hand. Die 7. Posaunen gipfelt dann in den sieben Zornschalen. Nach diesen endet dann das menschliche Zeitalter.

7. Siegel → 7. Posaune → 7 Zornschalen →  Ende des menschlichen Zeitalters → Beginn des Millenniums und Regentschaft des Königs Yeshua

Zu welchem Datum diese Ereignisse genau eintreten werden, wird uns nicht im Detail beschrieben. Die Abfolge der Siegel liefert uns aber wichtige Anhaltspunkte dahingehend, wo wir uns zeitlich in der menschlichen Geschichte gerade befinden. Dies lässt schlussfolgern, dass von uns anhand des Bibelstudiums erwartet wird, zeitgerecht die aktuellen Ereignisse in der Welt verstehen zu können. Dabei sehen wir, dass für die Darlegung dieser Chronologie auch Posaunen eingesetzt werden. Der Urtext, geschrieben von Johannes ist abhandengekommen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist hier im Original „Shofar“ gemeint. Die Drangsal und die damit verbundenen Prüfungen bedeuten nichts Weiteres als die baldige Zusammenkunft Yeshuas mit Seiner Braut. So überrascht es uns an dieser Stelle auch nicht, dass diese Geschehnisse durch Posaunen eingeläutet werden, so wie wir es aus dem Ersten Testament gewohnt sind. Vor diesem Hintergrund lässt sich Paulus Aussage viel besser verstehen:

1.Korinther 15:51: Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,
52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

Paulus schreibt nicht, dass die siebte Posaune schlagartig alles auf der Welt zum Halt bringt, sondern dass das sukzessive Ende mit der letzten Posaune (demnach natürlich der Siebten) eingeleitet wird. Es steht dort nicht „zu“ sondern „zur Zeit“ dieser Posaune. Die Gläubigen erkennen beim Erschallen der siebten Posaune, dass ihre Erlösung bevorsteht und das Ende sich sehr bald naht.

5.3 Sieben Posaunen im Hebräische Kalender

Die Tatsache, dass der entscheidende Moment des Monatsanfangs mit einer Erwartungshaltung einher geht, ist in uns geübt, wenn wir verstehen, wie der hebräische Kalender aufgestellt ist (siehe hierzu den Artikel „Der Biblische Kalender“). Jeder neue Monat beginnt mit der Sichtung des Neumonds durch das menschliche Auge. Der hebräische Monat kann zwischen 29 und 30 Tage haben. Wenn man nun ab dem 29. Tag Ausschau nach dem Neumond hält, es aber nicht möglich ist diesen mit dem bloßen Auge zu sichten, dann schließt der nachfolgende und somit 30. Tag des Monats, den vorherigen Monat automatisch ab. Egal, ob er an diesem Tag dann tatsächlich gesehen wurde oder nicht. Am Abend dieses Tages wird dann in das Shofar gestoßen, und der erste Tag des neuen Monats beginnt. Dies verstanden wir auch aus dem zuvor gelesenen Vers soweit ganz gut:

Ps. 81:4: Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Jetzt wissen wir, dass Yom Teruah im 7. hebräischen Monat stattfindet. Die vorherigen sechs Monatsanfänge werden aber ebenfalls am ersten Tag des Monats mit einem Shofar verkündet. Wenn nun zum Posaunenfest die Posaune/ Shofar tatsächlich erschallt, ist es folglich die siebte Posaune im Jahr, welche Yom Teruah einleitet! Das Warten zwischen den zwei Tagen um die Posaune am richtigen Tag erschallen zu können, gibt uns auch wieder ein Indiz für das Ausschauen und Abwarten auf den richtigen Zeitpunkt der Wiederkunft Yeshuas. Dies erschließt sich mit der Beschreibung der Endzeit aus der Offenbarung. Das genaue Datum wird uns nicht gegeben, aber anhand des aktuellen Verlaufs in unserer Welt, können wir erkennen, ob die Zeit der Wiederkunft unseres Herrn noch länger andauert oder nicht. Im christlichen Abendland wird heute oft gelehrt, dass keiner genau die Zeit weiß, wann unser Messias wiederkommt. Wenn dies tatsächlich so wäre, ist es jedoch kurios, dass unser Messias uns aber eindringlich ermahnt, auf die Stunde seines Kommens hin zu wachen:

Matthäus 25:13: Darum wacht! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird.

Dieser Vers scheint auf den ersten Blick zu bestätigen, dass wir überhaupt gar nichts über den Zeitpunkt der Wiederkunft des Messias wissen können. Das „Wachen“ wäre in diesem Fall darauf
bezogen, einen beständigen Zustand der Bereitschaft zu haben, ohne einschätzen zu können, auf welche Stunde hin wir uns genau vorbereiten. In der Tat sollen wir allezeit bereit sein - dies ist äußerst wichtig! In dem Gleichnis der zehn Jungfrauen zogen zwar alle Jungfrauen in Erwartung aus, nur waren nicht alle vorbereitet. Diejenigen, welche vorbereitet waren, obwohl sie ebenfalls einschliefen, wurden von seinem Kommen nicht überrascht. Aus meinem Verständnis ist dies, was Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher untermauert:

1.Thessalonischer 5:1: Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.
2 Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
3 Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.
4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte;
5 ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis.
6 So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein!

Dieses Verständnis macht die heutige, weit verbreitete Lehre einer „heimlichen Entrückung“
unhaltbar – und sogar gefährlich. Viele meinen zu glauben, dass sie kurz vor dem kommenden Zorn automatisch in Sicherheit, in den Himmel, hinweg transportiert werden, weil sie des Namen des Herrn Yeshua zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit einmal anerkannt haben. Mit einer solchen Haltung ist die Beschreibung trefflich, dass das Verderben rasch und plötzlich auf jene kommt, welche an eine falsche Sicherheit geglaubt haben. Für diejenigen von uns, die diese Lehre jedoch genauer überprüft haben, lässt es sich schnell erkennen, dass die Bibel in keiner Passage ein solch irreführendes Verständnis zu der Endzeit in uns aufkommen lassen möchte.

Auf welcher Zeitachse können wir uns heute nun einordnen? Parallel zu der Exodus-Geschichte empfinden wir es als gerechtfertigt einzuschätzen, dass wir uns gerade in der Wüstenzeit, unter der Leitung von Mose und Aaron (das Gesetz Gottes und Seinem Geist) befinden. Das Passahlamm (die Annahme der Vergebung der Sünden durch das Blut Yeshuas), die Bedingung des Bundes am Berg Sinai, die Annahme der Torah und das Erhalten des Heiligen Geistes zu Pfingsten, sind bereits passiert. Nun geht unsere Reise gen das Gelobte Land durch die Wüste weiter. In dieser Wüste gab und gibt es noch viele Prüfungen, bis auf den Tag hin wo wir ausreichend zugerüstet sind, um an unseren Herrn Yeshua übergeben zu werden (gleichwie Mose Israel tatkräftig kurz vor dem Einzug ins Land an Joshua übergab).

Bei der Eroberung der Festung Jericho wurden dann sieben Posaunen gestoßen, gleichwie Yeshua zu der 7. Posaune wiederkommt , um Seine Nachfolger heimzuholen. Gemeinsam kommen wir mit Ihm dann in das verheißene Land. Es wird an dieser Stelle nicht behauptet, dass alle chronologischen Details hierzu schon perfekt vorhergesagt werden können. Wir haben aber dennoch Zuversicht aus dem Wort Gottes, dass unser himmlischer Vater unsere Vorbereitung durch die Führung des Heiligen Geistes, auf den Tag der Rückkehr hin, leiten wird. Nirgendwo wird jedoch beschrieben, dass die an Yeshua Gläubigen nicht Prüfung, Schmerz oder sogar den Tod erfahren werden. Im nächsten Abschnitt wird der Artikel zu dem Thema „Entrückung“ für diejenigen, die ihn noch nicht gelesen haben in der Ganzheit eingefügt. Wenn dieser bereits bekannt ist, kann es zum Punkt 8.1 weitergehen.

6.1 Entrückung? (Ein zuvor geschriebener Artikel auf www.firstfruits.net)

Werden Menschen vor der Drangsal in den Himmel gerückt, während Drangsal auf der Erde sein wird?

In diesem Bericht möchten wir gemeinsam überprüfen, ob die Behauptung mancher Lehre in unserer heutigen Zeit, dass Gläubige kurz bevor die Drangsal beginnt, von der Erde weg in den Himmel entrückt werden, biblisch haltbar ist. In der Schrift gibt es in der Tat Berichte über Männer Gottes, die von einem Platz zu einem anderen auf übernatürliche Weise bewegt wurden. Das prominenteste Beispiel wäre Elijah (Könige) und im Neuen Testament lesen wir, wie Philipus nach der Taufe des Kämmerers von einem Ort zum anderen gerückt wurde.

In der Offenbarung lesen wir, wie in der Endzeit die Braut des Messias Yeshua an einen sicheren Ort weggerückt wird – doch, ob alle zu dem Zeitpunkt lebende Gläubige hiermit inbegriffen sind, ist an dieser Stelle noch zu früh gesagt. Die moderne These zu der Entrückungslehre verhält sich im Grunde auf folgende Weise:

Beginn der Drangsal von 7 Jahren – die Gläubigen (hiermit sind überwiegend Gläubige nach der christlichen Praxis gemeint) werden zuvor in den Himmel gerückt – Leid und Verfolgung für die Bewohner der Erde. Besonders das jüdische Volk wird in dieser Zeit grausamen Pein erleiden, für ihre Ablehnung des Messias – die Gläubigen feiern nun während der gesamten Zeit dieser siebenjährigen Verheerung eine Hochzeit mit dem Messias im Himmel. Zum Ende der sieben Jahre, kehren diese dann mit dem Messias auf die Erde zurück. Dann beginnt das 1000-jährige Reich und die gemeinsame Regentschaft mit dem Messias.

Bibelstellen als "Beweis"

Die Bibelstellen, welche oft und führend  für die Entrückungsthese verwendet werden, möchten wir in diesem Beitrag näher untersuchen:

1.Thessalonicher 3:12
1.Thessalonicher 4:16-17
1.Korinther 15:50-52

Der Begriff Entrückung

Unter dem Begriff Entrückung, wird heute eine Entnahme der Gläubigen in Messias in den Himmel, vor der großen Drangsal (Matthäus 24) verstanden. Dieser These zufolge weiß kein Mensch, wann genau dieser Zeitpunkt sein wird; da Messias sagte, kein Mensch wisse die genaue Stunde.

Vor der Drangsal wird, dieser Lehre nach, eine Posaune erschallen, zu welcher jene Menschen die an Messias glauben, aus allen Ecken der Erde, plötzlich verschwinden. Augenblicklich werden demnach auch z.B. tausende von Fahrzeugen, Maschinen und Gerätschaften führerlos.  Familienangehörige, Bekannte und Freunde, sozusagen die Hinterbliebenen, werden bitterlich weinen in der Erkenntnis, dass sie das Heilsangebot nie angenommen haben und nun durch die schwere Prüfung der Trübsal hindurch müssen. All dieses trägt dem bevorstehenden Chaos immens bei, während die entrückten Gläubigen - bereits im verherrlichtem Leib - nun erst mal zu einer sieben-jährigen Hochzeitsfeier im Himmel sitzen. Anschließend kehren diese danach dann mit dem Messias zur Erde zurück, um mit Ihm die 1000-jährige Regentschaft des Millenniums anzutreten.

Am Anfang meines Glaubenswandels, nahm ich dieses Verständnis als biblische Wahrheit für mich an. Nicht nur, weil ich in den ersten Monaten die Schrift für mich selber noch nicht genug studiert hatte. Tief im Inneren atmete ich auf, dass uns als Gläubige kein wirkliches Unheil treffen wird. Nach einer gewissen Zeit stellte ich jedoch fest, dass zu diesem oben beschriebenen Hergang kein einziger Vers in der Schrift zu finden war. Von ganzen Passagen, war gar nicht erst die Rede. Meine Bitte an einige Ältere aus den Gemeinden, mir diesen Vorgang aus der Bibel, mit Verweisen aus dem Tanakh (Altes Testament) und Bestätigungen aus den Neuen Bund, genauer zu beschreiben, wurde nie bedient. So wurde ich damals allmählich betrübt, dass solche Fabeln von so vielen angenommen wurden. Heute erkenne ich aber, dass dies in sich ein Gericht vom Schöpfer ist, da man sich von Seiner Wahrheit abgewandt hat.

Wir schauen uns das Thema mal im Kontext an. Eine Entrückung (nennen wir es auch mal so) der Gläubigen, wird in der Tat geschehen, wenn der Messias vom Himmel herabfährt, laut ruft und die Gläubigen die in Ihm gestorben sind, als erstes auferstehen und diese zur Unsterblichkeit verwandelt werden. Dies ist die Verherrlichung zum ewigen Leben. Die zu diesem Zeitpunkt, noch auf der Erde Lebenden und ebenfalls an Ihn glaubenden, werden unmittelbar danach auch verwandelt werden. Zusammen werden diese nun dem Herrn "in der Luft entgegengehen" - denn es steht in der Schrift dass wir Ihm begegnen werden:

1. Thessalonicher 4:17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

Dies sagt aus, dass Yeshua auf dem Weg zur Erde ist. Nicht also, dass Er laut ruft, dabei aber unsichtbar und noch verborgen bleibt. Mit Seinem Ruf, bricht Er sofort mit Seiner Reise Richtung Erden auf. Dieser Punkt bleibt essentiell für das weitere Verständnis. Von der verkehrten Repräsentation der biblischen Reihenfolge abgesehen, ist eine solche sogar gegen die Verheißungen des Messias. Weswegen, werden wir im Verlauf des Artikels, noch gut sehen können.

Bestandsaufnahme

Wir lesen in der Schrift von einer Drangsal von dreiundhalb Jahren (Off 11:2, 13:5). Die, die von 7 Jahren Drangsal ausgehen, deuten die Zeitangabe der 70 Wochen (Hebr.: wörtlich 70 Siebende) aus Daniel Kapitel 9 nicht passend; dieses ist aber im Augenblick nicht unser Schwerpunkt.
Durch eine vorhandene Einstellung, dass die Schrift davon spräche, Henoch diene als Vorbild der Entrückung, oder dass der Prophet Elijah ebenfalls entrückt wurde, dient manchem als Verstärkung der Entrückunsgthese.

Ebenfalls ist der Glaube an die Entrückung mit der Auffassung verbunden, dass der Herr zu einem x-beliebigen Zeitpunkt plötzlich erscheinen könnte. Neue Medien helfen dieses Gedankengut zu veranschaulichen. Vielleicht sind Videos aus dem Internet, welche solche Szenarien darbieten, bereits bekannt: z.B. ein Raum, in welchem plötzlich die Hälfte der Menschen verschwinden, mit passender Musik unterlegt, und die bereits beschriebenen Szenarien folgen. Dies alles mag gut gekonnte Kinematik sein, es ist aber keine biblische Lehre.

Ursprung der Lehre

Eine Entrückung vor der Drangsal war eine Lehre, die zum ersten Mal im 17. Jahrhundert publik wurde. Populär wurde diese dann durch John Nelson Darby, einer der Gründungsväter der Brüdergemeinde (Plymouth Brethren). Den frühesten, nachvollziehbaren Berichten Darbys nach, fing dieser im Jahre 1827 an, dieses Thema zu veröffentlichen. Andere hatten zu diesem Zeitpunkt und auch zuvor, ebenfalls Schriftstücke verfasst.  Die Lehre an sich mag aber noch länger in der Zeit zurückliegen, denn diese These soll es bereits schon so früh wie im Jahre 200 A.D., gegeben haben. Quellenverweise hierzu, wie z.B. auf Origen oder Augustine, werden aber allerdings debattiert.

In den 70-ern fand das Thema größeren und weiteren Anklang und mit weiteren Bücherveröffentlichungen in den 90-ern, wurden zu diesem Thema insgesamt mehrere Millionen Bücher verkauft. Das Thema ist in der heutigen kirchlichen Versammlung daher nicht unbekannt.

Bibelverweise

Nun schauen wir uns die Verse an, auf die sich die Lehre stützt. Jetzt, auf das Thema etwas vorbereitet, ist eine genauere Betrachtung der Verse wichtig:

1. Thessalonicher 4:14-17:

14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.
15 Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen;
16 denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.
17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, ...

Hier ist also das klare Wort "Begegnung". Aus dem gesamten Kontext, von selbst nur dieser Passage, ist der Sachverhalt verständlich klar: Yeshua ist auf dem Weg zur Erde zurück. Es wird mit Ihm ein Zusammentreffen geben. Der laute Ruf hat wiederum mit einem Kriegsschrei zu tun - sowie auch, dass Er kommt, um Seine Braut zu holen - denn Er kommt gerüstet zum Kampf. Dieser Krieg ist ein Bestandteil Seines Kommens.

... in die Luft, ...

nicht also in den Himmel!

... und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

Auch richtig. Bisher fiel das Wort Himmel nicht. Die Frage ist nicht, ob die Gläubigen mit dem Herrn sein werden allezeit - das geht aus dem Vers klar hervor. Die wirkliche Frage ist: Wo werden diese mit Ihm sein? Dass wir im Himmel sein werden, konnten wir bisher nicht lesen. Wo aber wird der Kommende König allezeit sein? Auf dieser Erde wird der Herr Sein Reich aufstellen! Zuvor noch weitere Verse von Paulus:

1. Thessalonicher 3:

12 Euch aber lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben,
13 damit er eure Herzen stärke und sie untadelig seien in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Yeshua Messias mit allen seinen Heiligen.

Diese Wiederkunft hier von Paulus beschrieben, ist die selbige wie im Kapitel 4, mit anderen Details. Fassen wir die Kapitel 3 und 4 zusammen, haben wir handfeste Messwerte:

  • Messias Kommen wird mit einem Kriegsruf eingeleitet
  • Gläubige, die Toten zuerst und dann die Lebenden, werden dem Herrn entgegengehen
  • Alle werden nun allezeit beisammen sein.

Wo kommen nun die ganzen Heiligen aus Kapitel 3:13 her? Das erklärt Paulus in 4:17 - diese wurden kürzlich verwandelt! Ist diese Idee neu, oder konnte sie Paulus mit Gewissheit verkünden, da dieses schon zuvor im Tanakh prophezeit wurde?

Sacharja 14:

1 Siehe, es kommt ein Tag für den Herrn (im Hebr.: YHVH), da wird man deine Beute verteilen in deiner Mitte!
2 Da werde ich alle Heidenvölker bei Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in die Gefangenschaft ziehen; der Überrest des Volkes aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
3 Aber der Herr wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht.
Dies haben wir zuvor beschrieben.
4 Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden.
Hier sehen wir, dass das Bestimmungsziel des Messias Jerusalem ist. Sogar wird uns ein genauer Ort genannt: der Ölberg. Diesen kann man noch heute im Land Israel bereisen. Der Ölberg überblickt den Tempelberg. Es ist ein Ort auf Erden.
5 Da werdet ihr in das Tal meiner Berge fliehen; denn das Tal zwischen den Bergen wird bis nach Azel reichen; und ihr werdet fliehen, wie ihr geflohen seid vor dem Erdbeben in den Tagen Ussijas, des Königs von Juda. Dann wird der Herr, mein Gott, kommen, und alle Heiligen mit dir!

Und da haben wir das Zitat von Paulus! Dass der Herr Gott in den Krieg persönlich auszieht, ist in der Historie des Tanakhs noch nicht vorgekommen - dieser Tag wurde bisher nur voraus prophezeit. Das Ereignis ist daher ein und dasselbe. Wenn Messias Yeshua wiederkommt, wird es ein, für alle sichtbares, Ereignis und wird keinem verborgen sein. Wenn wir Heiligen nun zu diesem Ereignis allezeit bei dem Herrn sein werden, dann wird es in Jerusalem sein. Dort, wo der Herr auch ist. Das Kommen des Herrn lesen wir auch in Offenbarung 19:

11 Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt »Der Treue und der Wahrhaftige«; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er.
12 Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst.
13 Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«.

Hier, wieder der Hinweis, dass Er zum Kampf erscheint. Das Yeshua mit Blut bedeckt ist, liegt an der großen Schlacht, die er vollbringt. Dies wurde auch wiederum schon bereits in den Propheten vorausgesagt:

Jesaja 63:

1 Wer ist dieser, der dort von Edom her kommt, von Bozra mit hochroten Kleidern; er, der prächtig aussieht in seinem Gewand, stolz auftritt in der Fülle seiner Kraft? »Ich bin es, der ich von Gerechtigkeit rede und mächtig bin zum Retten!«
2 Warum ist denn dein Gewand so rot, und deine Kleider sehen aus wie die eines Keltertreters?
3 »Ich habe die Kelter allein getreten, und von den Völkern war kein Mensch mit mir; und so habe ich sie zertreten in meinem Zorn und zerstampft in meinem Grimm, dass ihr Saft an meine Kleider spritzte und ich mein ganzes Gewand besudelte

Das gleiche Ereignis, mehrfach beschrieben. Jede Prophetie beschreibt dasselbe Geschehen und liefert Details zum Gesamtbild. Spätestens aus der Offenbarung wird nun klar, dass der Herr auf dem Weg zur Erde ist. In den Versen zuvor bekommen wir noch weitere Details:

Offenbarung 19:7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.

Wie kann es sein, dass der Herr gerade zum Krieg wiederkommt - die besagte Hochzeit aber nun noch gar nicht stattgefunden hat? Die unbiblische These einer 7-jährigen Hochzeit im Himmel, wird auch entsprechend mit diesem Vers entkräftet. Die Braut machte sich erst für die Hochzeit bereit. Die Hochzeit des Lammes geschieht erst zum Neuen Jerusalem. Dies aber erst, nach dem Yeshua bereits 1000 Jahre auf Erden gewesen ist:

Offenbarung 21:

9 Und es kam zu mir einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen hatten, die mit den sieben letzten Plagen gefüllt waren, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau, die Braut des Lammes, zeigen!

Der Zeitpunkt sei bitte noch mal beachtet: nach den 7-Zornschalen bedeutet, dass der Zorn Gottes und die Drangsal auf Erden vorüber ist.

10 Und er brachte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam

Allezeit mit dem Herrn

Können wir es nun deutlicher aus der Schrift sehen, dass der Bestimmungsort von Yeshua wirklich Jerusalem ist? Wir lasen bereits von dem Krieg, zu welchem der Messias kommt. In diesem wird der Herr auch das bestehende Weltsystem, mit seiner Herrschaft und Regierung, stürzen. Dieses wurde gut in Daniel Kapitel 2 dokumentiert. Nebukadnezars Traum von der Statue, welche an den zehn Zehen von dem Stein getroffen wird, so dass die gesamte Statue zerberstet und zerstreut wird, beschreibt die aufeinanderfolgenden Weltreiche. Diese werden in den letzen Tagen ihrer Regentschaft übertrumpft und vom Messias besiegt. Einige Kapitel weiter, offenbart Gott diese gleiche Vision auf eine andere Art und Weise, Seinem Propheten. Diesmal gibt es nähere Details zum gleichen Ereignis:

Daniel 7:

26 Aber das Gericht wird sich setzen und ihm die Herrschaft wegnehmen (damit ist das anti-christliche System gemeint), um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten.
27 Aber das Königreich, die Herrschaft und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten gegeben werden; sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen!«
Die Heiligen Gottes bekommen die Herrschaft unter dem ganzen Himmel: unter dem Himmel ist auf der Erde. Die Bestätigung dieses Abschlusses, lesen wir zu guter Letzt dann auch in der Offenbarung:
19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinem Heer.
20 Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
21 Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd sitzt, das aus seinem Mund hervorgeht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleisch.

Also, Jesaja 63, Sacharja 14, Daniel 2 & 7, Offenbarung 19, sowie 1. Thess 3 & 4, beschreiben das gleiche Ereignis. Zu dem Wohnort des Herrn aber:

Psalm 132:

11 Der Herr hat David in Wahrheit geschworen, davon wird er nicht abgehen: »Einen von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen!
12 Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren und mein Zeugnis, das ich sie lehren will, so sollen auch ihre Söhne für immer auf deinem Thron sitzen!«
13 Denn der Herr hat Zion erwählt, hat sie zu seiner Wohnung begehrt:
14 »Dies ist für immer meine Ruhestatt, hier will ich wohnen; denn ich habe sie begehrt.

Welcher EINE, aus der Frucht des Leibes Davids, wird nun für immer auf dem Thron Davids sitzen? (2.Samuel 7:12-13). Es ist der Sohn Davids, Yeshua der Messias. Und dieser hat Zion als Wohnung begehrt, um darin ewiglich zu wohnen. Zion ist Jerusalem und wir vermerken noch mal: Jerusalem ist auf dieser Erde. Nicht einem Menschen wird es zugesprochen, in den Himmel zu kommen. Weitere Zusprüche aus dem Buch der Offenbarung, kurz bevor die sieben Siegel geöffnet wurden:

9 Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen,
10 und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.

Wir stiegen in diesem Text ein, mit Zitaten aus dem Thessalonicherbrief. Den Thessalonichern hatte Paulus geschrieben, dass sie in der Verheißung des Wiederkommens des Messias, beruhigt sein können. Es schien aber so, als hätten einige der Gemeinde schon zu damaligen Zeiten das Kommen des Messias nicht in allen Aspekten aus dem ersten Brief im richtigen Kontext verstanden. Nach diesen wohl entstandenem Missverständnis, sieht es Paulus für nötig, in einem weiteren Brief diese Thematik noch mal anzusprechen.

2.Thessalonicher 2:

1 Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm:
2 Lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da.
3 Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens,
4 der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.

Dies ist eine Zusammenfassung von dem, was die Propheten bereits geschrieben haben. Paulus bestätigt diese nur. Deutlicher wird es in diesem Vers:

8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr verzehren wird durch den Hauch seines Mundes, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigen wird,

Dieses Verzehren des Gesetzlosen passiert erst, wenn Messias wiederkommt und findet zur Endzeit der Regentschaft des antichristlichen Systems (zehn Zehe aus Daniel) statt. Wenn man nun selbst nicht die ganze biblische Prophetie durchgegangen ist, bestätigt schon gleich der nächste Brief an dieselbigen Thessalonicher, dass das Kommen des Herrn nicht zu einem belieben Zeitpunkt passieren kann. Der Tag ist deutlich für uns, mit hervorgehenden Ereignissen, festgelegt. Paulus liefert noch weitere Details:

1.Korinther 15:

50 Das aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit.
51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,
52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

Von dieser Verwandlung sprach der Apostel bereits (1.Thess 3 & 4). Deutlicher wird hier der Zeitpunkt, der zur letzen Posaune ist.  In der Offenbarung lesen wir von sieben Posaunen, welche erschallen müssen, bevor die Drangsal abgeschlossen wird (Off 8:2,6). Das die Toten auferstehen werden, konnte Paulus auch aus dem Tanakh herleiten:

Daniel 12:

1 Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.
2 Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.
3 Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

Jesaja 26:19 Aber deine Toten werden leben, [auch] mein Leichnam; sie werden auferstehen! Wacht auf und jubelt, ihr Bewohner des Staubes! Denn dein Tau ist ein Morgentau, und die Erde wird die Toten wiedergeben.

Eine Entrückung in den Himmel, haben wir bisher nicht in einem einzigen Vers gelesen. Schlussendlich, bestätigt uns unser Messias die Umstände Seines Wiederkommens selbst.

Matthäus 24:

26 Wenn sie nun zu euch sagen werden: »Siehe, er ist in der Wüste!«, so geht nicht hinaus; »Siehe, er ist in den Kammern!«, so glaubt es nicht!
27 Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.

Entrückung? Bis hierhin: Fehlanzeige. Nichts wird verborgen bleiben, wenn Messias wiederkommt. Das heutige Durcheinander ist ein Ergebnis des laschen, halbherzigen Studierens der Heilige Schrift. Für die, welche die Nachfolge des Herrn ernst meinen, gibt es keine Verwirrung. Seine Verheißungen genügen uns!

8.1 Ist „Yom Teruah“ das gleiche wie „Rosh HaShannah“?

Würde man zum Anfang des siebten Monats sich in Israel befinden, wären die meisten von uns darüber verblüfft, dass Juden sich gegenseitig zum Tag des Posaunenfests im siebten Monat ein „frohes neues Jahr“ wünschen! Dies ist, was Rosh HaShannah bedeutet: Haupt oder Kopf des Jahres. Wie und wo fand dieser Übergang statt? Durch die Zeit im babylonischen Exil kamen die Israeliten häufig mit heidnischen Bräuchen in Kontakt. Die Babylonier hielten im siebten Monat ein Fest, welches bei ihnen als die Feier des Neujahrs galt und sich zeitlich mit dem biblischen Posaunenfest überschnitt. Im Laufe der Zeit wurde dann das Posaunenfest als der Jahresanfang bestimmt.

Eine modernere Erklärung versucht diesen Zustand so zu belegen, dass Rosh HaShannah ein Kalenderereignis ist, welches sich wie der biblische „ Aviv Kalender“ nach agrarwirtschaftlichen Bedingungen richtet. Demnach soll es so sein, dass sich nun die harte Arbeit zum Herbst nach der Sommerernte fortsetzt und mit Gebet für den Spätregen einhergeht. Somit wäre dieser Zeitpunkt des Jahres eine verstärkte Zeit des Betens. Im traditionellen Judentum wird zu diesem Zeitpunkt auch dazu ermutigt, die zehn Tage ab dem ersten Tag des siebten Monats bis hin zu „ Yom Kippur“ (der Versöhnungstag), Versöhnung und Wiederherstellung mit seinen Nächsten anzustreben. Dies geschieht dann durch Briefwechsel, persönlichen Austausch, Bußgespräche, Entschädigungen usw. Auch wenn der gesetzte Zeitpunkt für den Jahresanfang nicht mit der Bibel konform geht, sind in diesen Traditionen dennoch interessante Aspekte vorhanden. Zum einen spricht die Bibel, in einem prophetischen Endzeitszenario der Errettung Israels, von einem „Spätregen“:

Joel 2:18: Dann gerät YHVH in Eifer für sein Land und hat Mitleid mit seinem Volk.
19 Und YHVH wird antworten und zu seinem Volk sprechen: Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, dass ihr davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung preisgeben unter den Heidenvölkern;
20 sondern ich will den von Norden Kommenden von euch entfernen und ihn verstoßen in ein dürres und wüstes Land, seine Vorhut ins östliche Meer und seine Nachhut ins westliche Meer, und sein Gestank soll aufsteigen und sein Verwesungsgeruch sich erheben; denn er hat großgetan!
21 Fürchte dich nicht, o Land, sondern frohlocke und freue dich; denn YHVH hat Großes getan!
22 Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn die Auen der Steppe sollen grünen, und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können.
23 Und ihr Kinder Zions, frohlockt und freut euch über YHVH, euren Gott; denn er gibt euch den Frühregen in rechtem Maß, und er lässt euch am ersten Tag Regengüsse herabkommen, Frühregen und Spätregen.

Das vom Norden kommende Volk, welches gegen Israel ausgezogen ist, beschreibt den Kampf zu Harmagedon. Dies ist das Tal Megiddo, nördlich von Jerusalem. Es handelt sich dabei um eine antike Stätte, wo Israel viele entscheidende Kriege geführt hatte. Die Prophetien berichten von einem letzten großen Kampf, welcher in der Endzeit um Israel stattfinden wird. Damit dieser stattfinden kann, wird zuvor der Euphrat austrocknen um den Weg der „Könige des Ostens“ freizugeben (Off. 16:12). Geographisch passt dies am ehesten auf Nationen wie China, Russland, Japan usw. Genauere Details müssten zukünftig abgewartet werden. Zu diesem großen Kampf wird es ein lautes Frohlocken sowie Jubelschrei und Posaunenschallen in Israel geben: zur Zeit des erbeteten Spätregens im Jahr kommt der Sohn Gottes persönlich, um Sein Volk, im Spätjahr zu Yom Teruah, zu erlösen! Diese gewaltige Drangsal war notwendig, um Israel als Nation und als Volk zu der Erkenntnis zu bringen, dass Yeshua Ihr verheißener Erlöser ist. Derjenige, welchen sie bisher trotz langem Wartens, nicht angenommen haben.

Zum anderen spricht die Tradition von einer Abrechnung, welche der allmächtige über einen jeglichen führt. Zu „Rosh Hashannah“ wünscht man sich gegenseitig auch einen guten oder reinen Bericht. Beim Ende der Welt und dem Abschluss des menschlichen Zeitalters wird ein finales Gericht gehalten, in welchem Bücher geöffnet werden (Off. 20:11-15) und ein jeglicher für schuldig oder gerecht gesprochen wird, je nachdem ob sein Name im Buch des Lebens gefunden wurde oder nicht. So sind viele Elemente der Wiederkunft des Messias in der jüdischen Tradition vorhanden, obgleich viele nicht wissen, dass selbige auf Yeshua deuten.

9.1 Versiegelung der Heiligen

Die Heilige Schrift sagt uns, dass der Allmächtige Seine Kinder persönlich kennt (2. Tim. 2:19). Yeshua hat auch vorausgesagt, dass die, welche Ihn lieben, Seine Gebote halten werden (Joh. 14:15, 15:10). Entgegengesetzt der heutigen Lehre, dass Gottes Gesetz für die Gläubigen nicht mehr gültig ist, gibt uns das Buch der Offenbarung deutlich zu verstehen, dass diejenigen, welche als die Kinder Gottes gesehen werden jene sind, welche Yeshua als Erlöser angenommen haben und die Gebote des Vaters halten:

Offenbarung 12:17: Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Yeshua Messias haben.

Offenbarung 14:12: Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Yeshua bewahren!

Dann wird eine große Schar beschrieben, welche ihren Auftrag erst nach der Versiegelung antritt:

Offenbarung 7:3: Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen.

Dieser Vorgang knüpft an ähnliche Szenarien aus dem Ersten Testament an, in welchem die treuen Diener Gottes vor einer kommenden Katastrophe von Gott als die Seinen gekennzeichnet wurde:

Jesaja 8:16: Binde das Zeugnis zusammen, versiegle das Gesetz (Torah) in meinen Jüngern!
17 Und ich will warten auf YHVH, der sein Angesicht verbirgt vor dem Haus Jakobs, und will auf ihn hoffen.
18 Siehe, ich und die Kinder, die mir YHVH gegeben hat, wir sind Zeichen und Wunder für Israel von dem YHVH der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt.

Hesekiel 9:4: Und YHVH sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Greuel, die in ihrer Mitte verübt werden!
5 Zu den anderen aber sprach er vor meinen Ohren: Geht hinter ihm her durch die Stadt und erwürgt; euer Auge soll nicht verschonen, und ihr dürft euch nicht erbarmen.

Unser himmlischer Vater sichert uns zu, dass nicht ein einziger von uns in Yeshua verloren gehen wird (Joh. 6:9, 17:12). Es kann dabei zu diesem Zeitpunkt nicht bestimmt werden, auf welche Weise ein jeglicher von uns durch die Drangsal muss. Einige werden verschont und an einen Ort der Sicherheit gebracht (Off. 12:14), mit anderen führt der Teufel Krieg und jene werden umkommen (Dan. 7:7, Off. 12:11,17). Einige gehen durch die Drangsal und werden dadurch gereinigt (Sach. 13:9), und einige sterben in der Drangsal durch Enthauptung (Off. 20:4). Es kommt eine Zeit auf die Welt zu, welche äußerst fürchterlich sein wird, und welche es so noch nie gegeben hat (Matt. 24:21-22). In diesem ganzen geht es aber darum, der Zukunft nicht mit Angst entgegenzugehen – sondern mit Gebet, Nähe, Lobpreis und Anbetung zu unserem Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erde, welcher uns Yeshua als Erlösung geschenkt hat. So wie es auch in der Offenbarung steht, dass diese Dinge passieren müssen, vor der Wiederkunft des Herrn (Off. 1:1).

10.1 Yom Teruah – die Feier!

Wir erfreuen uns an der Hoffnung und dem Ausblick, welchen wir auf Yeshua haben dürfen. Die ganze Welt wird in der Endzeit ihren Hass auf Gott offenbaren, und all dies lässt der Schöpfer für Seine Zwecke und Pläne zu. Zum einen ermöglicht Er einem jeglichen noch Buße zu tun. Zum anderen offenbart Er, was in den Herzen des Menschen ist und beweist uns ausdrücklich, dass wir uns nicht selbst regieren können. Ohne seine Erlösung sind wir verloren. Aber darüber hinaus noch: diese Drangsal und Prüfung wird Gottes Volk für die Ewigkeit vorbereiten. Anschließend wartet auf uns das ewige Leben, frei von Tod, Schmerz und Leid. Amen!? Sehnsüchtig warten wir auf die Regentschaft des gerechten Königs Yeshua. Die anschließenden Festtage „Yom Kippur“ und „Sukkot“ geben dann Ausblicke auf die endgültige Reinigung des Volkes Gottes, und anschließend geschieht die Hochzeit mit Seiner Braut. An dem Tag, an welchem Gottes Volk gerettet wird, wird es einen riesen Aufschrei – ein Jubel – laut und deutlich geben, wonach 1000 Jahre auf der Erde Frieden herrschen wird. Dies ist das biblisch beschriebene Millennium. Der Tag von Yom Teruah ist ein Feiertag.

Die Tage beginnen im hebräischen am Abend, und so sitzen wir am Tag des Neumondes zusammen, um gemeinsam die Feier zu halten. Bei Sonnenuntergang beginnt die Feier. Wenn eine Gemeinschaft möglich ist, dann kann diese sich zur Versammlung verabreden. Wenn nur innerhalb der Familie ein Treffen möglich ist, kann ebenfalls entsprechende Vorbereitung getroffen werden. Man könnte sich ein Shofar aus dem Internet bestellt haben, um dieses an dem Abend zu stoßen (gut geübte Kenntnisse sind schön, wenn diese aber nicht vorhanden sind, ist es ebenfalls eine große Freude an der Symbolik und Bedeutung zu erfahren, mit den Tönen die man schafft!). Kerzen, Lampen usw. sorgen für eine feierliche Stimmung. Der Familienvater leitet den Abend mit Gebet und bietet Erklärung des Festes an die Familienmitglieder. Er weist auch Gäste ein, falls welche eingeladen sind. Das Gleichnis mit Öl in den Lampen kann durch die Kinder nachgespielt werden (ein Gleichnis, welches den kommenden Tag des Herrn vorher beschreibt). Das gemeinsame Essen nicht vergessen! Wein, süßes Getränk, Backwaren, feierliche Musik – und den Fokus auf Yeshua setzen.

Wenn man aber alleine ist und noch niemanden hat, um das Fest zu feiern, ist es ebenfalls möglich den Tisch zu decken, sich feierlich anzuziehen, etwas Schönes zum Essen bereitet zu haben und mit lauter Musik und Lobpreis den Herrn zu loben, Ihn anzubeten und seinem Namen die Ehre zu geben. Denn es ist ein Tag des „Teruah“, ein großer Lärm, an welchem die kommende Erlösung für uns als Volk Gottes vorbehalten ist.

Offenbarung 22:20: Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. — Ja, komm, Herr Yeshua!
21 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.