Der Biblische Kalender

*WICHTIG: der folgender Artikel bietet nur eine Information zu Bestimmung des Kalenders. Aus aktueller Überzeugung halten wir uns heute an den klassischen, jüdischen Kalender zur Feier der Festtagen.*

Das richtige Verständnis der Zeitberechnung von Tagen, Monaten und Jahren ist ein wichtiges Thema für das jährliche und pünktliche Einhalten der biblischen Festtage. Es benötigt Genauigkeit, um diese Festtage zu deren festgesetzten Zeiten einhalten zu können. Dies bedeutet aber auch, dass wir dazu ein Verständnis des Schöpfers haben müssen, wie eine Zeitberechnung aus Seiner Sicht stattfindet. Setzen wir z.B. einen vorgerechneten Kalender ein, ob nun römisch oder jüdisch, um Seine Festtage einzuhalten, werden wir aus bestimmten Gründen - wie dieser Artikel es aufzeigen wird - nicht weiterkommen.

Der Messias Yeshua kannte nur die Festtage Seines himmlischen Vaters (Luk. 2:41-43, Joh.2:13, 5:1), und auch Seine Jünger feierten nur diese Festtage (Apg. 20:16). Detaillierter sind die Festtage im 3.Mose 23 wie folgt zu finden:

Frühjahr
  • das Passahfest
  • Fest der Ungesäuerten Brote
  • Darbringung der Erstlingsgarbe
  • das Wochenfest (Pfingsten)
Spätjahr
  • Posaunenfest
  • Tag der Versöhnung
  • Laubhüttenfest

Wann ist es demnach aus biblischer Sicht Spät- und Frühjahr? Die Schrift, Gottes Wort und Ausdruck Seines ausdrücklichen Willens, leitet uns an, diese Tage zu feiern. Als an Yeshua gläubige Heiden gehören wir zu Israel, und Israel wird in diesen Festtagen das Schema der Erlösung aufgezeigt! Daher ist es traurig, wenn hierzu kein Verständnis vorhanden ist und man außerhalb des Willens des Schöpfers agiert. Erbauung und Wachstum werden einem jedoch zuteil, wenn man Anteil an dieser Verheißung haben darf.

1.2 Basis der Zeitzählung

Römischer, jüdischer, Sonnen oder Mondkalender: alle Arten der Zeitberechnung orientieren sich, oder taten es zumindest mal, an die vorhandenen Elemente des Universums: Sonne, Erde, Mond. Gottes Schöpfung bleibt daher die einzige Orientierung für unsere Zeitberechnung. In Gottes Schöpfungsbericht wird uns erklärt:

1.Mo.1:14-16:Und Gott sprach: Es seien Lichter an der Himmelsfeste, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre dienen, 15 und zu Leuchtern an der Himmelsfeste, dass sie die Erde beleuchten! Und es geschah also. 16 Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht; dazu die Sterne. 

Dass es sich hier bei den zwei Lichtern, die zur Bestimmung der Zeiten gegeben wurden, aber auch tatsächlich um Sonne und Mond handelt, wird uns weiter in Gottes Wort bestätigt:

Jer. 31:35: So spricht YHVH, der die Sonne als Licht bei Tag gegeben hat, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zur Leuchte bei Nacht; der das Meer erregt, dass seine Wellen brausen, Herr der Heerscharen ist sein Name.

Unsere Grundlagen stehen für uns somit fest und wir können weiter forschen. Tag, Monat und Jahre werden anhand der Verhältnisse der schöpferischen Elemente bestimmt. Wie diese sich im Einzelnen verhalten, werden wir noch mal kurz aufgreifen.

Sonne

Die Sonne ist das Zentrum des Solarsystems. Die Planeten laufen stetig in ihren Bahnen um die Sonne herum. Uns beschäftigt aber hier jetzt nur der Planet Erde, auf dem wir leben.

planets

Erde

Ein ganzer Zyklus der Erde um die Sonne herum dauert 365¼,Tage und macht unser gewöhnliches Jahr aus. Dies kennen wir heute als ein Solarjahr. Während die Erde ihren Lauf um die Sonne vollzieht, dreht sie sich dabei gleichzeitig um die eigene Achse. Diese Drehung um die eigene Achse macht die 24 Stunden aus (genauer 23,93 Stunden), die wir als Tag kennen. So erklärt sich auch, weswegen es auf gewissen Teilen der Erde Nacht ist, während es auf anderen hell ist. Simpel gesagt ist es dort Nacht, wo die Erde zu den entsprechenden Stunden von der Sonne weggewandt ist.

Mond

Während die Erde die Sonne umläuft, dreht sich der Mond um die Erde und begleitet sie auf ihrer jährlichen Laufbahn. Die Zeit, in welcher ein Mondzyklus vollendet wird, d.h. die Dauer, bis der Mond zur 'Startposition' zurückkehrt, um die Erde erneut zu umkreisen, beträgt 29.53 Tage. Dies ist die Grundlage einer Monatsberechnung. Ein Lunar- oder Mondmonat wird auf ca. 29.5 Tage gerechnet. Es gibt aber 365¼ Tage in einem Solarjahr. Zwölf Monate zu je 29.5 Tagen machen nur 354 Tage aus. Eine gleichmäßige Aufteilung von 12 Lunarmonaten, zu je 29.5 Tagen, ergäben aber in einem Solarjahr 12.4 Monate. So entstünde, theoretisch, ein 'Überschuss' von 0.4 Monaten (11¼ Tage) jährlich.

Merke*
  • Tag = 24 Stunden bis sich die Erde vollständig um die eigene Achse gedreht hat
  • Lunarmonat = 29.5 Tage bis der Mond vollständig um die Erde gekreist ist
  • Solarjahr = 365¼ Tage bis die Erde um die Sonne gekreist ist

1.3 Verwendung der Parameter

Biblisch konnten wir bis hierhin verifizieren, dass einzig die schöpferischen Elemente zur Zeit-berechnung dienen. Aber nun geht es darum, die uns bekannten Parameter auch richtig einzusetzen. Die Heilige Schrift rechnet uns die o.g. Daten der Elemente nicht in expliziten, mathematischen Zahlen aus. Beschrieben steht einfach, wann ein Tag oder Monat anfängt. Im Hintergrund ereignen sich allerdings die Werte, die wir aufgezeigt haben. Auf diese Weise führt uns Gott zu den korrekten Zeitpunkten, um Seine Festtage einhalten zu können.

2.1 Der Römische (Solar) Kalender und der Mondkalender

Für unsere heutigen Terminplanungen nutzen wir den römischen Kalender, welcher auf der Basis eines Solarjahrs beruht. Der römische Kalender lehnt sich dem Solarkalender an und setzt die Anzahl der Tage für jedes Jahr im Voraus fest. Er weist auch 12 Monate im Jahr auf, errechnet diese aber unabhängig von den Mondzyklen. Die Tage sind innerhalb der einzelnen Monate unterschiedlich aufgeteilt, damit das Jahr dennoch auf genau 12 Monate im Jahr gesetzt werden kann. Dies "funktioniert" aber nur, indem 7 Monate davon im Jahr 31 Tage, vier Monate 30 Tage und der Februar 28 Tage haben. Insgesamt ergibt dies aber 365 und nicht 365¼ Tage. Hier fehlt noch der Vierteltag aus dem gesamten Solarjahr. Dies wird dann wieder ausgeglichen, in dem jedes 4. Jahr als ein Schaltjahr deklariert wird. Im Schaltjahr bekommt der Februar dann 29 Tage. Ein zusätzlicher Tag nach 4 Jahren gleicht somit den fehlenden ¼ Tag des einzelnen Jahres wieder aus.

Die Tage der jeweiligen Monate wurden hier willkürlich aufgeteilt. Losgelöst von Witterungsbedingungen oder Mondverhältnissen, bleibt z.B. hier der 2. Januar in den zukünftigen zwanzig Jahren auch der 2. Januar. So schafft der römische Kalender einen Ausgleich zu der Differenz der 365¼ Tage des Solarjahrs. Er behält aber 12 Monate bei, welche prinzipiell im Jahr nur 354 Tage ergäben. Nutzt der Schöpfer diese Methode, um Seine Feste einzuhalten? Die Antwort hierauf ist: nein.

Einige Kulturen nutzen z.B. einen reinen Mondkalender, welcher sich nur nach den zwölf Zyklen der Mondphasen richtete. Dies ergab im Jahr dann auch die 354 Tage, und ein Ausgleich zum Solarjahr wurde in späteren Jahren auf andere Weisen geschaffen. Die eventuelle Vermutung, dass der Schöpfer diesen Berechnungsweg für Seine Zeiten ebenfalls nicht einsetzt, ist richtig.Wir werden somit gleich sehen können, wie Gott die unabhängigen Verhältnisse der Elemente Sonne, Erde und Mond in Seiner Berechnung vollständig integriert!

2.2 Der Aviv [Abib] Kalender

Der Schöpfer YHVH Elohim sagt uns in Seinem Wort, wann die Monate und entsprechend das Jahr anfangen. Das Zählen der Monate beginnt mit dem Monat, in welchem Israel durch Gottes Hand aus Ägypten befreit wurde. Die Erlösung des Volkes Gottes aus der Knechtschaft, um Gott dienen zu können, bildet daher das Leitmotiv für das Bestimmen der Jahreszeiten:

2.Mo. 12:2: Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein.

2.Mo. 13:4: Heute seid ihr ausgezogen, im Monat Abib.

5.Mo. 16:1: Halte den Monat Abib, und feiere YHVH, deinem Gott, das Passah; denn im Monat Abib hat dich YHVH, dein Gott, bei Nacht aus Ägypten herausgeführt

Um die Art Gottes der Zeitberechnung zu definieren, gibt es etwas, was einige heute als den "Aviv-Kalender" oder "Aviv-Gerste Kalender" bezeichnen. Der Schlüssel ist natürlich hier das Wort "Aviv". "Abib" wird uns z.B. in der Schlachter Bibel übersetzt, die hebräische Aussprache ist dabei Aviv. In diesem Artikel werden wir die hebräische Aussprache verwenden. Was sich hinter Aviv verbirgt, werden wir hier im Detail klären.

Der Begriff Aviv kommt in der Torah zwei Mal als ein beschreibendes Wort (2.Mo. 9:31, 3.Mo. 2:14) und fünf Mal als ein definitiver Artikel, w.wtl. "der Aviv" (2.Mo. 23:15 & 34:18, 5.Mo. 16:1), vor. Leider verstehen wir aus einer solchen direkten Übersetzung jedoch nicht, was mit Aviv gemeint ist. Das erste Mal, wo das Wort gelesen wird, ist bei der 7. Plage, welche über das Land Ägypten kam:

2.Mo. 9:31: Es waren aber der Flachs und die Gerste zerschlagen; denn die Gerste hatte Ähren und der Flachs Knospen getrieben.

2.Mo. 9:31: והפשׁתה והשׂערה נכתה כי השׂערה אביב והפשׁתה גבעל׃

Dass die Gerste "Ähren hatte", ist die uns überlieferte Übersetzung dafür, dass die Gerste "Aviv" war. Wann ist die Gerste Aviv und was bedeutet dies? Der obige Vers ist eine Beschreibung des Resultats auf die ägyptische Landschaft, auf welche das Strafgericht Gottes, in der 7.Plage durch den Hagel, vollzogen wurde. Jeder Landwirt in Israel hätte aus diesem Bericht verstanden, dass die Gerste zerschlagen wurde, weil sie bereits in einem Reifezustand war. Der Vers gleich danach gibt uns Aufschluss darüber, dass wir gerade auf die Jahreszeiten hingewiesen werden:

2.Mo. 9:32: Aber der Weizen und der Spelt waren nicht zerschlagen; denn die wachsen später.

Die Gerste stand erntebereit in den Feldern, als der Hagel drauf prallte und die Feldfrucht zum Zerschmettern brachte. Stattdessen wies der Weizen, welcher noch grün war und sich daher noch in einem elastischen Zustand befand, dieses Merkmal nicht auf. Der Zustand 'Aviv' ist daher nun nicht nur exklusiv auf die Gerste beschränkt. Wenn wir Aviv als 'Reif' beschreiben würden, hieße der Monat Aviv einfach der Monat, in dem Reifung beginnt. Wörtlich übersetzt bedeutet der Monat Aviv auf Hebräisch einfach: "der Monat der Reife" so als würde man sagen, "der Junge, der Große".

Das bedeutet nun, dass der Monat in welchem die Reifung geschehen ist, der erste Monat des Jahres sein soll. Als Anhaltspunkt dient uns hierfür aber die Gerste sehr gut, da sie die erste Feldfrucht ist, welche in Israel reift. Andere Dinge könnten zu dieser Zeit aber auch bereits in der Blüte, oder am Reifen sein. Wie auch z.B. der Mandelbaum, welcher in seinem Fall der erste unter den Bäumen ist, der in Israel im Frühjahr blüht.

Auch müssten die Schafe zu dieser Zeit bereits Lämmer geworfen haben, wenn das Passah zum 14. des Aviv Monats gehalten werden soll. Auch dieser Faktor ist im Aviv Monat stimmig, da Schafe im Frühjahr ihre Lämmer werfen. Wie wir später erfahren werden, wird dann noch eine Garbe derselbigen Gerstenfrucht gebraucht, um diese innerhalb der Passahwoche im Tempel vorbringen zu können. All diese Elemente müssen daher zusammenpassen und diese Voraussetzungen können alle nur gleichzeitig, zum speziellen Zeitpunkt des Jahresbeginns wie von Gott angeordnet, erfüllt werden. Dies alles wird im Monat Aviv bedient, wo die Schöpfung zur Blüte kommt.

Wenn Gott nun sagt, das Jahr fängt im Monat Aviv an, sehen wir schnell, weswegen errechnete Kalender fehl am Platz sind, denn der Reifezustand der Schöpfung kann sich Jahr für Jahr zeitlich ändern. Für gewöhnlich befindet sich die Änderung im Rahmen eines weiteren Monats, was bedeutet, dass der Aviv Monat um einen weiteren Monat auf sich warten lässt. Hierauf kommen wir noch später zu sprechen. Was dies in der Praxis bedeutet ist schnell erahnt. Wären wir also in Israel und hätten das Jahr zu früh angefangen, weil wir die Zeiten im Voraus bestimmt hätten, die Schöpfung aber noch gar nicht so weit war, gäbe es weder Lämmer zum Passah, noch die Gerste am Tag der Erstlingsfrucht, um Gottes Feste mit deren Bestimmungen einhalten zu können.

Das Indiz dafür, dass der erste Monat angebrochen ist, finden wir am stärksten somit in der Gerste. Der "Aviv-Gerste Kalender" ist lediglich eine Beschreibung dafür, dass die Erfüllung dieser Bedingungen in der gesichteten, reifen Gerste Bestätigung findet und dass das Jahr beginnen darf. Der Begriff Aviv ist also nicht starr nur auf die Gerste beschränkt.

3.1 Wann beginnt ein Monat?

Erleben wir die oben genannten erfüllten Bedingungen im Monat Aviv, gilt es nun zu verstehen, wie und wann dieser Monat genau beginnt. Wir haben bereits etabliert, dass der Mond das einzige Element ist, von welchem eine Monatszählung abgeleitet werden könnte. Es gilt noch schnell zu prüfen, dass das biblische Verständnis eines Monats auf den bereits erwähnten rund 30 Tagen beruht. Diese Bestätigung finden wir im Buch der Offenbarung:

Off. 11:2: Aber den Vorhof, der außerhalb des Tempels ist, lass aus und miss ihn nicht; denn er ist den Heidenvölkern übergeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate lang. 3 Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1,260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch

Wichtig sind uns hier nur die besagten Zeitperioden: 42 Monate werden hier abwechselnd mit 1,260 Tage beschrieben. 42 x 30 ergeben 1,260 und unsere Berechnung eines Monats ist bis hierhin stimmig. Wie geht es weiter? Der Mond ist in der Tat zwar das einzige Element, welches die 30 Tage für eine Monatsberechnung liefern könnte. Aber finden wir hierzu noch eindeutigere, endgültige Bestätigungen aus der Bibel, dass auch der Mond - und nur dieser - für diese Zählung speziell einzusetzen ist? Ein eindeutiges JA! ist hierauf die Antwort.

Ps. 104:19: Er hat den Mond gemacht zur Bestimmung der ZeitenH4150; die Sonne weiß ihren Untergang.

"Bestimmung der Zeiten". Nach STRONGS Konkordanz H4150 ist das hebr. Wort für Zeiten hier moed. Es ist das gleiche Wort, welches im Schöpfungsbericht verwendet wird:

1.Mo. 1:14: Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, ZeitenH4150, Tage und Jahren;

Moed wird auch für die Festzeiten genutzt (3.Mo. 23:2). In der Bibel finden wir die bekannten Werte für die Zeitzählung, wie sie uns heute bekannt sind: Stunden, Tage, Wochen, Monate und Jahre. Zeit besteht für uns aus diesen Einheiten, ohne welche wir eine Einteilung nicht vornehmen könnten. Wir benötigen z.B. das Verständnis eines Tages, um von einem Jahr aus 365¼ Tagen sprechen zu können, usw. Wenn der Mond nun einen nach-vollziehbaren Zyklus von 30 Tagen (genauer 29.53 Tage) hat, und die Bibel von Monaten berichtet, bleibt der Mond das einzige Element, welches zu einer Monatsbestimmung dienen könnte. Und haben wir Monate, können wir auch Jahre berechnen, etc.

Aber wann beginnt dieser Monat, innerhalb des Mondzyklus? So unberechtigt ist die Frage vielleicht nicht! Schauen wir uns mal die folgende Abbildung an.

Hier zu sehen ist die dargestellte Rotation des Mondes um die Erde herum. Wir wissen jetzt auch, dass ein solcher Umlauf eine Dauer von 29.53 Tagen im Monat hat.

Aber wo ist der genaue Startpunkt dieser Umkreisung? Wo ist Beginn und wo ist das Ende dieses Zyklus? Ist es da, wo der Mond von der Erde aus: 1. sichtbar, 2. am hellsten, 3. halb bedeckt, oder aber 4. kaum zu sehen ist?

Die Argumentation könnte lauten, dass jeder dieser Punkte bis zum Nächsten Punkt, die 29.5 Tage ergeben würde. Die Auslegung zu wann der Monatsbeginn ist, wäre dann für einen jeglichen frei auslegbar! Auch dies hat der Schöpfer für uns in Seinem Wort bestimmt und festgelegt.

 

3.2 Monat und Neumond

Zur Veranschaulichung nehmen wir hier jetzt mal zwei Verse aus der Bibel. Diese Verse möchten wir nacheinander wegen zwei uns unterschiedlich überlieferten Wörtern betrachten.

1.Mo. 29:14: Da sprach Laban zu ihm: Fürwahr, du bist von meinem Gebein und Fleisch. Und als er nun einen Monat lang bei ihm gewesen war (...)

Ps. 81:4: Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Diese zwei Verse erwecken zu recht den Anschein, etwas Unterschiedliches zu beschreiben. Zum einen haben wir in der Beschreibung der Zeit, in welcher Jakob sich anfänglich bei Laban aufhielt, das Wort 'Monat'. Zum Einleiten des Festes aus den Psalmen wird der Begriff 'Neumond' verwendet. Diese Beispiele sind aufgeführt, weil zu diesen zwei unterschiedlich übersetzten Wörtern das gleiche hebräische Wort "chodesh" (חדש) zu finden ist.

Das Wort chodesh ist zwar in beiden Versen vorhanden, eine auswechselbare Überlieferung ist in der Übersetzung aber nicht möglich. In unserer Sprache ergibt es keinen Sinn, dass Jakob einen Neumond lang bei Laban war, oder dass wir am Monat in das Horn stoßen sollen. Im Hebräischen ist aus dem Kontext der Passage aber vollkommen klar, was gemeint ist. Aus welchem Grund diese Unterschiede bei der Übersetzung gemacht wurden, sehen wir in Kürze.

In dem einen Vers geht es um die Dauer einer Zeitspanne - ein Monat - die an einem Ort zugebracht wurde. Im zweiten Beispiel geht es um den Zeitpunkt im Monat, zu welchem das Horn gestoßen werden muss. Wären wir es hier zu Lande gewöhnt, zu jedem Monatsanfang ein Fest auszurufen, würde es uns ebenfalls verständlich sein zu lesen, am Monat in das Horn zu stoßen. Denn es gibt nur einen Zeitpunkt im Monat, wann dies geschehen kann. Dieser ist zeitlich fest verankert und fixiert.

Es wäre so, wie wenn ein Schuldner einer geliehen Geldsumme eine Verabredung mit seinem Gläubiger träfe. Sie kommen überein, dass am 8. eines jeden Monats ein gewisser Betrag erstattet wird, bis die Summe vollständig getilgt ist. Dies verläuft nun eine Zeit, bis in einem Monat mal eine Zahlungsunfähigkeit des Schuldners aufkommt. Wenn der Empfänger es nun anbietet, die Laufzeit um einen Monat zu verlängern, ohne dabei aber ein bestimmtes Datum erneut zu erwähnen, ist es beiden ersichtlich, dass die Rate am 8. Tag des zusätzlichen Monats zu entrichten ist. Die Deutlichkeit dieses Handeln kommt aus der zuvor getroffenen Verabredung.

Das Ereignis eines Monatsausrufs ist aber losgelöst von unserem kulturellen und geistigen Verständnis. In unserem Kalender, welcher im Voraus römisch fixiert wurde, spielt es keine Rolle, wann ein Monat nach dem Mond tatsächlich beginnt. März beginnt, ob bei Schnee oder Regen, immer nach dem 28. oder 29. des Februars und der Oktober nach dem 30. September. Bei uns ist es nicht üblich, nach dem Mond Ausschau zu halten, um einen Monatsanfang zu verkünden. Daher geben die Übersetzer uns zu verstehen, dass hier in dem Psalm der Monatsanfang gemeint ist, wenn das Horn schallt. Der Neumond ist somit der Monatsanfang.

3.3 Was bedeutet "Chodesh"?

Der Begriff 'Neumond' kommt mit diesem Begriff in der Bibel aber gar nicht vor. Wir lesen im Wort Gottes also nicht wortwirklich "Neu-Mond", denn das wirkliche Wort für Mond (Yerach ירח), findet sich im Wort chodesh nicht wieder. Das Wort chodesh ist aber für sich vollständig im Stande verschiedene Bedeutungen anhand eines Zusammenhangs zu bieten. Chodesh kommt von dem Wort "chadash" und es klingt sogar ähnlich! "Chadash" an sich bedeutet "Neu". Auch werden diese zwei Wörter gleichgeschrieben.

Hebräisch ist eine Konsonantensprache und beinhaltet keine ausgeschriebenen Vokale. Diese Laute werden an den Konsonanten direkt wiedergegeben. Betrachten wir jetzt chodesh und chadash, dann sind nur die Laute oder Vokale anders:

  • Chodesh (חדש) =Monat
  • Chadash (חדש) = Neu

Im Wort Chodesh ist es also schon mit enthalten, dass etwas neu ist. Chodesh kann daher der 'Neue Monat' sein, oder einfach in sich selbst 'ein Monat' bedeuten. Wann Chodesh nun der Neumond oder aber einfach nur ein Monat ist, hängt schlicht und ergreifend von dem Kontext des Ereignisses ab. Noch haben wir es nicht geklärt, wann genau dieser Anfang (Neumond) denn nun ist. Aber vielleicht ahnen wir bereits, dass diese Frage in einem korrekten Verständnis des Neumonds geklärt wird. Hätte die Heilige Schrift den Begriff Neumond wirklich in der Form auch ausschreiben wollen, hätte uns z.B. der Begriff "Yerach Chadash" (Yerach = Mond und Chadash = Neu) gegeben werden können.

3.4 Geburt des Mondes

Zuvor aber noch zwei weitere Begriffe, welche Hebräer bis heute verwenden, um den Neumond zu beschreiben. Diese kommen in Bezug auf den Neumond so in der Bibel ebenfalls nicht vor:

  • Rosh Chodesh = Haupt des Monats (Monatsanfang)
  • Molad = Geburt

Und ebenfalls kommt auch in diesen beiden Begriffen das hebräische Wort für Mond Yerach, wieder nicht vor. Rosh Chodesh und Molad beschreiben dabei das Gleiche. Rosh Chodesh sagt den Monatsanfang an, und der Anfang oder Haupt des Monats bezeichnet den Tag, an welchem dieses geschieht. Sagt man, um ein Beispiel zu bringen, "Heute ist Rosh Chodesh" ist damit gemeint, dass der Monat heute anfängt. Anders gesagt: "Heute ist der Neumond".

Mit Molad ist das Verständnis eines Neumonds für uns nun nicht mehr weit, denn mit Geburt ist die sichtbare Erneuerung des Mondzyklus gemeint. Natürlich wird monatlich kein neuer Mond geboren - Molad beschreibt den Startpunkt eines neuen Zyklus des Mondes. Diese Geburt wird darin verstanden, dass der nun von der Erde aus sichtbare Mond gerade einen frischen Kreislauf anbricht.

Wenn der Mond sichtbar 'geboren' wird, beginnt ein Monat erneut. Solche Bezeichnungen im Bezug auf den Mond und Monat fehlen in unserer Sprache gänzlich. Der Begriff "Neumond" fügt sich daher in der Übersetzung ins Deutsche gut, um diese Verhältnisse sprachlich zu veranschaulichen. Das Verständnis des Neumonds ist, dass der Mond sichtbar einen Zyklus erneut beginnt. Der Tag, an dem dies gesichtet und bestätigt wird, ist der erste Tag des neuen Monats.

Merke*

Chodesh, Rosh Chodesh oder Molad beschreiben alle dasselbe Geschehen: den Neumond. Mit Molad - oder Geburt - verstehen wir etwas sichtbares. Die Geburt eines Kindes erfolgt dann, wenn das Säugling die Gebärmutter verlässt. Wenn das Kind noch nicht zu sehen ist, weil sich die Mutter noch in der Schwangerschaft befindet, kann von einer Geburt nicht die Rede sein.

Desweiteren spricht Gott, dass die Lichter Zeichen am Himmeln sein sollen (1.Mo. 1:14). Das hebräische Wort hierfür "oth", weist in der Schrift ebenfalls auf etwas Sichtbares hin. Die Juden verstanden also eindeutig, den Begriffen zufolge, den Neumond als etwas sichtbares.

3.5 Neumond: 'Sichtbarer' oder 'Astronomischer ' Mond?

Diese Frage wird uns also früher oder später mal begegnen, denn auf diesem Gebiet gibt es leider genug Meinungsverschiedenheiten. Die Wissenschaft definiert den Neumond anders, als wir ihn aus dem biblischen Kontext verstehen. Dazu folgende Abbildung links.

Aus astronomischer Sicht bezieht sich der Begriff 'Neumond' auf genau die Phase des Zyklus, in welcher der Mond noch vollständig verborgen ist (roter Pfeiler). Der Mond ist in dieser Position von der Erde aus nicht sichtbar, weil etwas Bestimmtes in dieser Phase passiert. Der Mond, biblisch zwar als ein leuchtender Himmelskörper bezeichnet, produziert aus sich heraus jedoch kein Licht. Die Lichtquelle des Mondes ist die Sonne und diese wird, je nach aktueller Position des Mondes zu ihr, reflektiert. In der ersten Abbildung ist der Mond nun zur einer Konjunktion mit der Sonne angelangt und wirft hinter sich, Richtung Erde, seinen eigenen, vollkommenen Schatten.

Die Hemisphäre des Mondes, welcher hier der Sonne zugewandt ist, wird vollkommen beleuchtet. Dies können wir auf der Erde aber nicht wahrnehmen und somit ist der Mond für uns verborgen. Deswegen ist die sichtbare Wahrnehmung des Mondes im Monat unterschiedlich.

In der Abbildung erkennt man, dass der Mond in der Hälfte seines Zyklus vollkommen rund und hell erscheint. Dies kennen wir als den Vollmond.

Die Hauptstationen sind aus astronomischer Sicht der 1.Neumond, 2.Vollmond, 3.zu- & 4.abnehmender Mond. Beim Neumond, auf astronomischer Grundlage, würde die Monatszählung dann beginnen, sobald der Mond vollkommen verborgen ist.

Ein solcher Ausgangspunkt wäre nicht ohne Schwierigkeiten. Die verdeckte Phase des Mondes kann bis zu zwei Tage anhalten. Ein kompletter Monatszyklus währt aber nun von einem Neumond bis zum nächsten. Hätten beide Neumonde zweitägig verdeckte Sichtbarkeit, ist die Frage an welchem der Tage der Monatsbeginn genau stattfindet. Erinnern wir uns an den Begriff Molad wissen wir, dass eine Geburt erst mit etwas Sichtbarem passiert. Sobald die erste, sichtbare Sichel des Mondes zu sehen ist, hatte Israel, durch hierfür abgesonderte Zeugen, den Neumond ausgesprochen.

4.1 Historische Nachweise

Wir finden keine geschichtlichen Beweise dafür, dass ein Neumond zu biblischen Zeiten auf andere Weise bestätigt wurde, als durch reine Beobachtung. Einen verdeckten Mond kann und braucht man nicht zu beobachten. Aus Quellen wie Das Tempelinstitut in Jerusalem, die Jüdische Enzyklopädie, die Mishnah, der jüdische Schriftsteller Alfred Edersheim und weitere kriegen wir bestätigt, dass zu Zeiten des Tempels und zu Zeiten Yeshuas der gesichtete Neumond den Monatsanfang markierte. Hierfür wurden Zeugen ausgesandt, welche durch den Sanhedrin befragt wurden, ehe der Monats-beginn deklariert wurde.

4.2 Praktisch Angewandt

Bisher haben wir sehen können, dass YHVH den Mond zur Zeitbestimmung eingesetzt hat und dessen Zyklus berücksichtigt. Schließlich hat Er ihn ja geschaffen! Wir können anhand der Phasen den Monatsanfang gut bestimmen und Gottes Festtage entsprechend befolgen. Unter Verwendung der bisherigen Faktoren sähe es praktisch wie folgt aus. Zu Tempelzeiten wurden an jedem Monat in Jerusalem hierfür bestimmte Zeugen empfangen, um eine erfolgreiche Neumondsichtung zu deklarieren. Auch der Talmud sowie die Mishnah bestätigen diesen Vorgang. Diese endgültige Verifizierung geschah dann immer durch den Sanhedrin, bevor an das Volk mitgeteilt wurde, dass ein neuer Monat begonnen hat. Wie?

So wie wir heute täglich auf die Uhr oder einen Kalender schauen um uns zu orientieren, wartete Israel damals bei Näherung des Neumondes auf angezündete Fackeln, welche vom hohen Berg aus Jerusalem sichtbar waren. Weitere hierfür vorgesehene Gipfel und Berghöhen, bereits in Erwartung, schlossen sich dann an und zündeten ebenfalls ihre Fackeln an. In nur kurzer Zeit war die Landschaft mit den leuchtenden Bergen gespickt, eine Kette welche den Berichten nach bis in manche babylonischen Städte reichte. Dort waren auch Israeliten in der Zerstreuung, die Auswärts die Feste feierten. Demnach soll es auch noch gesattelte Reiter gegeben haben, welche dann ebenfalls die Botschaft auf dem Pferd schnell in umliegende Städte brachten.

Eine zuverlässige und sichere Zeugenaussage war daher von hoher Wichtigkeit und die Befragung der Zeugen war, vor der offiziellen Verkündung, ein entscheidendes Kriterium. Dies war wichtig, damit es Israels Feinde nicht gelang, das richtige Datum des Neumondes und der Festtage zu sabotieren.

4.3 Neumondfeier

Die Wichtigkeit dieser genauen Bestimmung wird uns schnell verständlich, wenn wir es verstehen dass YHVH es uns geboten hat, nicht nur Seine Festtage zur richtigen Zeit zu halten, sondern auch den Neumond zu der bestimmten Zeit zu beachten:

4.Mo. 28:1: Und YHVH redete mit Mose und sprach: 2 Gebiete den Israeliten und sprich zu ihnen: Ihr sollt Acht haben, dass ihr zur rechten Zeit meine Opfergaben darbringt, meine Feueropferspeise mir zum lieblichen Geruch.

Und weiter zum Neumond:

11 Aber am ersten Tag eurer Monate sollt ihr YHVH als Brandopfer darbringen: zwei Jungstiere und einen Widder, sieben einjährige, makellose Lämmer;
12 und drei Zehntel Feinmehl als Speisopfer, mit Öl gemengt, zu jedem Stier; zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl gemengt, zu dem einen Widder als Speisopfer,
13 und je ein Zehntel Feinmehl als Speisopfer, mit Öl gemengt, zu jedem Lamm. Es ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für YHVH.
14 Und sein Trankopfer soll ein halbes Hin Wein zu jedem Stier sein, ein Drittel Hin zu dem Widder, ein Viertel Hin zu jedem Lamm. Das ist das monatliche Brandopfer, für jeden Monat im Jahr.
15 Dazu soll ein Ziegenbock als Sündopfer YHVH geopfert werden, außer dem beständigen Brandopfer und seinem Trankopfer.

Das bestimmen des Neumondes ist daher von großer Bedeutung für die Festtage.

5.1 Gerste, Ernte und Zeiten

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Im Laufe der Festtage werden wir bald sehen, dass sich drei von diesen zu Israels Ernte-zeiten ereignen. Hierauf möchten wir noch später eingehen. Auf die Frage, ob die Gerste der Hauptindikator des Jahresanfangs sein muss, haben wir bereits erklärt, dass auch andere Bedingungen bedient werden müssen.

Die Gerste bleibt dabei aber ein sehr starker Hinweis des Jahresbeginns, da ohne sie das Fest nicht vollständig gefeiert werden kann. Auch hierzu später mehr.

Mit 'Aviv Gerste' wird ein Zustand der Feldfrucht verstanden, in welcher sie binnen 2-3 Wochen erntetauglich wäre. 'Aviv-Gerste' ist an sich noch zu feucht, um sofort geerntet werden zu können. Aber viel länger als z.B. einen extra Monat hinzu, darf sie im Feld nicht stehen, denn sonst verdirbt sie.

5.2 Die Bedingungen des Festes zusammengefasst

Um die Spätjahresfeste (Posaunenfest, Versöhnungstag und Laubhüttenfest) im richtigen Monat einhalten zu können, muss auch im Vorfeld der Jahresanfang korrekt bestimmt gewesen sein. Denn sonst würden wir Gefahr laufen, die verordneten Zeiten des Himmlischen Vaters zum richtigen Zeitpunkt zu verpassen.

Wir merken auch noch mal, dass folgende Bedingungen erfüllt sein müssen, um das richtige Einhalten der Festtage sicherzustellen:

  • mit einer rechtzeitig gesichteten ersten Sichel des Mondes beginnt ein neuer Monat
  • ist diese Sichel in dem Monat nun gesichtet, in welcher auch reifende Gerste beobachtet wurde, ist es der Monat Aviv.
  • dies ist dann der erste Monat und der Anfang des Jahres
  • die Gerste gibt Aufschluss über eine mögliche Darbringung der Erstlingsgarbe in der Passahwoche.
  • Es ist Frühling, somit werden Schafe auch Lämmer geworfen haben
  • das erste biblische Fest, das Passahfest, beginnt nun in exakt zwei Wochentimeline

5.3 Aviv, Gerste und Neumond heute

Abgesehen davon dass wir uns fern von Jerusalem befinden, um mit diesen besagten Bestimmungen Schritt halten zu können, stellt sich noch eine andere Frage. Wie kann es von uns heute sichergestellt werden, dass zum Festtag alle grundlegenden Bedingungen der Landwirtschaft in Israel erfüllt wurden? Agrarbedingungen, Ernte oder Klima sind an anderen Teilen der Erde oft anders, als die aus Israel. Daher gelten die zu erfüllenden Bedingungen des Mondes, der Gerste und der Lämmer auch nur im Land Israel. Denn die Torah geht davon aus, dass wir die Feste in Jerusalem feiern werden.

5.Mo. 16:16: Dreimal im Jahr soll alles männliche Volk bei dir vor YHVH, deinem Gott, erscheinen an dem Ort, den er erwählen wird: am Fest der ungesäuerten Brote und am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. Aber niemand soll mit leeren Händen vor YHVH erscheinen. 

Der Ort YHVHs Erwählung ist Jerusalem (Ps. 132:13-14). Der Schöpfer erwartete einst, und wird es auch zukünftig wieder tun, dass sowohl Israel als auch die Nationen, zum Feiern der Feste nach Jerusalem hochkommen (Sach. 14:16-19). Nun ist es aber so, dass auch weitere Komponenten vorhanden sein müssen, damit das Feiern der Festtage richtig abläuft. Als Erstes wäre ein errichteter Tempel zu nennen. Dieser muss anhand der Ausrichtung der Torah besetzt sein (2.Mo. 25-30). Wer dient im Tempel?

Ein von YHVH eingesetztes, funktionierendes Priestertum ist demnach die nächste Bedingung! Dieses Priestertum kann nur aus der Linie von Aaron des Hohepriesters kommen und daher wird der Stamm Levi in Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen. Diese Priester und Leviten müssen z.B. die Lämmer zum Passahfest schächten, denn von sich aus darf keiner das Passahlamm schlachten.

5.Mo. 16:5: Du darfst das Passah nicht in einem deiner Tore schlachten, die YHVH, dein Gott, dir gibt;
6 sondern an dem Ort, den YHVH, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, dort sollst du das Passah schlachten, am Abend, wenn die Sonne untergeht, zu eben der Zeit, als du aus Ägypten zogst.

Jetzt würde dann auch noch wieder ein Sanhedrin benötigt werden, um die Zeugenaussagen des Neumondes zu prüfen. Und wer inspiziert die Lämmer auf Makellosigkeit am 10. Tag des Monats, wie in der Torah befohlen? Einige schreien an dieser Stelle vielleicht auf und bezeugen, dass diese ganzen "Satzungen in Jesus hinweg getan sind!". Aber STOPP! Wir lesen ausdrücklich in den Propheten, dass das Feiern der Festtage - ja, mit Tieropfer! - wieder eingesetzt wird, wenn Yeshua zu Seiner Regenschaft in Jerusalem sitzt! (Sach. 14:16-19, Hes. 45:17-25). Diese Bibelstellen können entsprechend nicht einfach "wegspiritualisiert" werden! (Weswegen es in Jerusalem wieder Tieropfer geben wird, versuchen wir an anderer Stelle zu klären).

Wir sehen bereits, dass sich uns einige Hürden zu präsentieren scheinen. Es sei denn, wir verstehen Gottes Ratschluss und Plan anhand Seines geschriebenen Wortes! Die Tatsache ist also die, dass wir nicht alle nötigen Bestimmungen in Jerusalem vorfänden, selbst wenn wir heute nach Israel hochziehen würden, um die Festtage zu halten. Denn weder sind diese für uns jetzt schon präsent noch sind sie vorbereitet. Wir warten daher im Augenblick auf einen zukünftigen Zeitpunkt und auf die sogenannte "Wiederherstellung aller Dinge", wenn alles wieder nach göttlicher Ordnung in Israel wirkt. An dem Tag werden wir das Passahfest wieder in Jerusalem feiern.

6.1 Ausblick auf das Passah

Wenn wir nach der eigentlichen Vorgabe in Israel heute nun die Feste nicht halten können, stellt sich uns die Frage, nach welchen Bestimmungen wir sie hier im "Ausland" halten können. Das ewige Zuhause eines jeglichen Gläubigen wird eines Tages beim Herrn Yeshua in Zion sein. Wie also sollen wir uns adäquat in der Ferne vorbereiten? Der Tag des Passahs, die Zeit sowie die Agrarbedingungen bleiben hierbei unverändert. Der Erste des Monats Aviv ist weiterhin der Jahresanfang, unabhängig davon, ob es jemanden gibt, der diese Bedingungen gerade im Land beobachtet.

Die Korinther befanden sich zu Zeiten der Apostel nicht in Israel und konnten dennoch das Passahfest zur bestimmten Zeit halten (1.Kor. 5:6-7, 1.Kor. 11:20-34). Die Juden waren zu diesem Zeitpunkt noch in Israel. Wohlmöglich gab es durch die Apostel Wege der Nachrichtenübertragung an die Gemeinden unter den Heiden, womit diese dann den Festbeginn wussten. Außerhalb Jerusalems ist es natürlich unmöglich, das Passahlamm zu schächten. Aus den obigen, angegebenen Bibelversen ist zu schlussfolgern, dass die Gemeinden das Passah mit Brot und Wein zu sich nahmen.

Und so machen wir es heute auch. Das Passah deutete schon in der Torah auf Yeshua, aber erst mit Seiner Erfüllung, durch Seinen Opfertod, konnten wir dies erkennen (Joh. 19:35-36). Das Schächten eines Lammes bot ein Vorschatten auf dieses Ereignis, das Schächten in Jerusalem wird zukünftig an dasselbige Ereignis zurückerinnern. Das Lamm aber deutete schon immer auf eine aktive Teilnahme des Opfernden, durch das Essen des Opfers (2.Mo 12:8-9). So bat uns auch Yeshua, von Ihm zu essen. Dies wurde zuvor angekündigt (Joh. 6:55-56) und kurz vor Seinem Tod mit Brot und Wein für uns versinnbildlicht. Bis Yeshua wiederkommt, werden wir das Passah mit Brot und Wein feiern, um es mit Ihm zusammen wieder in Jerusalem zu feiern. (Mehr zu den Details und Bestimmungen später).

6.2 Zeitpunkt für den Jahresanfang

Durch die heutigen Medien ist es für uns nun nicht mehr schwer diese Bedingungen aus Israel, in Vorbereitung auf die Festtage, zu verfolgen. Durch das Internet erhalten wir z.B. ausreichende Information zur Neumondsichtung aus Jerusalem, sowie auch über die aktuellen Agrar- und Landwirtschaftszustände des Landes Israel. Es lohnt sich daher, im Hinblick auf den richtigen Zeitpunkt der Festtage, solche Quellen für die Vorbereitung zu nutzen. Genügend christliche sowie messianische Dienste, bieten hier gute Informationsquellen.

Die erste in Israel gesichtet Mondsichel bestimmt den Monatsanfang. Der Frühling wird durch ausreichende Lämmer, die allgemeine Blüte im Lande sowie reiffertige Gerste bestätigt. Erhalten wir also Nachricht einer erfolgreichen Neumondsichtung, plus die Bestätigung des Frühlings, steht der Jahresanfang fest.months

Unsere Monate und Tage weichen hier im Westen aber von dem Beginn des hebräischen Kalenders ab. Diese können sich noch bis zu einem weiteren Monat verschieben. Für manche ist es ungewohnt, auf diese Weise die Zeit zu bestimmen. So machten es jedoch unsere Glaubensväter. Der Tenor ist dabei, den hebräischen Kalender für die Festtage zu nutzen, da der Römische uns hier nicht weiterbringen kann. Für die Alltagsorientierung nutzen wir weiterhin den Westlichen, um Termine zu zeichnen, und der Arbeit oder einer Verabredung nachzugehen.

7.1 Das Schaltjahr

Wir sahen wie der gregorianische (römische) Kalender das Verhältnis von den Monaten in einem Solarjahr auszugleichen versucht. Der Schöpfer weiß natürlich um den endgültigen Unterschied der Zyklen der Monde im Verhältnis zu der Erdumkreisung der Sonne. Hierin sehen wir weitere Beweise, dass allein Gott über die Zeiten bestimmt und diese festlegt. Alle Versuche der Menschen, auf welche Weise auch immer, die Zeit im Voraus festzulegen, sind zum Scheitern verurteilt. Wir sind auf die Mondsichtung angewiesen und können uns nur auf den Schöpfer für den rechtzeitigen Frühlingsbeginn verlassen. Die ausgewogenen Verhältnisse der Zyklen sind ebenfalls in Seinen Händen, und wir schauen uns mal an, wie dies alles funktioniert.

Zuvor betrachten wir dann nochmal die bisherigen Daten und nehmen diese für unser Beispiel als Fixum. Wenn nun ein Solarjahr auf 365¼ Tage berechnet wird, dann haben wir im selben Jahr nur insgesamt 354 Tage der zwölf Mondzyklen. Das bedeutet, dass der Mond mit seinen zwölf Zyklen soweit abgeschlossen hat, während es aber noch 11¼ Tage sind, bis die Erde vollständig die Sonne umkreist hat. Zu der Zeit befindet sich der Mond schon fast auf der Hälfte eines neuen Zyklus, usw. Somit haben wir in dieser Konstellation einen Überschuss von 11¼ Tagen jährlich.

Diese Tage können in dem hebräischen Kalender, um den Ausgleich zu schaffen, nicht willkürlich auf die Monate aufgeteilt werden, wie im römischen Kalender. Es steht uns zum einen nicht zu, und zum anderen würden wir die Zeiten der Feste nicht mehr korrekt einhalten können. Die Bibel bestätigt 12 Monate in einem Jahr (Ester 3:13), aber sie gibt nirgendswo die Einschränkung vor, dass es bei dieser Monatszahl bleiben muss. Ein 13. Monat ist somit nicht ausgeschlossen und dies ist genau das, was passiert. Wie? Genauso wie in einem Schaltjahr. Hierbei ist ein ganzer Monat zum Jahr zu addieren.

Weiter ist es dem Schöpfer überlassen wann dies passiert, aber so würde es funktionieren. Um es zu vereinfachen wäre es logisch, wenn z.B. in jedem Jahr-X ein ganzer Monat überschüssig wäre. Nach 2 Jahren wären es 22½ überschüssige Tage und es reicht für einen extra Monat noch nicht aus. Nach 3 Jahren hätten wir 33¾ Tage und dies wäre zu viel. Noch haben wir keinen perfekten Monat an Überschuss, um ihn aufs Jahr zu addieren. Führen wir die Zählung aber fort, sähen wir:

1.J 11¼ + 2.J 11¼ + 3.J 11¼ + 4.J 11¼ + 5.J 11¼ + 6.J 11¼ + 7.J 11¼ + 8.J 11¼ = 90 Tage.

In 8 vollen 12-er Zyklen hätten wir dieses Ergebnis von 90 Tagen. Mit 90 Tagen hätten wir die exakte Zahl, welche sich durch 30 (ein Monat) restlos teilen lässt. Nach diesem Beispiel bedeutet es, dass wenn wir alle 8 Jahre nun 3 Schaltjahre hätten, das Verhältnis Erdumkreisung, Solarjahr und 12 Mondzyklen perfekt ausgeglichen wäre. Wie können wir dies bestimmen? Addieren wir einfach im Voraus hinzu? Die Antwort liegt bereits auf der Hand! Wenn der Frühling, im Gegensatz zum Vorjahr, nicht exakt 12 Monate später anfangen kann, weil weder Getreide, Bäume oder Schafe blühen, gibt es nichts anders zu tun, als einen weiteren Monat abzuwarten! Ohne Frühling ist also auch kein Fest möglich. Im Monat danach werden diese Bedingungen nach aller Wahrscheinlichkeit wieder gegeben sein.

Spekulation und Fanatismus? Jeder der anfangen kann die Festtage zu halten, wird es bald selber entdecken, dass es sehr wohl Jahre gibt, in denen genau zwölf Monate später keine Frühlings-bedingungen in Israel vorgefunden werden. Alleine in den letzten ca. acht Jahren erinnert sich der Autor an mindestens zwei Schaltjahre. Der Schöpfer ist immer noch in völliger Beherrschung der Zeitzählung!

7.2 Der Jüdische Kalender / Hillel Kalender

Der jüdische Kalender erhebt den Anspruch, sich vom Tag der Schöpfung aus zu berechnen. Jahre werden anders gezählt und dargestellt, die Monate fangen zu einem anderen Zeitpunkt an als im römischen Kalender. Unser Jahr 2015 ergibt zurzeit (stand Februar 2015) das Jahr 5775 im jüdischen Kalender. Der jüdische Kalender wird heute ausschließlich für liturgische Zwecke eingesetzt. Das Lesen der Torahportionen am Sabbat und die Bestimmungen der Festtage liegen diesem Kalender zu Grunde.

Laut jüdischer Historie und Literatur wurden Monate und Jahre aber, wie zuvor im Aviv Kalender beschrieben, bestimmt. Diese Methode wurde allmählich vernachlässigt und in den Jahren zwischen 220-500 A.D. kam es zunehmend zur Einsetzung eines vorgerechneten Kalenders. Der Urheber dieses Systems wird Rabbi Hillel II zugesprochen. Der Kalender wurde dann weiter von Rabbi Maimonides ausgebaut. Spätestens ab dem 12. Jahrhundert wurde dieser Kalender in den Synagogen vollständig integriert und wird bis heute im Judentum genutzt. Wie dieser aufgestellt ist, versuchen wir hier nun zu erläutern.

7.3 Zeiteinheiten

In der Antike gab es keine Uhren, welche Minuten und Sekunden vorrechneten. Die kleinste Einheit der Zeit wird im Judentum als ein chelek (bedeutet: Teil) betitelt. Diese Einheit wird wiederrum ein babylonischer Ursprung attribuiert; dies kümmert uns jetzt aber nicht. Ein chelek ist der ⅟18 Anteil aus einer Minute und macht somit 3.33 Sekunden aus.

Die tatsächliche Zeit, in welcher ein ganzer Mondzyklus andauert, beträgt 29.53 Tage. Dies sind also aufgedröselt 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten. Ist ein chelek der 18.Teil einer Minute, werden diese 44 Minuten als 793 chalakim (Mehrzahl) im Judentum ausgedrückt. Im Judentum würde man daher sagen dass die Zeit, von einem Neumond zum anderen, einen Wert von 29 Tagen, 12 Stunden & 793 chalakim beziffert.

7.4 Bestimmung der 'halachischen' Tage

Tage werden, in der jüdischen Überlieferung, ebenfalls anders errechnet. Ein 24-Stunden Tag besteht astronomisch aus Tag und Nacht, wobei die Längen dieser je nach Jahreszeit unterschiedlich ausfallen. Die 12 Stunden eines Tages beschreiben im Judentum die Zeit von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, während die anderen 12 Stunden die Zeit von Zwielicht bis zum Morgen erfassen. Entsprechend ist eine Stunde ein Zwölftel der Zeit des Tageslichts. 12 Stunden des Tages im Sommer sind z.B. dann länger als 12 Stunden des Tages im Winter, in welchen die Tage erheblich kürzer sind.

Beispiel:

Im Sommer = (Sonnen) Aufgang bis Untergang sind 15 Stunden. Ergibt (15 ÷ ⅟12) = ca. 1.Std. u. 15 Min.

Diese Berechnung, dessen Grundlage im Neumondzyklus nicht dienen kann, ist dabei als ein "halachischer" Tag zu verstehen. Dies bedeutet, dass im Judentum Zeiten am Tag festgelegt wurden, zu welchen eine bestimmte Liturgie ausgeführt werden durfte. Diese Riten sind Traditionen und keine Torahgebote Gottes. Beispiele umfassen sehr viele, angefangen vom Essen des gesäuerten Brotes vor dem Passah, dem Anlegen eines Gebetriemens, bis zur zeitlich bestimmten Einsetzung des Shema Israel, usw. Diese beiden obigen Faktoren müssen daher voneinander unterschieden werden. Die Berechnung des Neumondes, obgleich mit den Werten der chalakim, ergäben in den uns bekannten Stunden und Minuten einen nachvollziehbaren, messbaren Wert. Dagegen sind aber die Berechnungen der 'halachischen' Tage für die Zyklen nicht relevant. Im jüdischen geht man von einem Tagesbeginn bei Sonnenuntergang aus (siehe auch den Artikel "Wann Beginnt Ein Tag") Für eine Vereinfachung, sowie als allgemeine Orientierung, wurde von Maimonides eine 0-Stunde des Neuanfangs eines halachischen Tages festgesetzt. Diese ist die uns bekannte und moderne Uhrzeit von ca. 18:00 Uhr am Abend. Die halachische Stunde ist heute aber ebenfalls auf eine reguläre Stunde fixiert. Sonnenuntergang galt in der Tradition entsprechend zu dem Zeitpunkt, wenn 3 Sterne am Himmel sichtbar waren. Jenes wurde so gewählt, weil dieses Ereignis mit der Neigung der Sonne auf 6 Grad zu ungefähr gleicher Zeit zusammenfiel.

7.5 Berechnung der Jahre

Diese Daten versuchen wir nun anhand des Hillel Kalender zu verstehen. Der jüdische Kalender basiert auf einer, im Voraus festgelegt und fixierten, Zeitbestimmung. Im Vorfeld sind dessen Mondzyklen auf die genauen Werte von 29 Tagen, 12 Std. & 793 chalakim festbestimmt, unabhängig von der Mondsichtung oder eines tatsächlich eingetroffenen Frühlings. Er weiß auch um die Diskrepanz der 11¼ Tage zwischen dem Solarjahr und dem Mond- oder synodischen Jahr. (Ein synodisches Jahr ist die astronomische Beschreibung eines Jahres, welches auf reinen zwölf Mondzyklen basiert).

Dieser Ausgleich wird über den Meton-Zyklus geschaffen. Meton von Athen war ein griechischer Astronom, der beobachtete, dass ein Zeitraum von 19 Jahren in etwa der Periode entspricht, in der sich die Tage des Solarjahres und des synodischen Jahres restlos ausgleichen würden. Veranschaulicht sieht diese Aufstellung wie folgt aus:

  • Alle 19 Jahre, zu je 365¼ Tage des Solarjahrs, ergeben (19 x 365¼) = 6939¾ Tage
  • Alle 19 Jahre, zu je 354 Tage des synodischen Jahres, ergeben (19 x 354) = 6726 Tage

Ist aber ein perfekter Ausgleich der erwünschte Ausgang, wird ein Ergebnis gesucht, in welchem Solar- und Lunarjahr sich restlos dividieren können. Zu den Lunarjahren werden daher noch die fehlenden 11¼ Tage gegenüber dem Solarjahr benötigt. Also noch (11¼ x 19) = 213¾ Tage. Diese zu 6726 addiert ergibt ebenfalls 6939¾ Tage. Der Zyklus rundet auf 6940 Tage auf. Es ist als ob man eine Zahl suchte, in welcher sich 6 und 7 am ehesten, ohne Überschuss teilen lassen und dies wäre 42.

Simpel gesagt bedeutet dies, dass sich ein Gleichstand zwischen den Solarjahren und Lunarjahren alle 19 Jahre ereignet. In 19 Jahren wären genau 235 synodische Monate vorhanden: 6940 (Tage) ÷ 235 (Lunarmonate) = 29.53 Tage (1 Lunarmonat). Um wiederum den Ausgleich zum Solarjahr zu schaffen, müssen bei den synodischen Jahren Schaltmonate eingefügt werden; denn zwölf synodische Jahre machen eigentlich 228 und nicht 235 Monate aus.

So müssten in den 19 Jahren entsprechend 7 der 235 Monate als zusätzliche Monate dienen. Oder: in 19 Jahren würde es 7 Schaltjahre geben: (19 x 12) + 7 = 235

Der 12. Monat ist im jüdischen Kalender der Monat Adar. In diesem Monat wird auch Purim gefeiert. Im vorbestimmten Schaltjahr wird der extra hinzugefügte Monat Adar I (oder Adar Alef) genannt und der reguläre Adar heißt dann Adar II (oder Adar Bet). Die Jahre in welchen Adar I hinzugefügt wird, sind dann in dem 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr. Der aktuelle Zyklus fing im Jahre 1997 an und endet in 2016, wo dann der Zyklus mit einem Schaltjahr abschließt.

Auch wenn noch mehr Details zu dieser Systematik vorhanden sind, bietet diese Zusammenfassung einen Einblick, wie der jüdische Kalender funktioniert. Der Korpus und die Basis der Berechnung beruht auf einer ehem. griechischen Methodik, und daher ist dieser Kalender nicht wirklich 'jüdisch'. Diese Systematik erklärt auch, weswegen die Festtage schon so genau aus verschiedenen Quellen im Voraus zu sehen sind. Aktuell stehen sogar schon die Tage der Feste ab 2017 fest, weil dort ab dem neuen Zyklus einfach gerechnet wird. Entsprechend müsste der Hillel Kalender dann in den Jahren 2019, 2022 usw. Schaltjahre aufweisen; was auch der Fall ist.

Wegen dieser sogenannten 'Ordnung' ist es dem Autor dieses Artikels in früheren Zeiten schon mal in den Sinn gekommen, sich an diesem Kalender zu orientieren, um die Festtage jährlich zu feiern. Hinzu kommen die jährlichen Auseinandersetzungen, die wegen der Vielfalt an Meinungen existieren. Außerdem besteht die Möglichkeit des Aufkommens folgender Argumentation von Menschen, die unseren Glauben an den Messias Yeshua nicht teilen: Weswegen, wenn wir denn schon "jüdische Feste" halten, orientieren wir uns nicht an dem Kalender der Juden? Oder aber auch schon mal der nachvollziehbare Einwand, dass der Hillel Kalender befolgt werden sollte, um Solidarität mit unseren jüdischen Geschwistern zu zeigen.

Diese und weitere Fragen finden sicherlich einen berechtigten Platz beim Forschen und Orientieren. Wir werden aber nun aufzeigen, weswegen es nicht möglich ist, diesen Kalender zu implementieren, wenn man den Herrn Yeshua als Messias angenommen hat und davon überzeugt ist, dass die Heiligen Festtage auf Ihn deuten.

7.6 Hillel Kalender

Als allererstes hat der Schöpfer uns nirgendwo geboten, auf diese Weise die Zeit zu bestimmen- und schon gar nicht zur Bestimmung Seiner Festtage. Dazu kommen einige astronomische Diskrepanzen hinzu. Als der metonische Zyklus erstellt wurde, waren, im Gegensatz zu heute, gewisse Kenntnisse nicht vorhanden. Meton kannte die Unterscheidung zwischen verschiedenen Jahrestypen nicht. Die Kurzfassung dieser Tatsache ist, dass der metonischer Kalender alle 219 Jahre um einen Tag zu kurz kommt. Die absolute Genauigkeit ist also im Hillel Kalender nicht garantiert.

Der Kalender ist auch in anderen Bereichen stark, eher sogar starr, fixiert. Gewisse Feiertage, selbst in dieser errechneten Aufstellung, sind an bestimmten Wochentagen nicht erwünscht, da dies mit einigen Bräuchen aus der Tradition kollidieren würde. Yom Kippur, der Versöhnungstag, sollte daher nicht auf einem Sonntag oder Freitag fallen, Shavuot (Pfingsten) ist in jedem Jahr fest auf den 6. des 3. Monats Sivan fixiert. Das Neue Jahr fängt im Kontrast zu der Torahbestimmung des Frühlings im Herbst an.

Nun wollen wir uns die geistigen Implikationen anschauen. Wir lesen in der Torah nicht von den Festtagen der Juden, sondern die von YHVH, unserem Vater. YHVH spricht, dass dies "Seine Festtage" sind. Unser Halten der Festtage geschieht vorranging und allein zur Ehre YHVH Elohims, des Gottes Israels. Obgleich wir Judah und Israel von Herzen lieben, ist die Gefälligkeit des Schöpfers der Solidarität bezüglich falscher Festtage vorzuziehen. Wir erheben also nicht den Anspruch, es besser zu wissen, sondern befolgen YHVHs Wege.

Das Judentum hat heute zum großen Teil den Messias noch nicht angenommen und sieht daher die Erfüllung des Messias Yeshua in diesen Festtagen nicht. Passah deutet auf den Tod des Messias, während Erstlingsfrüchte auf Seine Auferstehung deutet. Von diesem Tag an zählen wir 50 Tage, um auf den Pfingsttag zu kommen. An diesem wurde der Heilige Geist ausgeschüttet. Da diese Applikation im traditionellen Judentum aber keine Bedeutung hat, scheint die abweichende Ordnung nicht gewichtig:

  • Zählen der Garbe nach dem 1.Tag der Ungesäuerten Brote, statt am Tag der Erstlingsfruch
  • Der Erstlingsfruchttag wird kaum, wenn überhaupt, im traditionellen Kalender erwähnt
  • Pfingsten ist jedes Jahr fest auf den 6. Sivan fixiert
  • Pfingsten kann auf unterschiedliche Wochentage fallen; biblisch nur am 1.Tag der Woche
  • Das Neue Jahr beginnt im Herbst, statt im Frühling Aviv

Wir glauben, dass die Festtage einen wunderschönen Bericht über unsere Erlösung, als Gottes Volk darbieten, und dass es dem Schöpfer wichtig ist, rechtzeitig zu Seinen Tagen zu erscheinen. Es ist nicht an uns, als sein vorherbestimmtes erlöstes Volk , Ihm vorzuschreiben wann wir zu Seinen Festtagen erscheinen wollen.

Daher haben wir die Wahl getroffen, den Weg zu gehen, der manchen vielleicht zu unkonventionell, unbekannt und letztlich manchmal auch zu unbequem ist. Wir haben uns entschieden nicht nach vorgerechneten Tagen Seine Feste zu halten und überlassen dem Schöpfer die Bestimmung Seiner Zeiten.

8.1 Andere "Methoden"

Es sind bei Weitem aber noch nicht alle Fragen geklärt. Was für den einen logisch erscheint, scheint ein anderer zu verwerfen. Geht man nun los um sich im Internet nach den vorstehenden Festtagen zu erkundigen, wird man schnell anhand der Vielfalt an unterschiedlichen Lehren und Meinungen verwirrt oder sogar entmutigt. Am nahsten scheint es sicherlich auf der Hand zu liegen, jüdische Quellen für die Festtage zu gebrauchen. Weswegen wir dies nicht aus freiem Gewissen tun können, haben wir versucht zu erläutern.

Es begegnen einem aber auch noch "andere Wege", welche bezeugen, den richtigen und wahrhaftigen Weg der Zeitrechnung anhand der Bibel darzustellen. Diese führen wir jetzt auch hier auf, weil zu deren Verteidigungen oft Bibelstellen genutzt werden, um die Richtigkeit der Methode zu beweisen. Wir glauben aber, dass diese Verse oft nicht im richtigen Kontext gesetzt werden. Dem Autor sind diese in der Vergangenheit bereits praktisch begegnet.

Nach Prüfung und Forschung ergab sich, dass diese Methoden nicht standhalten können mit der praktischen Realität der Festtage oder des biblischen Jahres. Zwei von diesen evtl. bekannten Methoden möchten wir daher entkräften:

  • Zeitberechnung anhand der Äquinoktien
  • Beharrung auf den Astronomischen Mond

9.1 Äquinoktien

Die Erde dreht sich in dem uns bekannten Zeitraum eines Jahres von 365 Tagen um die Sonne herum. Aber diese Umdrehung geschieht nicht aus einer kerzengeraden Position der Erde heraus. Die Erde ist dabei um 23,5° Grad geneigt. Oder anders ausgedrückt, die Erdachse steht nicht senkrecht. Dieser Winkel bewirkt die Jahreszeiten, weil die Erde das Sonnenlicht, in ihrer jährlichen Laufbahn, auf unterschiedliche Weise empfängt. An manchen Tagen ist es länger hell oder dunkel. Einige Wissenschaftler beziehen die Möglichkeit mit ein, dass diese Neigung ein Resultat der weltweiten Sintflut war. Von den Jahreszeiten, wie wir sie heute kennen, lesen wir auch erst nach dem Ereignis des Weltgerichts Gottes:

1.Mo. 8:21: Und YHVH roch den lieblichen Geruch, und YHVH sprach in seinem Herzen: Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an; auch will ich künftig nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich es getan habe.
22 Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht!

Diese Schlussfolgerung der Wissenschaft mag daher richtig sein oder auch nicht. Wegen dieser Erdlage gibt es aber folgende Auswirkung. Es gibt zwei Tage im ganzen Jahr, an welchen Tag und Nacht die gleiche Länge haben. Das erste Mal passiert dieses Ereignis im Frühjahr und geschieht entweder am 20. oder 21. März und im Herbst, am 22. oder am 23. September. Dies sind die Äquinoktien.

solstice

Nach dem Äquinoktium (lat.: Tag-und-Nacht-Gleiche) des Frühlings, werden die Tage immer länger. Das Sonnenlicht nimmt pro Tag mehr zu, bis zur Sommersonnenwende am 21. oder am 22. Juni, wo der Tag das meiste Sonnenlicht hat. Danach nimmt das Sonnenlicht pro Tag immer mehr ab, bis zum Äquinoktium am 22. oder 23. September, wo dann Tag und Nacht wieder gleich lang sind. Von nun an werden die Tage immer kürzer und die Nächte nehmen an Länge zu. Dies verläuft bis zum 21. oder 22. Dezember weiter, bis zur Wintersonnenwende. Die Nacht wird dann erneut kürzer und anschließend wiederrum länger, bis zum Äquinoktium des Frühlings, wo wieder der Gleichstand erreicht ist.

Merke*
  • Äquinoktium Frühling am Mär 20. oder 21. = Tag und Nacht gleich lang; danach Tage länger
  • Sommersonnenwende zum 21. oder 22. Juni = Tag am längsten; danach immer wieder kürzer
  • Äquinoktium Herbst am 22. oder 23. September = Tag und Nacht gleich lang; jetzt Nächte länger
  • Wintersonnenwende am 21. oder am 22. Dezember = Nacht am längsten; danach immer kürzer

9.2 Versuchte Anwendung

Die Verfechter für die Berechnung anhand der Äquinoktien gehen nun von folgender Sachlage aus: Der Wendepunkt im Frühling gibt unmissverständlichen Aufschluss darüber, dass der Frühling nun frühestens ab dem 21.März, spätestens dann aber ab dem 22. März beginnen wird. Der unmittelbar erste Neumond nach dem Äquinoktium, bestimmt dann den Jahresanfang. Dieser Neumond würde dann schlicht nach Vorgabe der erste Monat und entsprechend der Jahresbeginn sein.

Wir führen dazu ein Beispiel auf. Das Jahr besteht aus zwölf Monaten und wir halten jeden Monat Ausschau nach den Neumond. Wenn wir diese Methode nun nutzten, um die Festtage zu bestimmen, wüssten wir im Vorfeld, wann Passah wäre. Das Datum des Äquinoktiums sowie die potentiellen Neumonde stehen uns heute im Vorfeld durch die Wissenschaft bereits zur Verfügung. Bisher war das Argument ja nur, ob ein prognostizierter Neumond an dem vorhergesagten Tag auch tatsächlich sichtbar für das menschliche Augen sein wird. Dass es in der angegebenen Zeitspanne aber einen Neumond geben wird, steht außer Zweifel.

Mit diesem System geht man nun wie folgt vor. Vor dem Äquinoktium kann es keinen Frühling geben und dieser kann nur noch nach dem Äquinoktium eintreten. Nun kann auch nichts mehr falsch laufen, wenn der erste Neumond nach dem 21.März das Jahr beginnt, denn nun sollte alles in der Schöpfung auch bereit stehen. Anhand des hebräischen Wortes "tequfah" (תקפה), wird dann versucht zu beweisen, dass dies der biblischen Vorgehensweise entspricht.

2.Mo. 34:22: Und du sollst das Fest der Wochen halten mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Einsammlung, an der WendeH8622 des Jahres.

Das Wort für Wende ist nach STRONGS H8622 das Wort "tequfah" und bedeutet "Kreislauf". Das Wort kommt insgesamt vier Mal in der Schrift vor. Anhänger dieser These sehen daher aus diesem Zusammenhang, welcher auch noch in Verbindung mit dem Laubhüttenfest geschrieben steht, eine Bestätigung der Richtigkeit dieser Betrachtungsweise. Gedanklich liefert hier das Äquinoktium im Herbst, den Anhaltspunkt für die Herbstfeste. So wie im Frühling wäre der Neumond nach dem 21. oder 22. September dann der 7. Neumond. Laubhüttenfest ist ein Spätjahrfest, und vom 21. März bis nach dem 22. September sind 7 Neumonde, und die Herbstfeste fangen ja auch im 7. Monat an.

Ohne weitere Forschung erkennen wir sofort die erste Problematik dieser Aufstellung. Wie in dem römischen oder Hillel II Kalender, ist dies nur eine "andere Art" der vorherigen Festlegung von Gottes Festtagen. Wieder wurde nicht gewartet auf die tatsächliche Blüte und Erneuerung der Schöpfung, nur unter anderer Prämisse. Auch hier können die Festtage der nächsten Jahre 'vorausgesagt' werden.

9.3 Bedeutet "Wende" ein Äquinoktium?

Dies ist sofort unsere nächste Frage. Ist die biblische Überlieferung des Wortes tequfah als eine Konjunktion der Himmelskörper zu verstehen? Auch an den anderen Stellen der Bibel trifft man nicht auf das Verständnis des Äquinoktium. Israel in der Antike hatte, von einem solchen Ereignis wohl kaum Ahnung gehabt. Hinzu kommt, dass das Wissen hierüber nicht gebraucht wird, um die Festtage anfangen zu können. Unsere Ausführung zu dem Aviv-Zustand erklärte weswegen.

harvest
Vielmehr ist unter tequfah im praktischen Kontext ein Kreislauf zu verstehen; weil etwas wiederkehrt oder zyklisch ist. Das Jahr fängt wieder neu an, ebenfalls der Tag, der Monat etc.

Die Schrift gebietet, das Fest der Laubhütten zu feiern an der Wende des Jahres: der Kontext ist hier auch die Ernte. Wir sprachen zuvor davon, dass die Festtage zu Erntezeiten fallen. Zum Passah: Gerste, zu Pfinsgten: Weizen und zum Laubhüttenfest: die Rebe.

In den Herbstfesten wird mit den Festen ein Jahreszyklus (Kreislauf) der Ernte abgeschlossen. Dies ist hier das bessere Verständnis.

 

9.4 Weswegen Äquinoktien nicht immer funktionieren!

Wie im Solarjahr oder im Meton-Zyklus, dient die Kenntnis über dieses Ereignis eventuell als ein möglicher Anhaltspunkt im Jahr. Tendenziell würde sich in der Tat das Neujahr erst nach der Frühlingswende ereignen. Es ist aber keine zuverlässige Methode, denn man kann nicht davon ausgehen, dass dies eine unveränderbare Satzung der Schöpfung ist. Alle menschenerdachten Systeme der vorherigen Zeitbestimmung werden auf kurz oder lang scheitern müssen. Die Schöpfung lässt sich von uns nicht einfach starr einberechnen.

Die Sonne entfernt sich jedes Jahr ein Stück von der Erde, und die Erde verlangsamt sich stetig, wenn auch nur sehr minimal. Diese ganzen Tatsachen und Daten aber führen irgendwann zu einer Neuberechnung und zur Erkenntnis, dass der Mensch einfach nicht im Stande ist, alle Faktoren in seiner Planung zu berücksichtigen.

Am Einfachsten, vor Allem aber am Gehorsamsten, ist es daher einfach darauf zu warten, wann der Vater das Neujahr beginnt. Die Neumond und Aviv-Methode bietet bisher die einzige, zuverlässige Weise, das Jahr korrekt zu beginnen. An einem praktischen Beispiel wird nun aufgezeigt, wie falsch die Berechnung anhand des Äquinoktiums sein kann. Dieses Szenario spielte sich aus vergangener Erfahrung bei der Vorbereitung auf die Festtage ab. Es passierte genau das, was immer wieder eintreten könnte.

Im Voraus berechnet man also, dass ein Neumond das biblische Jahr beginnt. Die Berechnungs-grundlage beruht vorerst auf zwölf Monate. Zur Veranschaulichung bieten wir folgende Abbildung:

equin 02

Das aktuelle Jahr im Diagramm kennzeichnet, dass die Feste des Jahres bereits abgeschlossen sind. Man befindet sich nun z.B. im zehnten Monat. Es gab hier in der Schöpfung keine Auffälligkeiten eines Schaltjahres und man weiß sicher um die Tatsache eines Zwölf-Monat Jahres.

Unter der gelben Linie ist das bevorstehende Äquinoktium. Wird nun ein Neumond VOR dem 21. oder 22. März erwartet, gilt es diesen zum aktuellem Jahr dazu zuzählen, und das Jahr gilt nun als ein Schaltjahr mit 13 Monaten! Denn gemäß der These dieser Methodik beginnt der Frühling erst mit dem Neumond, welcher NACH der Wende anfängt.

Dies wurde ebenfalls wie bei den anderen Thesen im Voraus bestimmt, ohne die Faktoren aus der Schöpfung zu beobachten.

9.5 Neuberechnung notwendig

equin 03Im Jahre 2009, mit Ausschau auf das Jahr 2010, passierte dann Folgendes: der Neumond nach dem zwölften Monat des Jahres 2009 war sehr nah, an dem Datum des Äquinoktiums! Die Neumondsichtung wurde am 17. März erwartet, viel näher an dem Äquinoktium dran, als sonst vielleicht üblich.

Zwar sehr knapp, aber immer noch VOR der Wende. Verfechter der Methode bestimmten dann den nächsten Neumond vom 15. April als den Jahresbeginn für 2010. Was dies bedeutet, ist doch jetzt bereits klar. Die Gerste 'darf' nun erst am 15. April Aviv sein - und müsste noch zwei Wochen auf dem Feld sein. Passah würde dann erst frühestens am 29. April anfangen.

Dies war bereits im Voraus ein ungewöhnlich spätes Datum für Passah! Es geschah aber, dass mit dem Neumond am 17.März die Gerste Aviv gefunden wurde und Israel im Frühling war. Es war in der Tat ein paar wenige Tage vor dem Äquinoktium, aber der Frühling hatte hier schon begonnen. Es war ein klarer Beweis, dass die Wende kein 'magisches' Datum darstellt. Diejenigen, welche es mit der Nachfolge des Messias Yeshua ernst hielten, korrigierten dann rechtzeitig noch ihre Daten, da es klar war, dass das Passah zu Ende April praktisch schon längst vorbei wäre.

Dies dient als ein Beispiel von vielen, weswegen Vorberechnungen vermieden werden sollten. Zu umfangreich sind die Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, um die Termine vorbestimmen zu können. Deswegen haben wir ja unseren Schöpfer, der es uns zur rechten Zeit aufdeckt!

10.1 Astronomischer Neumond: "Keseh"?

Was ein astronomischer Neumond ist, haben wir bereits ergründen können. Verfechter dieser Methode, um den Monatsanfang anhand des verborgenen Mondes zu bestimmen, zitieren vielleicht dann diesen Vers, welcher folgenderweise übersetzt wurde:

Ps. 81:4: Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

In diesem Vers kommt ein Wort vor, welches im Hebräischen "bedeckt" bedeutet.

Ps. 81:4: תקעו בחדשׁ שׁופר בכסה ליום חגנו (tiqua bachodesh shofar bakeseh leyom chagim).

Das farbmarkierte Wort, ausgesprochen BaKeseh, bedeutet "in der Verdeckung". Keseh ist hierbei das Wort für Verdeckung. Proponenten des astronomischen Neumondes verstehen hier nun die biblische Verordnung, das Fest an dem verdeckten Neumond zu beginnen.

Die Hebräisch- Kenntnisse des Autors beruhen auf nur sehr wesentlichen Grundlagen, aber das Lesen dieses Verses im Urtext schließt diese Deutung fast sofort aus. Tiqua bachodesh shofar ist bereits eine abgeschlossene Aussage, und vielleicht haben wir auch das Wort chodesh bemerkt, welches an sich Neumond und Monat schon beinhaltet. Der erste Teil des Verses spricht davon, "am Neumond in das Shofar zu stoßen". Von einem verdeckten Mond ist hier nicht die Rede. Was auch immer bakeseh in der Tiefe bedeuten mag, es kann jetzt hier, grammatikalisch, nicht zusätzlich angewandt werden. "Stoßt am Neumond in das Horn in der Bedeckung" wäre die Übersetzung, welches die Befürworter hier verwenden wollten. Es macht aber keinen Sinn: denn chodesh erklärt in sich die Neumondsichtung und den neuen Monat.

Konkordanzen wie Gesenius 18. Auflage (s.559) und STRONGS H3677 und H3680 bestätigen, dass keseh etwas Verdecktes beschreibt. David Stern, The Hebrew English Bible und die The Jerusalem Publication Society (JPS Tanakh), übersetzten bakeseh alle mit Vollmond. Dies sind alles jüdische Quellen, die aus dem Original überliefern. Die Schlachter Bibel, Elberfelder und King James 1611 übersetzen ebenfalls mit "Vollmond". Was könnte hier die Erklärung sein?astron moon

Keil und Delitzsch lieferten im 19. Jahrhundet einen der bedeutendsten Kommentare zum 1.Testament. Die Tradition ist sich demnach nicht immer ganz einig, was dieser Psalm aussagt. K&D schließen den verdeckten, astronomischen Neumond aber aus! (Keil & Delitzsch, Kommentare zu den Psalmen s. 544). Sie bieten auch die Erklärung, dass der Mond in einer abnehmenden Phase ist - quasi auf dem Weg zur "Verdeckung". Aus aramäischen Quellen weiß man, dass keseh im Syrischen Vollmond bedeutet (Gesenius 18. Auflage s. 558).

Der Psalm könnte in sich aber etwas ganz anders aussagen. Chodesh bedeutet ja Neumond, sowohl als auch Monat. "Stoßt am Monat in das Shofar, am Vollmond, zum Tag unseres Festes", ist demnach auch eine plausible Übersetzung!

Wie dem auch sei, ist ein verdeckter Mond in diesem Vers weder eine grammatikalische Möglichkeit, noch eine historische Tatsache und ist nicht in Übereinstimmung mit der vorherrschende Meinung der Gelehrten. Was wäre wenn sogar gemeint ist, dass die Erde vom Mond nun bedeckt ist? Wir verstehen aus keseh in jedem Fall ebenfalls einen Vollmond!

11.1 Vollmond

Alfred Edersheim, ein jüdischer Gelehrte des 19. Jahrhunderts, verstand es, dass der 15. Tag des Monats auf einen Vollmond fallen würde. Wir heute auch. Entsprechend wäre der Anfang des Ungesäuerten Brotes und das Laubhüttenfest mit einem Vollmond anzufangen. Aus unserem vorherigen Psalm würde dies uns nun noch mehr an Sinn und Tiefe bieten. Es ist beim Halten der Feste nach dem sichtbaren Neumond schon oft vorkommen, dass der 15. dann ein paar Tage weg vom Vollmond war. Hier müsste man die Mondphasen eingehender studieren und Sichtungsquellen miteinander vergleichen. Wenn die erste wissenschaftlich berechnete Sichel betrachtet wird, würde es bei dieser Sichtung fast immer einen Vollmond am 15. geben.

11.2 Der Mond, Monat und 'Yerach'

Das Wort für Mond im Hebräischen, Yerach, kommt in der Bibel als Beschreibung des Leuchtkörpers vor, aber auch anstelle für das Wort 'Monat'.

2.Kö.15:13: Sallum aber, der Sohn des Jabes, ward König im neununddreißigsten Jahre Ussijas, des Königs von Juda, und regierte einen MonatH3991 lang zu Samaria.

Das Wort Monat ist STRONGS H3991 und bedeutet "Mond". Der Vers sagt aus, dass König Sallum einen vollen Monat - ergo Mond - in Samaria regierte. Dies ist noch ein Indiz und Beispiel dafür, dass zur biblischen Zeiten die Länge eines Monats anhand des Mondzyklus bestimmt wurde.

12.1 Jedes Jahr ein 'Neues Datum' zu den Festen?

Wir wissen jetzt dass Gottes Zeitberechnung nach zwölf synodischen Monaten (354 Tage, plus ein Schaltjahr zu einer Zeit wie Er es bestimmt), geschieht. Alles was wir zu tun brauchen, ist Seine Zeit abzuwarten und Ausschau halten. Der zivile Kalender lehnt sich aber an ein Solarjahr an (365¼ Tage) und bezieht den Beginn eines Neumondes gar nicht mit ein. aviv dugmah

Somit laufen Tage und Monate erheblich asynchron zueinander und das erklärt, weswegen scheinbar jedes Jahr ein anderes Datum für die biblischen Festtage auftaucht. In Wahrheit ist für Gott aber der 1. Aviv, der 1.Aviv. In unserem berechneten Kalender, finden wir stattdessen Daten, welche sich von Ende März bis hin zu Ende April erstrecken können.

In diesem Fall dient uns der hiesige Kalender tagtäglich zur allgemeinen Orientierung. Die Ausrichtung der Festtage kann nur anhand des biblischen Kalenders geschehen: Neumond und Aviv.

12.1 Zusammenfassung

Diese Berichte mögen hoffentlich dazu dienen, dass ein besseres, allgemeines Verständnis für die Zeitzählung aufgekommen ist. Hoffentlich mündet dieses Verständnis dann in das rechtzeitige Feiern der Festtage des Schöpfers über.

Möge YHVH, der Elohim und Hüter Israels, unser Himmlischer Vater, uns leiten und behüten, Seine wunderschönen Tage des Zusammenseins, der Erlösung und der Anbetung, in Ehrfurcht und Hingabe zu feiern.

Shalom!

 

Quellenverweise***:

Keil & Delitzsch "Kommentare zum Altentestament"
Talmud Sanhedrin 11b
Alfred Edersheim "The Temple: Ministry and Services at the time of Jesus Christ"
Chaim Richman "Der Heilige Tempel von Jerusalem"
Jewish Publication Society "Hebrew-English Tanakh"
Jüdische Enzyklopädie
Gesenius 18. Auflage
STRONGS Konkordanz

 

Bildernachweis:

"Sun and nine planets orbiting": istockphoto.com/profile/adventtr, "Moon phases": istockphoto.com/profile/becart, "Phases of the Earth's Moon": istockphoto.com/profile/blueringmedia, "Touch of wheat ear": istockphoto.com/profile/strahildimitrov, "Solstice Equinox America": istockphoto.com/profile/peterhermesfurian,  www.firstfruits.net